24-Stunden-Rennen Nürburgring,24 - 25. Mai 2008
Manthey Racing erobert in der Nacht den Platz an der Sonne
Michelin Partner Volkswagen glänzte beim Scirocco-Debüt
Zum ersten, zum zweiten, zum dritten: Michelin Partner Manthey Racing vollendete bei den „24 Stunden Nürburgring" den Hattrick.
Souveräner Erfolg nach ereignisreichem Rennverlauf: Am Steuer eines Porsche 911 GT3 RSR bescherten Timo Bernhard, Marc Lieb, Romain Dumas und Marcel Tiemann ihrem Teamchef Olaf Manthey den dritten Sieg in Folge bei den „24 Stunden Nürburgring". Ihr Reifenpartner Michelin ist damit bei dem Eifel-Klassiker im fünften Jahr hintereinander ungeschlagen. Die Motorsport-Party im Schatten der Nürburg wurde bei ihrer 36. Auflage einmal mehr ihrem legendären Ruf gerecht - zahllose Zwischenfälle und sportliche Dramen sorgten für reichlich Bewegung und überraschende Wendungen im Gesamtklassement.
Der ganz normale Wahnsinn: Bereits wenige Sekunden nach dem Start am Samstagnachmittag um 15 Uhr konnten sich Fahrer und Fans sicher sein, dass sie auch bei den „24 Stunden Nürburgring 2008" einmal mehr ein besonders abwechslungsreiches Rennen erleben würden. Gleich auf den ersten Metern ging es im Teilnehmerfeld turbulent zu.
Den Anfang machte ausgerechnet der Trainingsschnellste und Titelverteidiger: Noch in der ersten Runde stieg aus dem Heck des Porsche 911 GT3 von Manthey Racing Dampf auf - Folge eines geplatzten Wasserschlauchs des Kühlsystems. Startfahrer Marc Lieb brachte den Wagen in langsamer Fahrt zurück an die Box nahm das Rennen nach einer viertelstündigen Reparaturpause mit fast zwei Runden Rückstand wieder auf.
An der Spitze des Feldes lieferte sich derweil die Dodge Viper GTS des Michelin Partners Zakspeed ein packendes Duell um die Spitze. Doch nach 25 Minuten musste auch die schnelle Giftschlange in Führung liegend die Box ansteuern. „Wir haben ein Problem mit der Fahrzeugelektronik", erklärte Teamchef Peter Zakowski. „Wir verlieren Strom, wissen aber nicht warum."
Erst nach erfolgtem Wechsel der Lichtmaschine waren die Probleme gelöst, und die Viper konnte zu einer beeindruckenden Aufholjagd durch das Feld ansetzen. Diese fand jedoch kurz vor Mitternacht ein jähes Ende: Unverschuldet in eine Kollision verwickelt, landete Sascha Bert mit der amerikanischen Sportwagen-Ikone in den Leitplanken. Alle Beteiligten blieben unverletzt, aber die Viper war endgültig aus der Wertung.
Manthey Racing erobert in der Nacht den Platz an der Sonne
Mit bösem Blick zum Erfolg: Die Michelin-bereiften VW Scirocco feierten beim 24-Stunden-Debüt einen Doppelsieg in ihrer Klasse.
Um 3.30 Uhr am Sonntagmorgen wurde die mit einer rekordverdächtigen Runde nach der anderen geführte Aufholjagd des Porsche 911 GT3 RSR mit der Startnummer 1 schließlich belohnt: Der Sieger der beiden vorangegangenen Jahre übernahm die Führung. Souverän kontrollierte die Mannschaft aus Meuspath in der Folge das Geschehen und konnte schon früh anfangen, den gelb-grünen Boliden zu schonen. „Wir lassen es schon seit zwei Stunden ruhiger angehen und schalten früher", verriet Marcel Tiemann am Sonntagmorgen gegen zehn Uhr. „Allerdings haben wir Probleme mit der Kupplung, darum fahren wir jetzt ohne. Das geht auch."
Im Formationsflug mit dem zweitplatzierten Porsche 911 aus gleichem Hause überquerte der Franzose Romain Dumas schließlich um kurz nach 15 Uhr die Ziellinie und sorgte damit für anhaltenden Jubel bei seinem Vorgesetzten. „Dieser Hattrick ist die Krönung meiner Karriere als Teamchef", jubelte Olaf Manthey. „Zu Beginn mussten wir kleinere technische Problemen lösen, ansonsten konnten wir ein nahezu perfektes Rennen abliefern. Die Jungs an der Box und im Cockpit haben einen tollen Job gemacht."
Abgerundet wurde der Erfolg von Manthey Racing durch den fünften Platz des ebenfalls auf Michelin Rennreifen rollenden Porsche 911 GT3 Cup von Frank Kräling, Marc Gindorf, Peter Scharmach und Martin Ragginger. Ohne den verdienten Lohn ihrer Arbeit blieb hingegen die Besatzung eines weiteren Michlein-bereiften Manthey-Porsche 911 GT3: Georg Weiss, Michael Jacobs, Dieter Schornstein und Peter-Paul Pietsch - Gesellschafter und Leiter des Motor-Presse Verlags Stuttgart - tummelten sich lange Zeit munter in der Spitzengruppe, bis sie am Sonntagmorgen das Rennen vorzeitig beenden mussten.
Michelin Partner Volkswagen glänzte beim Scirocco-Debüt
Gemischte Gefühle: Apollo- und Michelin-Pilot Heinz-Harald Frentzen freute sich trotz technischer Probleme über das Potenzial des Hybrid-Antriebs.
Eine erfolgreiche 24-Stunden-Premiere feierte der neue VW Scirocco: Mit den Plätzen elf und 15 im Gesamtklassement sicherten Jimmy Johansson, Florian Gruber, Thomas Mutsch und Hans-Joachim Stuck sowie Carlos Sainz, Giniel de Villiers, Dieter Depping und abermals Stuck am Steuer ihrer Michelin-bereiften, 325 PS starken Coupés den Doppelsieg in der hartumkämpften Klasse SP3T für Fahrzeuge mit Zweiliter-Turbomotoren.
Viel versprechende Ansätze zeigte das Hybrid-Projekt des Michelin Partners Apollo: Angeführt von Ex-Formel 1-Star Heinz-Harald Frentzen und FIA GT2-Champion Dirk Müller beendete der innovative GT-Bolide und Publikumsliebling trotz Differenzial- und Getriebe-Problemen die 24-Stunden-Distanz. „Danke an alle technischen Partner und Teammitglieder", so Frentzen im Ziel. „Das Konzept der Energie-Rückgewinnung beim Bremsen hat unsere Erwartungen übertroffen."
Ergebnis„24 Stunden Nürburgring", 24. und 25. Mai 2008.
1. Timo Bernhard, Marc Lieb, Romain Dumas, Marcel Tiemann Manthey-Porsche 911
GT3 RSR (M) 24:03.48,494 h 2. Armin Hahne, Christian Haarmann, Jochen Krumbach, Pierre Kaffer Manthey-Porsche 911 GT3-MR 1 Runde zurück
3. Sabine Schmitz, Klaus Abbelen, Dr. Edgar Althoff, Kenneth Heyer Porsche 997 3 Runden zurück
4. Mark Hartung, Stefan Neuberger, Franz Engstler BMW Z4 M 4 Runden zurück
5. Frank Kräling, Marc Gindorf, Peter Scharmach, Martin Ragginger Manthey-Porsche 911 GT3 Cup (M) 4 Runden zurück
6. Johannes Scheid, Oliver Kainz,Andreas Teichmann, Arno Klasen BMW M3 E46 GTS 5 Runden zurück
7. Jörn Schmidt-Staade, Stefan Müller, Kai Riemer, Florian Scholz Porsche 997 GT3 Cup 7 Runden zurück
8. Bert Lambrecht, Jean-Francois Hemroulle, David Lance Arnold Porsche 911 GT3 7 Runden zurück
9. Stefan Peters, Ulf Karlsson, Hannes Plesse, Wolfgang Kohler Porsche 977 GT3 Cup 8 Runden zurück
10. Sergey Matveev, Valeriy Gruber, Stanislav Gryazin, Ergeny Tsarev Porsche 997 Cup 9 Runden zurück
M = Michelin-Partner
- Jan Hennen, Bilder: Imago-
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