Der Sieg im fünften Saisonrennen der ADAC GT Masters ging an Klaus Ludwig/Dominik Schwager in der Toni Seiler Racing Corvette. P2 ging an das Team FlatEx-Reiter mit Marius Ritskes/Jan Lammers vor der Mühlner Motorsport Crew Marc Basseng/Tim Bergmeister. Mühlner Motorsport Pilot Bergmeister baute damit seine Führung in der Meisterschaft weiter aus. Da alle nach dem Nürburgring auf Rang 2 liegenden Piloten patzten, hat Bergmeister nun ein Polster von 10 Zählern.
Einen perfekten Start erwischte Dominik Schwager in der #19 Toni Seiler Corvette Z06. Das gewaltige Drehmoment des V8 Motors nutzend beschleunigte Schwager schon früh und setzte sich umgehend ab. Sebastian Asch (ARGO Racing Lamborghini), Jeroen Bleekemolen (Mühlner Porsche), Kenneth Heyer (Matech Ford GT), Harald Becker (ARGO Lamborghini) und Marc Basseng (Mühlner Porshe) bildeten die Verfolgergruppe. Ein Dreher von Manuel Lauck im #28 Porsche ließ alle Beteiligten kurz den Atem anhalten. Bei der Ausfahrt aus der Grundigkehre drehte sich der schwarze 997 Cup ein und geriet mit dem folgenden von Schnabl Engineering betreuten Porsche 997 Cup von Johannes Stuck aneinander. Lauck musste sein Fahrzeug mit beschädigtem Wasserkühler abstellen, Stuck hatte eine gebrochene Felge hinten links zu beklagen. Mit waidwundem Auto schleppte der sich zurück an die Box zum Radwechsel. Schwager ließ den Verfolgern keine Chance und fuhr direkt eine Lücke auf, die er von Runde zu Runde vergrößerte. Nach vier Umläufen stand bereits ein Vorsprung von 1,2 Sekunden auf der Uhr. Vor allem zwischen Becker und Basseng entspannte sich in den folgenden Runden ein harter Kampf um Position 5. Basseng konnte im #15 Mühlner 997 Cup S in der Dutzendteichkehre vorbei gehen, Becker schlug in der Grundigkehre zurück. Mehrfach ging es nebeneinander um den Stadkurs in Nürnberg. Harald Becker verteidigte seinen guten Platz vorerst, doch Basseng ließ nicht locker. Durch den Zweikampf schloß Jiri Janak im #14 Mühlner Porsche auf und sorgte für zusätzlichen Druck auf Basseng. Um den letzten Punkteplatz stritten sich derweil Albert von Thurn und Taxis (#1 Gallardo) und Oliver Mayer in der #18 Seiler Corvette.
An der Spitze blieb lediglich Dominik Schwager unbehelligt, der in Runde 12 bereits 4,2 Sekunden Vorsprung hatte. Jeroen Bleekemolen machte sich am Heck von ARGO Lamborghini (Sebastian Asch) zu schaffen und wollte auf Rang 2 vorrücken. Asch sicherte diesen Platz jedoch ab und ließ Bleekemolen keinen Raum zum überholen. Noch immer hoch her ging es zwischen Becker, Basseng und Janak. Becker hatte sich nur kurz von den beiden Mühlner Porsche lösen können und hatte nun beide 997 Cup S im Genick sitzen. Alle Positionskämpfe wurden jedoch in der 19. Runde eingefroren. Albert von Thurn und Taxis geriet im Schöller S abseits der Ideallinie auf den schmutzigen Teil der Fahrbahn und drehte den Gallardo in die Mauer. Da das Fahrzeug nicht mehr fahrtüchtig war, schickte die Rennleitung das Safety Car auf die Bahn. Schwager verlor damit seinen auf nun schon 7,3 Sekunden angewachsenen Abstand.
Beim Restart wiederholte Dominik Schwager den "fliehenden" Start und setzte sich erneut ab. Kenneth Heyer verlor im Matech Ford GT nach der Grundigkehre an Boden und musste Stippler, Basseng und Becker vorbeilassen. Basseng nutzte zudem die Situation und ging an Becker vorbei. Gleichzeitig öffnete sich auch das Fenster für den Pflichtboxenstopp, was umgehend von Rusinov, Ritskes (/beide flatex reiter Gallado) und Meir (G Private Corvette) genutzt wurde. Einen weiteren Rang verlor Kenneth Heyer an Martin Matzke (MM Corvette), bog dann aber ebenfalls in die Boxengasse ab. Aus der Spitzengruppe war Harald Becker der erste Besucher in der Box. Die Reihung lautete nun Schwager, Asch, Bleekemolen, Basseng, Janak, Matzke und Rodrigues (Aston Martin). Schwager stoppte in Runde 34, Asch in 35. Mühlner Motorsport holte alle drei Porsche 997 Cup S im 37. Umlauf herein.
Klaus Ludwig übernahm die Seiler Racing Corvette und setze die Erfolgsfahrt fort. 7,8 Sekunden lag Ludwig vorne, als das Feld sich wieder sortierte. Dahinter dann Tim Bergmeister, Jan Lammers, Frank Kechele, Frank Stippler, Jiri Skula und Marc Hennerici. Der übertrieb es beim Kampf um die Plätze und leistete sich einen Dreher. Frank Kechele schied ebenfalls aus der Spitzengruppe aus, als er den Bremspunkt in der Dutzendteichkehre mit nachlassender Bremse verpasste und den ARGO Gallardo in einen Dreher zwingen musste. Dabei touchierte er einen Reifenstapel und musste das Auto abstellen.
Durch den Ausfall von Kechele rückte Michael Raja in die Punkteränge vor. Hinter Ludwig bekam Bergmeister Gesellschaft von Jan Lammers. Nach dem frühen Stop des Gallardo trumpfte der Niederländer auf und hatte sich bis auf P3 vorgefahren. Lammers setzte Bergmeister immer wieder unter Druck und konnte schließlich auf Rang 2 fahren. Klaus Ludwig brachte Toni Seiler Racing den ersten Sieg nach 65 Runden vor Lammers und Bergmeister. Auf einen feinen vierten Platz rutschten Skula / Matzke vor, nachdem der eigentliche Viertplatzierte Gallardo von Asch / Schmickler eine Durchfahrtsstrafe wegen vermeidbarer Berührung im Positionskampf bekamen. Umgewandelt in eine Zeitstrafe von 30 Sekunden fielen sie von P4 auf P9 zurück.
"Ich hatte gar keine richtige Taktik für das Rennen", gestand Sieger Dominik Schwager. "Nachdem wir nur wenig Fahrzeit in den Trainings hatten, konnte ich auch das Potential des Autos nicht hundertprozentig einschätzen. Der Start ist mir geglückt und konnte mich schnell absetzen. Zwar hat das Safety Car meinen Vorsprung wieder zunichte gemacht, aber der Restart glückte mir wieder in gleicher Weise. Danach bin ich kontrolliert meinen Stint zu Ende gefahren. Denn auf der letzen Rille hätte es hier keinen Sinn gemacht, da verliert man auf Dauer nur." Seine Tabellenführung ausbauen konnte Tim Bergmeister. 10 Zähler trennen den Mühlner Motorsport Piloten nun von den Verfolgern.
Zweimal Pech für flatex team reiter
Schon früh war die Jagd auf eine Top 10 Platzierung für den Lamborghini Gallardo mit der #2 zuende. Die zehnte Runde war noch nicht abgelaufen, als Roman Rusinov mit platten linkem Hinterreifen in die Boxengasse musste. "Auf dem Weg vom Fahrerlager in die Startaufstellung muss ich mir irgendwas in den Reifen gefahren haben", ärgerte sich Rusinov. "Nach und nach wich so die Luft aus dem Reifen und das Fahrverhalten wurde immer nervöser. Schon beim Start merkte ich, dass was nicht stimmte, konnte es aber nicht genau lokalisieren. Und dann war der Reifen auf einmal völlig hinüber." Rang 14 sollte am Ende wenig befriedigend sein.
Punktlos blieben auch Christopher Haase und Albert von Thurn und Taxis in der #1. Auf Rang 8 liegend drehte sich von Thurn und Taxis im Schöller S in die Mauer. Hinten rechts schlug der Gallardo ein und blieb mit deftigen Kunststoffschaden sowie abgeknicktem Rad liegen. "Das war mein Fehler", gab sich Albert von Thurn und Taxis selbstkritisch. "Ich bin von der Ideallinie auf den dreckigen Teil der Strecke gekommen und bin abgeflogen. Abfangen war nicht mehr möglich. Ich hoffe nun, dass wir das Auto für den Sonntag hinbekommen. Die Bestandsaufnahme ergab, dass der Rahmen wohl nicht so viel abbekommen hat."
Matech GT mit Nuller
Nach einer guten Startphase mussten Kenneth Heyer und Marc Hennerici einige Platzverluste hinnehmen. Ein Dreher von Hennerici sorgte zusätzlich für einen Rückfall im Klassement. 11 Runden vor Schluss musste Hennerici schließlich an der Box mit defekter Zündspule aufgeben.
Erste Punkte für MRP Motorpsort
Rang 7 und zwei Zähler lauteten die Bilanz für Michael Raja und Alfred Renauer. Beim Start agierte Renauer zu vorsichtig und verlor 10 Plätze. "Ich habe die Reifen an der Hinterachse nicht auf Temperatur bekommen und war dementsprechend vorsichtig. Nach zwei Runden lief es dann besser und die Rundenzeiten waren auch wieder in Ordnung. Aber es wäre heute sicher noch mehr drin gewesen", so Renauer. "Nach dem Qualifying habe ich schon von den ersten Punkten geträumt", schilderte Raja die Lage. "Von daher bin ich völlig zufrieden mit dem Ergebnis. Alfred kannte das Auto vor diesem Wochenende noch gar nicht und hat sich hervorragend geschlagen."
Aston Martin mit Minimalziel
Die Endpositionen 6 und 8 bedeuteten für Hexis Racing das Erreichen des Minimalziels. "Von Rang 14 auf 8 ist in Ordnung, mehr konnten wir aus eigener Kraft nicht erreichen", erzählte Christian Hohenadel. "Unser Schwachpunkt hier ist eindeutig die Bremse, die Bremspunkte musste ich am Ende weit vorverlegen."
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