ADAC Rallye Deutschland:
Nicht nur, dass beide riesigen Spaß bei ihrem ersten WM-Lauf hatten – sie gewannen auch auf Anhieb die Dieselwertung. Mit mindestens ebenso viel Eifer und Spaß war RTS-„Senior" Wolfgang Ehlhardt dabei, schließlich ist er bereits vor rund 30 Jahren während der Hunsrück-Rallye über Teile der Strecken gefahren.
Eigentlich konnte die Rallye Deutschland für Patrick Anglade (Losheim) und seinen Stamm-Beifahrer Stefan Clemens nur ein Erfolg werden, denn es war so etwas wie eine Jubiläumsfahrt. Bereits 15 Rallyes haben die beiden jetzt gemeinsam bestritten, wobei der Start bei der Rallye Deutschland zweifelsohne den Höhepunkt schlechthin bildet.
Mit vielen neuen und hilfreichen Erfahrungen und dem Sieg in der Dieselwertung in der Tasche ist es kein Wunder, dass beide die Veranstaltung als „einfach perfekt" beschreiben. „Bereits Donnerstag beim Shakedown ahnten wir, dass es eine tolle Rallye werden würde", erzählt Stefan Clemens und sein Fahrer ergänzt: „Nachdem wir an den ersten beiden Tagen einfach unser Programm abgespult haben und ganz normal gefahren sind, schien für uns der sieg in der Dieselwertung nach den technischen Problemen von Horst Rotter zum Greifen nahe.
Und das beim WM-Lauf – ein großartiges Gefühl." Am Sonntag mussten sie dann aber noch einmal alles geben, um die Führung zu behaupten – „Und das haben wir auch getan", so Anglade. „Wir haben auch erst zwei Prüfungen später von dem erneuten Ausfall von Horst erfahren. Bis dahin haben wir richtig Gas gegeben, aber auf den letzten 3 WPs konnten wir es dann wieder etwas ruhiger angehen lassen."
Für Beifahrer Clemens hat die Rallye aber noch etwas Wichtiges gezeigt: „Patrick vertraut mir als Beifahrer zu 100 Prozent. Das habe ich vor allem auf den Weinbergprüfungen gesehen. Um dort als Fahrer schnell zu sein, muss man seinem Beifahrer einfach komplett vertrauen. Ich bin sehr froh, dass Patrick dieses Vertrauen in mich hat. Wir sind ein richtig eingespieltes Team und es macht uns von WP zu WP, die wir gemeinsam fahren, mehr Spass."
Ohne die Unterstützung des Teams wäre es natürlich gar nicht erst so weit gekommen, da ist sich auch Anglade sicher: „Ich möchte mich bei allen bedanken, die die ganze Woche im Service alles dafür getan haben, dass wir immer ein perfekt vorbereitetes Auto hatten. Ohne euch wären wir aufgeschmissen gewesen!"
Wenn die Erinnerungen wach werden...
Vor dem Start war Wolfgang Ehlhardt (Kusel) fast genauso aufgeregt wie vor 30 Jahren. Von damals kennt er auch Teile der ADAC Rallye Deutschland, denn zum Beispiel auf der Panzerplatte wurde schon bei der Hunsrück Rallye gefahren.
„Aber die Strecken sind mit denen von heute kaum noch zu vergleichen. Der Beton war früher noch viel besser, der ist mit den Jahren deutlich schlechter geworden. Und die Streckenführung war auch eine ganz andere – und, natürlich, waren die WPs auch viel länger." Und so begab sich Ehlhardt mit seiner Beifahrerin Edda Walter auf „Erinnerungsfahrt".
Nach einer unsanfteren Landung in den Weinbergen am Freitag musste Ehlhardt den ersten Tag vorzeitig beenden, konnte aber dank der SupeRallye- Regelung am Samstag wieder auf die Strecke gehen:
„So haben wi r für die Prüfungen, bei denen wir am Freitag nicht am Start waren, Strafzeiten kassiert, dafür dürfen wir wieder starten. Aber das ist vollkommen ok. Wir haben hier nichts zu verlieren und es geht hauptsächlich darum, Spaß zu haben und ordentlich Rallye zu fahren- und dazu gehört natürlich auch, dass wir am Sonntag über die Zielrampe fahren."
Kurzzeitig bekam also das Team rund um RTS-Teamchef Michael Fröhlich etwas mehr zu tun, denn an Ehlhardts Auto mussten für den Re-Start die Spuren des Weinberges noch entfernt werden. Der Samstag verlief für das „Senior-Team" glücklicherweise so gut wie problemlos.
„Auf der Panzerplatte haben wir uns etwas eingefangen, aber das ist dort auch nicht so schwierig. Als Privatfahrer macht es auf der Panzerplatte und vor allem auf der WP „Erzweiler" nur noch wenig Spaß. Die Strecken sind so hart und materialmordend, so dass man nicht mehr versucht, so schnell wie möglich zu fahren, sondern so reifenschonend wie möglich. Aber von der Atmosphäre her ist das großartig. Das weitläufige Gebiet und die Unmengen an Zuschauern….das gefiel mir", so der Fahrer.
Den letzten Tag prägte laut Ehlhardt „das Bibbern, dass das Auto hält". Die Folgen des Ausrittes in den Weinberg spürte er am Sonntag ganz deutlich. Auf WP 16 wurden sie dann für jeden sichtbar:
„Das Auto fing an zu schwimmen und 6 Kilometer vor dem Ziel löste sich der Reifen auf. Wir sind zwar ins Ziel gefahren und haben den Reifen gewechselt, aber das Radieren hörte nicht auf. Das lag wahrscheinlich daran, dass das Auto durch den Unfall krumm ist, denn ein Rad war vorne weg. Wir haben eigentlich nur noch gehofft, dass wir es bis ins Ziel in Trier schaffen."
Mit Platz 5 in der Dieselwertung und der Erinnerung an die „gigantische Atmosphäre" während des Stadtrundkurses „Circus Maximus" zeigte sich Ehlhradt am Ende durchaus zufrieden. „Die Zuschauer blieben dort bis zum letzten Auto. Das würde ich mir auch bei anderen Veranstaltungen so wünschen. Für die Fahrer zumindest ist das klasse."
- Markus Schramm, Katharina Brüggmann-
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