
Nach zweimal Pole folgten für Uwe Nittel zwei technische Ausfälle am Nürburgring. Jetzt kommt ein Doppelpack in der Rallye-WM.
Es fing jeweils viel versprechend an, endete aber ohne zählbares Resultat: Die beiden Starts von Motorsport-Profi Uwe Nittel am Nürburgring. Beim ersten Zeittraining für die ADAC Egons 500 stellte der Inhaber der Rallyeschule ‚drift & drive’ seinen bildschönen Imscher-Opel Manta 400 auf die Pole, das heimliche Ziel, „die gleich alten Porsche zu ärgern", war damit schon erfüllt.
Die Rundenzeit von 9:56,381 Minuten sorgte für ein Stirnrunzeln bei den favorisierten Porsche-Teams. Nachdem sich zwei Porsche im zweiten Zeittraining doch noch vorbeischieben konnten, nahmen Uwe Nittel/Martin Wagner das Rennen vom dritten Startplatz der insgesamt 227 Teams auf. Doch schon in der ersten Runde folgte das unerbittliche Aus nach einem Kupplungsschaden.
Nittels Teilnahme am 24-Stunden-Rennen gestaltete sich ähnlich: Der von dem Schwaben gemeinsam mit Matthias Holle, Wolfgang Weber und Norbert Bermes pilotierte Honda S2000 ging von der Pole-Position in der stark besetzten Klasse SP3 an den Start des Langstrecken Klassikers. Doch der Honda, der unter Holle und Weber am Donnerstag noch sensationell den zweiten Gesamtrang bei der BMW Driving Experience Challenge eingefahren hatte, schwächelte bei der 24-Stunden Hatz. Nach weniger als einer Stunde Fahrzeit beendeten Motorenprobleme den Auftritt des Teams.
Viel Zeit über die verpassten Chancen nachzudenken bleibt Uwe Nittel nicht. Mit der Akropolis Rallye in Griechenland und dem anschließenden Lauf in der Türkei finden nun innerhalb von zwei Wochen zwei WM-Runden statt, die auch zur P-WRC, der Weltmeisterschaft für seriennahe Fahrzeuge gewertet werden. Am späten Sonntag ging der Flieger nach Athen.
Gemeinsam mit Co-Pilot Michael Wenzel (München), der Nittels verhinderten Stamm-Co Detlef Ruf vertritt, nimmt er die dritte Runde zur P-WRC auf einem Mitsubishi Lancer des italienischen Pro Race-Teams in Angriff.
Nach dem erfolgreichen Auftakt in Schweden mit Rang fünf sorgte der Ausfall in Argentinien für eine Nullnummer. „Es gibt nur sechs Läufe zur PWRC und kein Streichresultat, " erklärte Nittel vor dem Abflug, „zu Beginn der Saison war unser Plan, bei jedem Lauf konstant zu Punkten, nach der Nullrunde müssen wir jetzt angreifen.
Und nach den Ergebnissen vom Nürburgring kann es jetzt eigentlich nur noch besser werden."
Die Voraussetzungen sind dabei optimaler als in Argentinien, wo das Team aus logistischen Gründen ein Mietfahrzeug einsetzen musste. In Griechenland, auf den harten Schotter-Pisten der Akropolis-Rallye, steht dem schnellen Schwaben wieder sein Lancer Evo IX des italienischen Rallye-Tuners zur Verfügung.

Dieses Auto hat Nittel maßgeblich mit entwickelt und unterstützt das Team mit seinen Einsätzen bei den Bemühungen, die Aktivitäten bei internationalen Kundeneinsätzen weiter zu verstärken.
Zudem kommt die jahrelange Erfahrung des früheren Mitsubishi-Werkspiloten mit dem japanischen Allradler den Pro Race Ingenieuren bei der Weiterentwicklung des Rallye-Boliden zugute.
„In diesem Auto fühle ich mich richtig wohl, fast wie in meinem Wohnzimmer, denn es ist optimal auf meine Fahrweise abgestimmt", erklärt der Schwabe und gibt auch gleich die Marschrichtung für die nächste Woche vor: „Unser Ziel muss es sein, in Griechenland unter die Top-Drei zu fahren."
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