
„Danish Dynamite" wurde Kurt Thiim einst zu DTM Zeiten gerne genannt und dem Ruf wird auch heute noch gerecht. Nach den Zeiten als DTM Mercedes Werksfahrer hat er sich mehr und mehr dem Langstreckensport zugewandt. Da führt am ADAC Zürich 24h-Rennen am Nürburgring kein Weg dran vorbei. Auch 2008 ist der Termin Ende Mai ganz dick im stets vollen Kalender von Kurt Thiim angestrichen und 24. Mai um 15 Uhr wird es ernst, wenn die Startampel auf grün schaltet. Nicht nur für Kurt Thiim himself, sondern auch für seinen Sohn.
Kurt Thiim ist bekennender Nordschleifen-Fan und schätzt die selektive Strecke sehr. Zum einen weil es stets eine Herausforderung sein wird und richtig Spaß macht, zum anderen weil es keine bessere Strecke auf der Welt gibt um seine Rennfahrerreflexe auf Trapp zu halten. Würde im Jahreskalender von Kurt Thiim die Nordschleife fehlen, dann wäre es keine richtige Rennsaison!
Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass der schnelle Däne auf dieser Strecke ein gehöriges Potential an Erfahrung auf verschiedensten Fahrzeugen aufweisen kann. Seit vielen Jahren fährt er auf verschiedensten Modellen in der BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring und beim 24h-Rennen konnte er im Jahr 2001 den 2. Platz im Gesamtklassement belegen.
Sein Sohn Nicki ist derzeit erfolgreich im Seat Leon Supercopa unterwegs und konnte bereits im vergangenen Jahr auf der Nordschleife erste Erfahrung sammeln und sich mit Klassensiegen beim Team „Prosports Tuning" beachtlich in Szene setzen.
2008 wird die Zusammenarbeit mit Nissan, respektive RJN –Motorsport aus Englang und der Autozeitung fortgesetzt, ja sogar ausgeweitet. Zu diesem Zweck wurde ein zweiter Nissan 350Z aufgebaut, etwas breiter, etwas stärker, etwas schneller und ein klein bisschen lauter. Der matt-schwarze Motor des RJN - Nissan 350Z entwickelt ca. 480PS und einen infernalischen Sound.
Der Wagen orientiert sich mehr an dem GT2 Reglement und wird beim 24h-Rennen in der Klasse SP6 starten. Die Fans waren beim dem Testeinsatz bei der BFGoodrich-Langstrekenmeisterschaft hellauf begeistert von dem bulligen Exot, der Farbe in die breite Masse der BMW und Porsche Armada bringen wird. 3,5l V6 Motor, knapp 500 PS, Hewland Getriebe, viel High-Tech und alles was eben ein reinrassiger Rennwagen braucht, dann noch der Name Thiim drauf „Das kann ja nur toll werden" schwärmte ein Fan in der Boxengasse vor zwei Wochen.

Auch das letztjährige Fahrzeug der Nissan 350Z, aufgebaut nach FIA GT4 Reglement, ergänzt durch Flügeln, wird ebenso starten. Vater und Sohn werden in beiden Fahrzeugen in das Lenkrad greifen. Für Nachwuchstalent Nicki Thiim eröffnet sich hier die Chance sich auf einem starken GT-Wagen auf der schwierigsten Rennstrecke der Welt weiter zu beweisen.
Nach dem ersten Einsatz 2008 auf der Nordschleife konnte Kurt Thiim von seinem Einsatzgerät für das 24h-Rennen ein sehr positives Fazit ziehen. „Der Wagen hat Potential und hat schon einen sehr guten Eindruck gemacht." Da die Wagen in England unter der Leitung von RJN Teamchef Bob Neville aufgebaut wurden, sitzen die Fahrer auf der rechten Fahrerseite.
Das war für Kurt Thiim zu Beginn ungewöhnlich, aber wer den Dänen kennt der weiß, aber die Umstellung war längst nicht so schwierig wie er anfangs erwartet hatte. Auf der Nordschleife sei man in schnellen Streckenpassagen etwas nervöser, da der Blickwinkel leicht versetzt sei, gab er zu Protokoll.
Im Rennen erhoffen sich Vater und Sohn Thiim, dass man mit beiden Fahrzeugen für eine Überraschung gut sein wird. Die Spitzenzeiten wird man mit einem Wagen der Klasse SP6 zwar nicht mitgehen können, aber mit konstant schnellen Rundenzeiten möchte man sich im Laufe der 24 Stunden Distanz sukzessive weiter nach vorne arbeiten

„Nissan betreibt einen sehr großen Aufwand bei dem 24h-Rennen am Nürburging. Wenn alles gut läuft und wir keine Probleme haben, dann rechnen wir mit einer Top 10 Platzierung. Das wäre ein tolles Ergebnis für uns und Nissan" so Kurt Thiim.
- Christian Reinsch - auch Photos
Photos vom 24h Stunden Rennen erscheinen auf automobilsport.com unter PHOTOS - 24h Races