
Titelverteidigung durch MSC Pilot Marc-Uwe von Niesewand-Reich, Nicole Müllenmeister, Daniel Ortmann und Benjamin Koske
Am zweiten Juni Wochenende gelang Marc-Uwe von Niesewand-Reich einer der wohl größten Erfolge seiner noch jungen Rennsport-Karriere! Zusammen mit seinen Teamkollegen Nicole Müllenmeister, Daniel Ortmann und Benjamin Koske gewann das Mitglied des MSC Adenau vor rund 210.000 Zuschauern das 35. Int. ADAC Zürich 24h-Rennen Nürburgring in der Honda Cup-Klasse.
In einem ereignisreichen Rennen, welches von ständig wechselnden Witterungsbedingungen geprägt war, sorgten die Honda-Junioren mit dem vom Motorsport-Team der Fachhochschule Köln eingesetzten, nagelneuen Civic Type-R für eine faustdicke Überraschung und konnten nach 93 gefahrenen Runden als Sieger in ihrer Klasse und als 40! im Gesamt über die Ziellinie fahren.
"Dieser Sieg beim 24h-Rennen ist mit der Wichtigste, den ich bisher erreichen konnte", strahlte von Niesewand-Reich abends bei der Siegerehrung. "Durch unseren Erfolg wurde das ganze Team regelrecht zusammengeschweißt. Wir alle sind jetzt hoch motiviert und freuen uns schon auf das nächste Rennen nach der Sommerpause."
Tatsächlich war das großartige Ergebnis an diesem Wochenende für das VLN Junior Team das Ende einer langen Pechsträhne in der populären Langstreckenserie auf dem Eifelkurs. In den zurückliegenden Rennen auf der ca. 25 km langen Kombination aus dem Grand Prix-Kurs und der Nordschleife des Nürburgrings hatten immer wieder technische aber auch taktische Probleme ein Ergebnis verhindert, welches der Leistung des VLN Honda Junior Teams gerecht geworden wäre.
Den Grundstein für ihren späteren Erfolg legten Marc-Uwe und seine Mitstreiter bereits im Zeittraining am Freitag. "Wir haben gegenüber den letzten Einsätzen eine Fahrwerksänderung an der Hinterachse vorgenommen und diese war goldrichtig, denn das Auto fühlte sich jetzt im Vergleich zu den bisherigen VLN-Rennen viel besser an", so der angehende Wirtschaftsingenieur.
Für das Rennen zweimal rund um die Uhr, welches mit 220 startenden Fahrzeugen als größte Motorsportveranstaltung weltweit gilt, hatte sich das Team eine besondere Taktik zurecht gelegt. "Unsere Strategie lautete, konstant, materialschonend und fehlerfrei dieses lange Rennen zu beenden. Also setzten wir uns eine Ziel-Rundenzeit, die nicht über- bzw. unterschritten werden sollte. Dieser Weg erwies sich als hervorragend.
Die anderen Teams eliminierten sich gegenseitig, setzten das Auto im Regen in die Mauer oder schonten das Material so wenig, dass irgendwann ihr Auto streikte. Wir hatten dagegen keinerlei technische Probleme am Auto und mussten während des Rennes nichts anderes tun als Reifen wechseln, Tanken und Bremsbeläge wechseln.
Einmal gewaschen und poliert, und der nächste Händler könnte das Auto wieder ins Schaufenster stellen. Und auch auf unsere BFGoodrich Reifen konnten wir trotz der ständig wechselnden Witterungsbedingen immer vertrauen. Das Team der FH Köln hat einen perfekten Job gemacht!"
"Unsere Strategie war perfekt", gibt Teammanager Sebastian Zander zu Protokoll. "In den ersten Stunden haben wir die Konkurrenz bewusst davon ziehen lassen, haben uns aus allen Zweikämpfen rausgehalten." und Dirk Krüger, Technischer Leiter von FH Köln Motorsport, ergänzt: „Der neue Honda Civic Type R hat fantastisch funktioniert".
Der Start zum 24 Stunden-Rennen musste jedoch um fast 2 Stunden verschoben werden, da ganz kurz vor der Einführungsrunde sintflutartiger Regen über der Eifel niederging und sich große Schlammbäche über die Strecke ergossen. Als es dann losging hatte Nicole noch Probleme mit der Sitzhalterung, so dass sie nach der Einführungsrunde nochmals an die Box kam um das Problem beheben zu lassen.
Als allerletztes Fahrzeug der 228 Teams ging sie anschließend ins Rennen. Bis zum Ende ihres Einsatzes kam sie aber wieder auf Platz 100 und konnte die gute Ausgangsposition zurück erobern: "Ich glaube, so viele Fahrzeuge habe ich noch nie überholt! Das hat großen Spaß gemacht. Der Honda lief wie am Schnürchen."
In der Nacht gegen 3:45 Uhr zog dann so dichter Neben auf, dass die Rennleitung keine andere Chance hatte als das Rennen bis zum Aufklaren am frühen Morgen zu unterbrechen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Nicole ihren nächsten Einsatz. "Ich habe nichts mehr gesehen und habe mich nur noch am Seitenstreifen orientieren können. Mehr als fünf bis zehn Meter Sicht gab es nicht! Die Entscheidung der Rennleitung war absolut richtig." Beim Re-Start gegen 09:30 Uhr saß Nicole wieder im Cockpit und konnte sich erneut gut in Szene setzen.
Zu diesem Zeitpunkt lag das Schweizer Team Rikli Motorsport komfortabel in Führung, während die Honda-Junioren sich gerade Platz zwei in ihrer Klasse erkämpft hatten. Marc-Uwe durfte den letzten Turn fahren und erlebte eine kuriose Zieldurchfahrt:
"Wir waren bis zur letzten Runde auf Rang 2, doch dann geschah das Unglaubliche. Wenige Kilometer vor dem Ziel wurde der Rikli-Honda von einem nachfolgenden Fahrzeug getroffen, beide Autos wurden fast komplett zerstört, sodass wir bei der Zieldurchfahrt nicht Zweiter sondern Erster waren! Als ich dann in der Auslaufrunde mit unserem technischen Leiter Funkkontakt hatte, standen uns beiden vor Freude die Tränen in den Augen!
Das hat bei den hochsommerlichen Temperaturen doch tatsächlich für eine Gänsehaut gesorgt. Aber unser Mitgefühl gilt auch Rikli Motorsport, denn so etwas wünscht man keinem Konkurrenten. Da haben wir ein wenig von deren Pech profitiert – aber deshalb ist der Sieg für uns nicht weniger wert."
„Was hier heute passiert ist, das ist sensationell", freut sich Daniel Ortmann nach der Siegerehrung. „Endlich ist der Knoten geplatzt!" Dem schließt sich auch Teamkollegin Nicole Müllenmeister an: „Es ist wirklich eine Riesenfreude den Sieg errungen zu haben – das gesamte Team hat eine richtig gute Arbeit geleistet und dafür möchte ich mich bedanken."
„Für mich ist es jetzt schon der zweite Sieg in meinem zweiten 24h-Rennen am Nürburgring, Wahnsinn!" zeigt sich der 2006er VLN Honda Junior Benjamin Koske, der extra für den Langstreckenklassiker von FH Köln Motorsport zur Unterstützung zurück ins Team geholt worden war, sichtlich beeindruckt.
Das Team bedankt sich an dieser Stelle bei der VLN, bei Honda und BFGoodrich sowie alle weiteren Partnern uns Sponsoren, die diesen Erfolg erst möglich gemacht haben.
In der Meisterschaft liegt das VLN Honda Junior Team nun auf Platz 5 mit direktem Anschluss an die Teams an der Spitze. Der nächste VLN-Lauf findet erst nach der langen Sommerpause am 18. August statt.
- Karl Eckstein MSC Adenau auch Photo -
More reports from this category all copyright automobilsport.com.