35. ADAC Zürich 24h-Rennen Nürburgring

Bei heißen Temperaturen begann für Wölflick Racing das 24h Rennen 2007. Das Team setzte auf altbewährte Fahrer - Sebastian Asch, Urs Bressan sowie Teamchef und MSC Pilot Stephan Wölflick. Nachdem der Focus STR in der Langstrecke bereits Standfestigkeit bewies, hoffte das Team das 24h Rennen endlich einmal ohne Reparaturen zu überstehen. Die hervorragende Crew hätte es auf jeden Fall verdient.
Das 24h Rennen begann für alle im Team bereits ein Wochenende vor dem Highlight des Jahres mit LKW laden und den letzten Vorbereitungen. Am Dienstag ging es dann ab ins Fahrerlager, wo fast alle Aufräumarbeiten von Rock am Ring abgeschlossen waren. Der Focus STR war bis auf Kleinigkeiten fertig gestellt.
Deswegen hatte das Team am Mittwoch Abend auch endlich mal die Zeit, beim RCN Corso über die Nordschleife mit zu fahren. Allerdings war dem gesamten Team der Corso mit 3h einfach viel zu lang. „Nun ja, etwas Standzeit hatten wir auch direkt nach der Mutkurve, als unsere Zugmaschine heiß lief. Hier auch noch mal vielen Dank an unseren „Abschleppservice"! " so Katja Funke.
Das erste Freitagstraining lief fast einwandfrei, nur mit der Motortemperatur gab es leichte Probleme, die zum Glück aber schnell gelöst werden konnten. Im zweiten Training fehlte dem STR dann auf einmal etwas Leistung.
Jetzt hieß es doch wieder schrauben und den Fehler suchen bis spät in die Nacht. Nachdem jedes Teil zwei mal gecheckt wurde, wurde weit nach Mitternacht dann endlich der Übeltäter ausgemacht. Mit schweißen wurde die undichte Stelle abgedichtet und das Motorumluftsystem erneuert. Danach lief der STR wieder einwandfrei.
Endlich war es dann soweit – dachten wir zumindest. Es ging ab in die Startaufstellung bei drückend heißen Temperaturen. Im Qualifying hatten wir uns auf Platz 78 qualifiziert und gingen aus der zweiten Startgruppe ins Rennen. Dann kam jedoch die Durchsage der Rennleitung – wegen Unwetterwarnung und aufziehendem Gewitter wird der Start verschoben.
Nachdem der Himmel seine Schleusen öffnete und Sturzbäche mit Schlamm über die Nordschleife gingen, merkten wir schnell das es die richtige Entscheidung war. Um halb 4 ging es dann endlich auf in die Einführungsrunde. Nach 2 Einführungsrunden wurde dann mit fast 2h Verspätung um 16:50 das Rennen gestartet. Tja, so ist es halt in der Eifel, mit Wetterchaos muss man immer rechnen, aber wie sich später herausstellt sollte das noch nicht alles gewesen sein.
Von Runde zu Runde arbeiteten wir uns weiter nach vorne, bis gegen 22:30 die Meldung von Stephan Wölflick kam: „in der Fuchsröhre Reifenschaden hinten rechts, versuche zurück in die Box zu kommen".
Zum Glück schaffte er es in langsamer Fahrt zurück in die Box. Vermutlich war ein Teil auf der Strecke der Übeltäter. Das weitere Rennen lief für uns reibungslos, auch wenn viele Unfälle und dadurch viel Dreck auf der Strecke waren. Auch durch viele Gelb Phasen gab es kaum eine freie Runde. In der Nacht gegen 2:00 kam dann die Meldung von Stephan Wölflick
„Alles Prima, bis auf den dichten Nebel". Fast im Blindflug ging es über die Strecke. Wie der Teamchef später berichtete „beim Pflanzgarten war absoluter Blindflug angesagt - dort habe ich auf den Sprung gewartet, dann wusste ich jetzt leicht bremsen und blind nach rechts einlenken. Gesehen hast du da nichts mehr".
Nachdem wir gerade unseren Boxenstop gemacht hatten und Urs Bressan den STR übernommen hatte, kam um 4:00 die Meldung der Rennleitung, dass aus Sicherheitsgründen das Rennen unterbrochen wird. Bei dem Blindflug genau die richtige Entscheidung, denn durch den Nebel hatte sich das Feld ganz schön dezimiert.
In den frühen Morgenstunden zog es sich immer mehr zu und kaum einer hatte die Hoffnung, dass es vor 10:00 weiter gehen würde. Aber gegen 9:00 ging es dann wieder zum Vorstart und der Nebel verzog sich schnell. Bis zur Rennunterbrechung hatten wir uns schon auf Platz 29 vorgearbeitet und standen zum Restart in der ersten Startgruppe zwischen lauter Porsche und M3. Wir hofften, dass die anderen Teams nicht wieder übermotiviert sind und dran denken, dass das Rennen nicht in der ersten Kurve gewonnen wird.
Zum Glück lief der Restart auch tatsächlich reibungslos. Von Runde zu Runde konnten die Fahrer den STR weiter nach Vorne fahren und wir waren sogar einmal kurzzeitig auf der ersten Seite der Zeitenanzeige. Am Nachmittag brachte noch mal ein kurzer aber heftiger Schauer mit Gewitter etwas Durcheinander in das Renngeschehen und Chaos in der Boxengasse.
Mittlerweile waren wir bis auf den 22. Platz vor gefahren und konnten unsere Position halten. Die Top Teams hatten natürlich die 5h Rennunterbrechung genutzt, ihre Probleme behoben und rollten das Feld von hinten auf.
Am Ende schafften wir den hervorragenden 24. Platz im Gesamt und den Klassensieg in der Klasse SP4T. Wer weiß wo wir gelandet wären, wenn die 5h Rennunterbrechung und Reparaturpause für viele andere Teams nicht gewesen wäre. Nun ja, natürlich hätten auch wir 5h mehr unbeschadet überstehen müssen.
Unser Ziel die Top 30 zu erreichen hatten wir jedenfalls mehr als erreicht und unsere Crew ist endlich für die harte Arbeit der letzten Jahr belohnt worden.
Vielen Dank an die hervorragende Crew und die Sponsoren.
- Karl Eckstein -