Nach langer Führungsarbeit von Christian Hohenadel und Phillipe Dumas im Hexis Aston Martin DBRS9 erkämpfte sich das Brüderpaar Jörg und Tim Bergmeister den Sieg im Samstagsrennen des ADAC GT Masters auf dem Eurospeedway Lausitz. Damit baute Tim Bergmeister seine Führung in der Meisterschaft auf 7 Punkte Vorsprung auf Christopher Haase / Albert von Thurn und Taxis im team flatex reiter Lamborghini Gallardo aus.
Die beendeten das 60 Minuten lange Rennen mit Rang 3 noch auf dem Podium. Mit Ausnahme einer drei Runden langen Safety Car Phase nach einem Unfall in der ersten Runde zeigten die Akteure des ADAC GT Masters wieder einmal GT-Sport vom Feinsten.
Das Rennen
Christian Hohenadel bestimmte das Tempo zum Start des elften Wertungslauf des ADAC GT Masters 2008. Mit deutlich gebremsten Schaum bog Hohenadel von Turn 3 auf die Start-Ziel Geraden ein und nahm erst spät nach Freigabe Tempo auf. Davon profitierte Martin Matzke (#31 MM Racing Corvette), der sich von der achten Startposition auf den zweiten Rang nach vorne schob. Hinter dem jungen Tschechen sortierten sich von Thurn und Taxis, Tim Bergmeister, Schmickler, Robert und Alfred Renauer sowie Michael Raja ein. Nicht wenige Piloten hatten mit dem Start ihre Probleme.
So kam es zu Unstimmigkeiten zwischen Oliver Mayer (#18 Corvette), Julien Rodrigues (#30 Aston Martin) und Kenneth Heyer (#5 Matech Ford GT). Die drei Fahrzeuge berührten sich, wobei es Heyer am Schlimmsten traf. Der Wegberger parkte seine blaue Flunder mit starken Beschädigungen am Heck im Kies und die Rennleitung schickte das Safety Car auf die Piste.
Drei Runden lang sortierte sich das Feld wie eine Perlenschnur hinter dem Führungsfahrzeug, dann ging die Jagd um Ruhm und Ehre weiter. Christian Hohenadel enteilte dem Feld beim Restart umgehend, auch Martin Matzke konnte sich schnell ein kleines Polster zu den Verfolgern schaffen. Schon in der siebten Runde hatte Matzke bereits sechs Sekunden Vorsprung auf den Lamborghini von Thurn und Taxis.
Ab Rang 3 jedoch ging es hoch her. Albert von Thurn und Taxis kämpfte vehement gegen Tim Bergmeister im Porsche. Ebenso auf schnellen Vormarsch eingestellt war Oliver Mayer. Die #18 Corvette von Toni Seiler Racing rollte das Feld nach dem Unfall in der ersten Runde von hinten auf. Nach jedem Umlauf wanderte der Eintrag auf dem Zeitenmonitor konsequent nach oben.
Bis zu drei Konkurrenten pro Runde wurden von Mayer aufgeschnupft. Doch der Vorwärtsdran sollte durch die Rennleitung jäh gestoppt werden. Da Mayer (als auch Rodrigues in der #30) beim Restart zu früh auf dem Gas gewesen war, bekam er eine Durchfahrtsstrafe wegen Überholens unter Gelb aufgebrummt.
An der Spitze verbesserte Hohenadel seine Rundenzeiten immer wieder und baute seinen Vorsprung auf 3,7 Sekunden im elften Umlauf aus. Matzke blieb gefahrlos Zweiter, doch dahinter tobte der Bär. Tim Bergmeister setzte sich mal neben, mal direkt hinter von Thurn und Taxis, doch es fans sich kaum ein Weg vorbei. Dass der Porsche 997 Cup S von Bergmeister schneller war, schien offensichtlich, dennoch wollte der Tabellenführer kein Risiko zur Rennhalbzeit eingehen und blieb hinter dem weißen Lamborghini Gallardo.
Albert von Thurn und Taxis eröffnete die Pflichtboxenstopps mit einer Mindestdauer von 90 Sekunden in Runde 14, was Bergmeister zumindest kurzzeitig freie Fahrt verschaffte. Während die Spitzenteams nach und nach die Box aufsuchten, ließ Hexis Racing keine Anzeichen für den Pflichtstopp sichtbar. Erst ganz zum Ende des Boxenstoppfensters rollte der silberne Aston Martin in die Boxenstraße zum Fahrerwechsel.
Philippe Dumas hatte jedoch zu Beginn noch Probleme seinen Rhythmus zu finden. Nur eine Runde nach der Übergabe vergab der Franzose den inzwischen auf 18 Sekunden angewachsenen Vorsprung durch einen Dreher. Mit gerade noch 7 Sekunden auf der Uhr zog Dumas schließlich seine Runden. Jörg Bergmeister hatte den #15 Porsche Cup S von Bruder Tim übernommen und machte sich auf die Jagd nach der Führung.
Zwischen ihm und Dumas lag jedoch noch der Lamborghini von Christopher Haase. Der kämpfte jedoch mit immer weiter nachlassenden Reifen und dadurch bedingter ungewöhnlicher Linienwahl. Daher hatte Jörg Bergmeister nur wenig Mühe in Runde 27 neben den Lamborghini zu fahren und Turn 1 dank besserer Linie zum Überholen zu nutzen. Nachfolgend zog Bergmeister im Spitzentempo seine Bahnen.
Zwischen acht und neun Zehntel Sekunden machte er auf den führenden Dumas gut. Rechnerisch nur noch eine Frage der Zeit bis zum Aufschließen. In Runde 34 betrug der Abstand keine volle Sekunde mehr. Dumas war klar, dass er den nach vorne drängenden Porsche nicht würde halten können.
Als Jörg Bergmeister den ernsthaften Versuch zur Übernahme der Führung in Runde 36 übernahm, wehrte sich Dumas nicht wirklich und machte in Turn 1 wohlweislich Platz. In den verbleibenden drei Runden setzte sich Bergmeister noch um 3,5 Sekunden ab und sorgte für den zweiten Sieg des Mühlner Porsche in diesem Jahr vor Dumas / Hohenadel sowie Haase / von Thurn und Taxis.
"Mein Start an sich war gut", so Tim Bergmeister. "Aber als Hohenadel noch mal das Tempo verringert hat, bin ich etwas aufgelaufen und musste den Lambo durchlassen. Als ich merkte, dass ich in meinem Stint nicht mehr vorbei kommen würde, habe ich lieber nichts riskiert. Man hätte sicher härter fahren können, aber zur Rennhalbzeit hätte das keinen Sinn gemacht." Mit Rang 1 baute Tim Bergmeiste seine Führung auf nun 7 Punkte vor Haase / von Thurn und Taxis aus.
Hexis Racing zwischen Freud und Leid
Rang 2 für Hohenadel / Dumas entsprach dem von Christian Hohenadel erträumten Ziel des Podiums. Dennoch ärgerte sich Philippe Dumas über den entgangenen Sieg. "Christian hat das Rennen für uns geholt heute. Leider habe ich nicht schnell genug das richtige Gefühl und den Rhythmus für das Auto gefunden.
Der Dreher von mir hat uns den Sieg gekostet." Hohenadel freute sich dennoch: "Der Start war perfekt, ich bin gut weg gekommen. Danach habe ich einfach nur versucht mich abzusetzen und vorne zu bleiben."
Kurzes Rennen für Matech
Der Unfall in Runde 1 bedeutete für den Ford GT von Kenneth Heyer und Marc Hennerici leider gleichzeitig auch das Ende des Rennwochenendes. "bei dem Aufprall ist ein Knotenpunkt in einem Gußteil, dass die Aufhängung hält, gebrochen. Das können wir hier vor Ort nicht schweißen, was jedoch nötig werde. Leider ist unser Wochenende mal wieder sehr früh vorüber", so ein enttäuschter Kenneth Heyer.
Kein Ergebnis für Kessel Racing
Freddy Kremer und Thomas Wille mussten ebenfalls ohne Wertung den Samstag beenden. Ein Kühlerschaden stoppte den Ferrari 430 GT3 nach 14 Runden im Auslauf von Turn 1.
Mühlner im Freudentaumel
Gleich alle drei Porsche 997 GT3-Cup S brachte das Mühlner Motorsport Team ins Ziel und vor allem in die Punkte. Nicht nur der Sieg ging an die Truppe aus Spa, auch die Ränge 6 (Häring / Steiner) und 7 (de Grot / van de Laar) belegten von Mühlner betreute Fahrzeuge.
"Ich bin sehr glücklich", so Bernhard Mühlner. "Das war beste Werbung für uns und ein Beweis, dass die Autos von uns halten und schnell sind." Mit dem Sieg von Bergmeister / Bergmeister zog Mühlner Motorsport zudem in der Teamwertung mit flatex reiter gleich. Beide Mannschaften haben nun 75 Zähler auf dem Konto.
- SRO -