24-Stunden-Rennen Nürburgring 2008

Mit der Teilnahme am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring stellt sich Volkswagen erneut einer der größten Herausforderungen im internationalen Motorsport. Der Marathon zweimal rund um die Uhr auf der legendären Nordschleife gilt als eines der fahrerisch und technisch anspruchsvollsten Rennen überhaupt. In diesem Jahr erleben die gut 200.000 begeisterten Fans entlang der 25,378 Kilometer langen Strecke das Aufeinandertreffen zweier Legenden: Volkswagen kehrt mit einer Rennversion des Scirocco auf die Nordschleife zurück.
Drei werkseitig aufgebaute Fahrzeuge setzt Volkswagen bei dem Klassiker am 24./25. Mai ein. "Der Einsatz des neuen Scirocco beim wohl härtesten Autorennen der Welt ist ein gleichermaßen anspruchsvolles wie spannendes Projekt", sagt Dr. Ulrich Hackenberg. Der Volkswagen Vorstand für technische Entwicklung gibt auch die Zielsetzung für den Einsatz in der "Grünen Hölle" aus: "Ziel sollte es sein, dass eines der drei Teams den Klassensieg des Golf GTI von 2007 wiederholt. Das wäre eine exzellente Unterstützung für den Verkaufsstart des Serienmodells."
Eine Besonderheit an dem Einsatz des Volkswagen Scirocco: Das Coupé muss sich in der Rennversion noch vor der europaweiten Markteinführung im knallharten Motorsport-Wettbewerb beweisen. Erst Anfang März wurde das Serienmodell auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt - jetzt folgt bereits der erste Einsatz auf der Rennstrecke.
"Die Nürburgring-Nordschleife und das 24-Stunden-Rennen sind eine hervorragende Bühne, um die Faszination und das Leistungsvermögen dieses begeisternden Coupés vor großer Kulisse zu zeigen", sagt Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen. Und ergänzt: "Der neue Scirocco bietet mit seinem Serien-Design eine ausgezeichnete Basis für den Einsatz auf der Rennstrecke."
Volkswagen Scirocco feiert Comeback nach mehr als drei Jahrzehnten
Der Scirocco ist ein Auto mit langer Tradition. Vor 34 Jahren wurde das erste Serienmodell präsentiert, vor 15 Jahren endete die Produktion der zweiten Baureihe. Ab August fährt der Scirocco in dritter Generation über Europas Straßen. Auch für das Pendant auf der Rennstrecke schließt sich mit dem Einsatz am letzten Mai-Wochenende der Kreis: 1976 begann mit dem Scirocco die erfolgreiche Tourenwagen-Tradition von Volkswagen.
"Wie sein Ur-Vater, mit dem im ersten Volkswagen Markenpokal eine ebenso lange wie erfolgreiche Tradition unseres Hauses begann, wird auch der neue Scirocco noch vor dem Verkaufsstart sein Renndebüt geben. Wir kehren mit einem Auto auf die Rennstrecke zurück, das schon in den Siebzigern und Achtzigern Akzente im Rennsport gesetzt und die Fans begeistert hat", freut sich Kris Nissen.
Spannender Fahrermix in den Cockpits der drei Renn-Scirocco
Volkswagen ist es gelungen, für das Debüt des Scirocco auf der Rennstrecke einen ebenso interessanten wie hochkarätigen Fahrermix zu verpflichten. Der zweimalige Le-Mans-Sieger Hans-Joachim Stuck seit Jahresbeginn Motorsport-Repräsentant des Volkswagen Konzerns, sowie der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz führen das Aufgebot an. Dazu erleben die Fans eine außergewöhnliche Mischung aus erfahrenen Rallye- und Rundstrecken-Piloten sowie Nachwuchstalenten und Journalisten.
Neben Werksfahrer Sainz (E) zählen seine Rallye-Teamkollegen Giniel de Villiers (RSA) und Dieter Depping (D) aus dem Marathon-Rallye-Sport ebenso zum Aufgebot wie Volkswagen Junior Jimmy Johansson (S) sowie die Tourenwagen-Routiniers Florian Gruber (D) und Thomas Mutsch (D).
Prominente Unterstützung aus dem Volkswagen Konzern bekommen sie von Dr. Ulrich Hackenberg, Volkswagen Vorstand für technische Entwicklung. Weitere Scirocco-Piloten sind Francois Verbist (B) sowie die Journalisten Bernd Ostmann (auto motor und sport) und Matthias Malmedie (Grip - das Motormagazin).
"Mit dieser tollen Fahrerbesetzung bieten wir den Zuschauern an der Strecke und bei der langen Live-Berichterstattung im DSF ein echtes Highlight", sagt Kris Nissen. Für Hans-Joachim Stuck, der das 24-Stunden-Rennen in der Eifel in seiner Karriere bisher dreimal gewann, ist die Paarung aus Scirocco und Nordschleife eine Traum-Kombination.
"Ich bin stolz darauf, in meinem Alter noch bei der Wettbewerbs-Premiere des Scirocco dabei sein zu dürfen. Und es ist für mich eine tolle Sache, an der Seite von Carlos Sainz als Teamkollege zu starten. Er ist im Rallye-Sport eine ähnliche Lichtgestalt wie Michael Schumacher in der Formel 1", sagt "Strietzel" Stuck.
Für Carlos Sainz, der zusammen mit seinem Copiloten Michel Périn gerade im Volkswagen Race Touareg die Zentral-Europa-Rallye durch Ungarn und Rumänien gewann, ist der Einsatz auf der Nordschleife ein Kontrastprogramm, auf das der Spanier mit großer Vorfreude hinarbeitet.
"Ich bin noch nie ein 24-Stunden-Rennen gefahren und freue mich sehr darauf. Bisher kannte ich die Nordschleife nur aus Erzählungen, nach meinem Testrennen weiß ich jetzt, wovon die Menschen immer reden: Diese Strecke ist wirklich eine der größten Herausforderungen im Motorsport. Sie mit einem brandneuen Auto wie dem Scirocco bewältigen zu dürfen, ist eine tolle Sache", sagt Sainz.
Professionelle und intensive Vorbereitung auf den "Tag X"
Volkswagen hat auf dem Weg zum 24-Stunden-Rennen nichts dem Zufall überlassen und sich trotz des extrem eng gesteckten Zeitplans gewohnt professionell und intensiv auf den Klassiker vorbereitet. Neben einem 14-stündigen Dauertest in der Motorsport Arena Oschersleben, den der Scirocco ohne die geringsten Kinderkrankheiten meisterte, absolvierte das Coupé Anfang Mai bei Testfahrten auch seine ersten Runden auf der Nordschleife des Nürburgrings - und fühlte sich dort auf Anhieb wohl.
"Unser Scirocco war schon in seiner ersten Runde auf der Nordschleife in seinem Element. Auch auf dieser einzigartigen, schwierigen Rennstrecke lief das Auto tadellos", bilanzierte Kris Nissen.
Auch Volkswagen Werksfahrer Dieter Depping zeigte sich nach den Testfahrten auf der Nordschleife angenehm überrascht: "Der Scirocco geht prima, das Fahrverhalten ist gutmütig. Das ist sehr wichtig für uns Fahrer, speziell bei diesem Langstreckenrennen und mit 220 Autos auf der Strecke. Je weniger man sich auf das eigene Auto konzentrieren muss - umso besser."
Nicht nur das Fahrzeug, sondern auch seine Piloten sind bereit für den "Tag X". Zur optimalen Vorbereitung auf das 24-Stunden-Rennen traten die Nordschleifen-Neulinge Carlos Sainz und Giniel de Villiers gemeinsam mit Hans-Joachim Stuck mit einem Golf GTI R-Line zu einem Langstreckenrennen über vier Stunden auf dem Nürburgring an.
"Eine sorgfältige Vorbereitung ist extrem wichtig, aber immer nur die halbe Miete: Bei einem Marathon über 24 Stunden kann alles passieren, gerade die Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife sind legendär für ihre Überraschungen", sagt Kris Nissen.
Rückblick: 2007 brillierte der Volkswagen Golf auf der Nordschleife
Volkswagen hat eine lange Tradition auf der Nordschleife des Nürburgrings - und eine erfolgreiche dazu. Jüngstes Beispiel: Im Juni 2007 brillierte der von Volkswagen Motorsport eingesetzte Golf mit einem starken achten Gesamtrang und dem Sieg in der Klasse für Fahrzeuge mit Zweiliter-Turbomotoren. Überdies war der 300 PS starke Golf der bestplatzierte Fronttriebler unter 220 Rennautos.
Damals wie auch in diesem Jahr am Steuer: die Volkswagen Junioren Jimmy Johansson und Florian Gruber sowie Rallye-Ass Dieter Depping. Bewährte Piloten, auf die Volkswagen auch bei der 2008er-Ausgabe des Rennens zählt. Lediglich René Rast fehlt dieses Mal im "Dream Team", der Volkswagen Junior bestreitet zeitgleich ein Rennen des Porsche Supercup in Monaco.
Auch in Sachen Technik stand der siegreiche Volkswagen Golf Pate: Die Rennversion des neuen Scirocco basiert auf der Technologie des Vorjahres und verfügt wie sein Vorgänger über einen 325 PS starken Zweiliter-TFSI-Motor.
Volkswagen Golf: Vorjahres-Sieger mit Erdgas-Antrieb am Start
Neben den drei werkseitig vorbereiteten und eingesetzten Scirocco ist beim 24-Stunden-Rennen auch ein Volkswagen Golf mit Erdgas-Antrieb am Start. Fahrwerk, Karosserie und Motor-Basis entsprechen dem des Golf GTI, der 2007 den Klassensieg und den achten Rang in der Gesamtwertung einfuhr.
Der von der RSG Wolfsburg eingesetzte Golf GTI R-Line verfügt jedoch im Gegensatz zum Vorjahr mit Erdgas betrieben, leistet 320 PS und wird von den erfahrenen Piloten Thomas Klenke (D), Mario Merten (D), Kai Jordan (D) und Peter Terting (D) gesteuert.
- Uwe Baldes- photo Volkswagen
More reports from this category all copyright automobilsport.com.