
Sonntag 14.10.2007 – Die Tour findet tatsächlich statt und das, obwohl sowohl die Idee als auch die Planung eher spontan und kurzfristig erfolgte. Das Wetter wie bestellt – www.wetteronline.de hatte schon 3 Tage vorher die richtige Prognose als Trend eingestellt – lockte die Teilnehmer schon recht früh aus den Federn und in die jeweiligen Seven.
9:45 Meilenwerk Düsseldorf (zum Schmökern und Appetit machen hier die Internetadresse http://www.meilenwerk.de ) Hier am ersten Treffpunkt finden sich neben Thomas Klein (Seven Cars & Parts aus Neuss, http://www.7cars.de), einem der Hauptorganisatoren, weitere 4 Seven-Freunde aus Aachen, Düsseldorf, Neuss und Mettmann mit ihren Fahrzeugen ein. Darunter auch einer aus der Vermietung von 7Cars, welcher von zwei Kauf-Interessenten pilotiert wurde. Im Laufe dieser Tour sollte sich wieder mal zeigen, wie schnell aus Interesse Begeisterung werden kann und welch starkes Virus ein Super Seven sein kann.
Die Führung übernimmt Thomas Klein mit seiner Sylvia. Bevor hier irgendwelche Gerüchte aufkommen, es handelt sich nicht um seine neue Freundin, sondern um eine Sportwagen- Eigenentwicklung, die Thomas Klein vor einiger Zeit neben dem Seven auf die Beine gestellt hat. Und auf die Führung zurückzukommen, die hat eigentlich ein gewisser TomTom übernommen, nachdem man ihm beigebracht hat, dass er Autobahnen meiden soll.

Jedenfalls muss die Fahrt über Mettmann, an Wuppertal vorbei auf den Höhen Richtung Hattingen, erst parallel zum, dann im Ruhrtal, über Witten nach Herdecke am Harkortsee entlang und von dort zum Automuseum in Dortmund-Wellinghofen für alle Teilnehmer schon ein Erlebnis gewesen sein. 11:15 Automuseum Dortmund-Wellinghofen (www.oldiemuseum.de) Zu der Seven Karawane stoßen hier weitere 2 Fahrzeuge, ein Donkervoort aus dem Märkischen Kreis und ein Caterham Super Seven 1600 GT aus Hagen. Letzterer wird von mir pilotiert und wird bis zum nächsten Treffpunkt in Herscheid als Führungsfahrzeug dienen, da ich mit diesem Gefährt schon so manche Nebenstrecke im Sauerland unsicher gemacht habe und deshalb als Ortskundiger meine Scoutfähigkeiten angeboten habe.
Aber vorher können wir einen Blick in die Werkstatt und das Museum werfen. Hier kann man eine Menge interessanter Oldtimer anschauen. Aber auch die Werkstatt macht in Sachen Restauration und Service für Oldtimer einen ausgezeichneten Eindruck. Und darüber hinaus ist in Verbindung mit der Trattoria Mille Miglia auch für die Gaumenfreunde etwas im Angebot. Über besondere Events, persönliche Feiern bis hin zu der Möglichkeit, ein Classic-Car mit einem Hochzeitschauffeur anzumieten, wird dort einiges möglich gemacht.
Nach einer Tasse heißen Kaffees bzw. stilecht eines Cappuccinos und der Nutzung des stillen Örtchens geht es dann auf die zweite Etappe. Halt – vorher muss natürlich noch das ein oder andere Foto von der Seven-Karawane vor dem Museum geschossen werden.

12:05 Immer noch Automuseum Dortmund-Wellinghofen. Endlich geht es los. Thomas Klein lässt – wie er sagt, aus Sorge, die Zeit einzuhalten - vorsichtshalber wieder seinen TomTom mitlaufen. Wir sollen schließlich bis 13:00 in Herscheid sein und TomTom sagt eine Fahrzeit von 1 Std. 6 Min. voraus. Ob er recht hat? Oder ist der arme Kerl noch ganz durcheinander wegen des verschlungenen Weges von Düsseldorf bis Dortmund auf malerischen Nebenstrassen. Dann wird sich dieser TomTom noch wundern, denn hier kenne ich mich besonders gut aus und ich hasse es, wenn mir einer sagen will, wo ich herfahren soll. Daher ist es gut, dass ich diese Teilstrecke anführe und Thomas Klein hinter mir fährt.
Pech für ihn, denn mein Caterham wird von einem älteren Ford Kent Motor angetrieben und der schmeißt schon mal ein wenig mehr Öl nach hinten heraus. Aber es bleibt genug Sicht für die tolle Natur und auch die gesunde Landluft sollte noch genügend zu riechen sein.

Wir fahren im Konvoi Richtung Hohensyburg, bleiben aber dort auf der Hauptstraße und meiden bewusst das dortige Spielkasino (übrigens eines der umsatzstärksten überhaupt), denn wir stecken unser Geld lieber in unsere Seven als in Spielautomaten, Roulette oder Black Jack. Also schnell vorbei und die Serpentinen zum Hengsteysee hinunter. Aber aufgepasst, heute morgen standen hier schon – wie so oft - grüne Männchen mit anderen Automaten, denen zum Tempomessen, und kassierten ähnlich wie im Spielcasino ab. Dann rüber auf die Hagener Seite des Sees. In der folgenden Rechtskurve ein Gruß an die dort versammelten Sevenkollegen vom Hengsteysee und Seven Stammtisch Ruhrtal.
Also vom Hagener Norden auf der Umgehungsstraße an der Fernuniversität Hagen vorbei, Hagen Emst rechts und Haßley links liegen lassend tauchen wir beim Staplack in das Sauerland ein. Von hier ab werden wir immer parallel zur A45 bis nach Heedtfeld fahren. Mal hoch, mal runter, dann queren wir die Autobahn mal über eine Brücke, dann wieder unten durch. Vorbei am Motorrad Insidertreff Wildpark Mesekendal. Hier sind sowohl Würstchen und Steaks vom Grill als auch selbstgebackener Kuchen zu empfehlen.

Aber wir sind ja in Eile, müssen um 13:00 in Herscheid sein. TomTom prognostizierte eine Fahrzeit von 1 Std. 6 Min. Da wir erst um 12:05 in Dortmund abgefahren sind, müssen wir eher mit 13:15 rechnen, denn auf dieser tollen Nebenstrecke haben wir leider auch noch mit dem ein oder anderen Sonntagsausflügler im Auto zu kämpfen, der genüsslich mit 30 bis 50 km/h unterwegs ist und nicht unbedingt einer Horde von Seven Fahrern den Weg freimachen will.
Bei Wibblingwerde spuckt uns vorerst der Wald wieder aus und wir kreuzen wieder die A45 um auf die Hauptstraße von Heedfeld nach Lüdenscheid zu kommen. Trotz der vielen Ampeln und desm zunehmenden Straßenverkehrs kommen wir gut und ohne einen Seven zu verlieren durch Lüdenscheid hindurch. An der Klinik Hellersein vorbei – brauchen wir jetzt nicht und hoffentlich noch lange nicht, Knie und Meniskus sind trotz Seven-Fahren noch in Ordnung. Jetzt geht’s nochmals unter der A45 hindurch, links der Hauptstraße folgend an der Versetalsperre vorbei und den nächsten Hang beschleunigend hinauf, um anschließend in zwei 180° Kurven genauso schnell wieder im Tal anzukommen. Hier sollte man Speed aufnehmen, um dann den folgenden moderaten Anstieg hinauf nach Herscheid zu genießen.
Nach einer voll zu fahrenden Rechtskurve folgt eine Linkskurve – und nach dieser folgt, wenn Sie zu schnell sind, ein Passfoto, denn hier steht ein Starenkasten. Auch in unserem Konvoi hat sich so manch einer gewundert, warum denn sein Vordermann plötzlich bremst oder so gemächlich rollen lässt. Aber Fotoaufnahmen haben wir hier nicht bestellt. Die haben wir erst einige Kilometer später bei JS Spezialfahrzeuge in Herscheid selber geschossen.
13:15 JS Spezialfahrzeuge in Herscheid. Alle in Dortmund gestarteten Seven, aber auch Sylvia und unser vom Automuseum Dortmund eingesetztes Begleitfahrzeug sind in Herscheid bei JS Spezialfahrzeuge angekommen. Nach einer herzlichen Begrüßung gibt es wiederum einen kräftigen Schluck heißen Kaffees. In der Ausstellung kann das ein oder andere Spezialfahrzeug von JS angeschaut werden: Quads und Trikes.
Von der Konstruktion, den Bau, über die Vermietung, den Verkauf bis hin zu geführten Touren durch das Sauerland bietet JS viele Dinge um, für und mit diesen Spezialfahrzeugen. Und für uns übernimmt heute Jürgen Schröder von JS Spezialfahrzeuge in seinem eigenhändig gebauten Caterham Seven die Führung der Gruppe bis nach Winterberg. Diese besteht mittlerweile aus 9 Seven, einer Sylvia und einem Benz als Begleitfahrzeug vom Automuseum Dortmund.

Jetzt angeführt von dem Werks-Caterham der Firma JS pilotiert von Jürgen Schröder geht es die Serpentinen hinauf zur Nordhelle, einem beliebten Ziel für Wanderer, aber auch für Ski-Fahrer im Winter. Und darüber hinaus können Sie hier auch Drachenfliegen. Damit ist aber weder unsere Sylvia in unserer Seven-Gruppe noch irgendeine andere weibliche Person gemeint.
Die Seven hetzen die Nordhelle hinauf bis auf den Kamm des Ebbegebirges 663,3 m ü.HN. Hier kann man im Winter auf der Rodelbahn und Skipiste (mit Lift) Spaß haben bei der Abfahrt. Aber auch unsere Gruppe hat viel Spaß bei der anschließenden Abfahrt auf der anderen Seite des Bergkammes. Hier sind Sie zumindest sicher, dass Sie in kein Funkloch fahren können, denn es gibt hier allein 3 Sendetürme (Fernmeldeturm der Deutschen Telekom, Fernsehturm des WDR und Fernmeldeturm der Bundeswehr).
Von dort geht es weiter zur Listertalsperre (1912 gebaute Talsperre bei Hunswinkel mit 22 Mio. m³ Stauinhalt und seit 1965 ein Seitenarm der Biggetalsperre). Am Ufer entlang bis zur Biggetalsperre: Diese dient der Regulierung von Ruhr und Lenne sowie der Wasserversorgung des Ruhrgebietes. (gebaut von 1956 bis 1965, Stauvolumen 150 Mio. m3, größte Tiefe 52 m). Beide Seen haben sich zu Touristenmagneten entwickelt, die neben den Möglichkeiten zum Wassersport wie Segeln, Surfen, Paddeln, Angeln und Tauchen auch viele Rad- und Wanderwege sowie zwei Personenschiffe anbieten.
Aber wir haben keine Zeit und wollen auch nicht baden gehen, sondern über die Brücke auf die andere Seite des Biggesees. Der Verkehr nimmt auf der anderen Seite des Sees durch die vielen Sonntagsausflügler per Auto oder Motorrad deutlich zu. Aufgrund der Enge der Uferstraße können wir hier nur in gemäßigtem Tempo weiterfahren. Dafür entschädigt uns aber der Blick auf den See mit den vereinzelt noch aufkreuzenden Segelbooten.
Nächstes Zwischenziel ist ein Open-Air-Fotostudio, genauer gesagt ein besonderer Ort, der die richtige Kulisse für ein Fotoshooting für unsere Seven-Gruppe bildet, und zwar der kleine Parkplatz der Kunstschmiede Klute und Galerie in der Waldemei im Ortsteil Schmallenberg-Waldemei. Hier kann man die tollsten Skulturen und Kunstschmiedestücke aus Stahl in einem großzügig angelegten Park und der geschmackvoll eingerichteten Galerie begutachten. Unsere Seven und auch Sylvia waren hier leider nicht so gern gesehen, weil wir mit unserem Autokorso den kleinen Parkplatz doch ein wenig mehr in Beschlag nehmen. Nachdem einige Gruppenbilder mit Dame Sylvia geschossen sind, räumen wir auch unverzüglich diesen Ort wieder zur Erleichterung der Galeriebesitzer.
Die nächste Anlaufstelle ist für uns der Kahle Asten, ein mit 841,9 m hoher Berg des Rothaargebirges, irrtümlich auch als höchster Berg von NRW bezeichnet. Dieses ist jedoch mit 843,2 m der Langenberg auf der Landesgrenze zu Hessen. Dort wird uns unsere heutige Tour aber nicht hinführen, sondern direkt auf den höchst gelegenen Parkplatz auf dem Kahlen Asten. Dieser ist durch die zahlreichen Ausflügler jedoch so voll, dass wir hier keine Rast machen können, sondern nach einer Ehrenrunde auf dem Parkplatz die Weiterfahrt unmittelbar aufnehmen, ohne vorher auf dem Astenturm (863 m) den herrlichen Panoramablick über das Sauerland oder im höchstgelegenen Hotel-Restaurant NRWs das besondere Ambiente zu genießen.

17:00 in Winterberg werden die Seven auf dem Parkplatz vor der Bobhütte eingeparkt. Auch Sylvia muss draußen bleiben. Wir dagegen nehmen auf der Terrasse Platz und genießen den Blick hinunter auf Winterberg, auf die direkt unter uns liegende Bobbahn und die Fernsicht bis hinüber zur Sprungschanze auf der anderen Seite des Tales. Inzwischen verschwindet die Sonne hinter dem Haus und es wird schon deutlich kälter hier oben. Deshalb beschließen wir, zum Essen doch lieber rein zu gehen, um uns für die noch zu bewältigende Rückreise zu stärken.
Essen und Trinken waren gut und die Bedienung freundlich und schnell. Bei diesem Seven- Abendmahl wurde reichlich gefachsimpelt über die zurückgelegte Tour, über die Fahrzeuge, über Rennen und sonstige Erfahrungen mit und um unsere Seven. Man ist sich einig dass dies nicht die letzte Ausfahrt sein soll und eine eventuelle Wiederholung z. B. in die Eifel gehen könnte. Aber dass wird sicherlich erst im nächsten Jahr der Fall sein, da für einige Seven die aktive Zeit für 2007 mit dem Saisonkennzeichen bald vorbei sein wird.
18:00 immer noch Winterberg. Die Tour in den goldenen Oktober wird hier und jetzt am geplanten Zielort beendet und die Rückreise je nach Heimatort in kleineren Gruppen bzw. allein angetreten. Einige steuern noch in Winterberg eine Tankstelle an, um noch genügend Sprit aufzunehmen für die Heimreise und schlagen dann den kürzesten oder schnellsten Weg über eine der angrenzenden Autobahnen Richtung Köln oder Hagen ein.
Ich dagegen gönne mir noch etwas Zeit und nehme mir noch eine Route über die schönen kleinen Landstraßen vor. Dabei lasse ich mir assistieren von meinem kleinen Freund Garmin. Dieser führt zuerst nach Nichtringhausen, weil ich noch nicht in Winterberg nachgetankt habe, sondern erst einmal aus dem Touristenrummel herauskommen wollte und jetzt die Tankuhr langsam die nahende Ebbe anzeigt. Also lasse ich von Garmin schnell die nächste Tankstelle orten. Das ist eine Shelltankstelle in Nichtringhausen.
Inzwischen geht die Sonne immer schneller hinter dem Horizont unter und es wird kalt. Gut, dass ich sowohl Handschuhe als auch Mütze im Rucksack dabei habe. Also vollgetankt, Bleizusatz für 25 Liter in den Tank, die eiserne Ration von zwei Stückchen Marmorkuchen vertilgt. Mit Mütze und Handschuhen bestens gerüstet trete ich nun die Heimreise über Plettenberg und Herscheid an. Der Sonnenuntergang lässt mich noch das ein oder andere Mal einen kurzen Stopp zum Fotografieren einlegen.
Die Landschaft ist einfach herrlich in dieser Abenddämmerung und die Straßen sind gänzlich Leer, bis ich in das Stadtgebiet von Plettenberg komme. Um 19:15 komme ich nochmals an JS Spezialfahrzeuge in Herscheid vorbei. Es brennt die Abendbeleuchtung, aber sonst ist kein Mensch anzutreffen. Wahrscheinlich sitzen Jürgen Schröder und seine Co-Pilotin schon im warmen Wohnzimmer bei einem kühlen Bier oder einem schönen Rotwein. Ich dagegen werde jetzt noch ca. 15 Minuten brauchen, an der Versetalsperre vorbei bis zur Autobahnauffahrt Lüdenscheid Süd. Dann sind es von dort auf der A45 nur noch knapp 30 Minuten bis nach Hause in Hagen.

Und richtig – genau um 20:00 stelle ich meinen Caterham Super Seven 1600 GT nach einer erfüllten Ausfahrt zum goldenen Oktober in meiner Garage wieder ab. Es war eine absolut gelungene Ausfahrt durch das schöne Sauerland in einer angenehmen Atmosphäre mit 9 Seven und einer Sylvia. Ich wünsche allen Teilnehmern schöne Erinnerungen an diese Tour und würde mich freuen, wenn es zu Wiederholungen kommen sollte.
- Thomas Klein auch Photos