Tim Bergmeister und Marc Basseng (#15 Mühlner Motorsport Porsche) heißen die Sieger im sechsten Wertungslauf des ADAC GT Masters am Norisring. Rang 2 ging an Christopher Haase / Albert von Thurn und Taxis (#1 flatex team reiter Lamborghini) vor Sascha Bert / Alois Meir (G-Privat Corvette. Bergmeister hat seinen Vorsprung in der Tabelle damit weiter ausgebaut, Haase / von Thurn und Taxis liegen nun allein an zweiter Stelle, 12 Zähler zurück.
Das nach 44 Minuten frühzeitig hinter dem Safety Car mittels roter Flagge abgebrochene Rennen wurde von einem schweren Unfall von Frank Kechele (#4 ARGO Lamborghini) und Peter Kox (#2 flatex team reiter Lamborghini) überschattet. Beide Piloten wurden jedoch glücklicherweise nicht schwer verletzt, wurden jedoch zur Vorsicht ins Medical Center gebracht.
Kurzes Rennen
Marc Hennerici präsentierte den Zuschauern an der Noris einen lupenreinen Fluchtstart. Schon in der Grundigkehre hatte der Mayener gut drei Wagenlängen Vorsprung auf Christopher Haase, Peter Kox sowie Sascha Bert, der von 7 auf 4 vor kam. Bert überholte in der zweiten Runde erst Kox, dann Haase im Handstreich und hatte damit seinen ursprünglichen Startrang (ohne Sportstrafe) wieder inne. Frank Kechele, Toni Seiler, Jan Lammers, Tim Bergmeister, Frank Stippler und Frank Schmickler folgten auf den Plätzen 3 bis 10. Mit viel Schub unterwegs war Klaus Ludwig. Von ganz hinten gestartet, lag Ludwig in der #19 Seiler Racing Corvette bereits auf dem 11. Rang und machte sich am Gallardo von Schmickler zu schaffen, der Rang 10 noch im gleichen Umlauf an Ludwig verlor.
Sascha Bert machte derweil Jagd auf Hennerici und fing diesen schnell ein. Schon nach weniger als 6 Minuten Fahrzeit hing Bert direkt hinter dem Ford GT von Hennerici und holte sich zügig die Führungsposition. Hennerici konnte das Tempo nicht mitgehen, so dass Bert bereits eine Runde später 1,2 Sekunden Vorsprung auf dem Konto hatte. Mit Kupplungsproblemen unterwegs war Thomas Wille im Kessel Ferrari. Ein Dreher gleich zu Beginn hatte den Mann aus Liechtenstein ans Ende des Feldes verfrachtet. Christopher Haase musste sich aurf Rang 3 einem Angriff von Teamkollege Peter Kox erwehren, parierte aber gekonnt bei der Anfahrt zur Grundigkehre. Schnellster Mann auf der Piste war immer noch Klaus Ludwig, der Position um Position gewann. Im zehnten Umlauf musste Jan Lammers (Platz 6) auf der Start / Ziel Geraden dran glauben. In der gleichen Runde setzte Ludwig auch die beste Rundenzeit in 52,206 Sekunden.
Damit war der Vorwärtsdrang der #19 Corvette noch nicht gebrochen. Während Sascha Bert 2,7 Sekunden in Front lag, schnupfte Ludwig erst Frank Kechele, dann Peter Kox auf. Den härtesten Widerstand leistete schließlich Christopher Haase auf Rang 3. Immer wieder vereitelte der junge Franke Überholversuche von Ludwig und fuhr Kampflinie. Bis zum Ende der 17. Runde konnte Haase die Corvette hinter sich halten, dann zog Ludwig wieder auf der Geraden vorbei.
Nach gut 19 Rennminuten erlebten Teams und Zuschauer eine Schrecksekunde. Auf der Anfahrt zur Grundigkehre rauschte Frank Kechele im ARGO Gallardo nahezu ungebremst in das Fahrzeug von Markenkollege Peter Kox. Während sich der Niederländer derart getroffen weg drehte, rutschte Kechele weiter geradeaus in die Streckenbegrenzung. Kechele entstieg dem bis zur Frontscheibe gekürzten Gallardo selbstständig, ebenso Peter Kox. Beide Piloten wurden jedoch zum Check ins Medical Center der Strecke gebracht, von wo später Entwarnung gegeben wurde. Es konnten keine ernsthaften Verletzungen diagnostiziert werden. Die Rennleitung entsandte das Safety Car auf die Strecke und fing das Feld ein.
Nur wenig später öffnete sich das Boxenstoppfenster und ca. die Hälfte des Feldes nutzte diese Möglichkeit umgehend. Ein gewagtes Spiel ging die flatex team reiter Mannschaft ein, als sie Albert von Thurn und Taxis wieder los schickten just in dem Moment, wo das Safety Car wieder auf die Geraden einbog. Von Thurn und Taxis rollte um den Bruchteil einer Sekunde noch über die Linie, bevor die Boxenampel auf Rot sprang. Dominik Schwager, welcher die #19 Corvette übernahm, hatte weniger Glück und musste warten. Doch auch die Lamborghini Mannschaft hatte sich leicht verschätzt. Um 51 Tausendstel verfehlte man die Mindestzeit von 75 Sekunden, was mit einer Stop & Go Strafe geahndet wurde. Perfekte Arbeit leistete hingegen Mühlner Motorsport, die eine Runde später in die Box kamen und entsprechend weniger Verkehr in der schmalen Boxengasse vorfanden. Einzige Teams ohne Stopp waren zu diesem Zeitpunkt Bert / Meir und Lammers / Ritskes. Sie folgten in den Runden 30 (Bert / Meir) und 31 (Lammers / Ritskes).
Chefstrategin Renate Mühlner hatte klug taktiert und ihre Piloten Bergmeister / Basseng in Führung vor Haase / von Thurn und Taxis gebracht. Bet / Meir reihten sich als Dritte wieder ein. Positionskämpfe sollten jedoch nicht mehr entstehen. Nach 25 Minuten hinter dem Führungsfahrzeug brach die Rennleitung ab, die Streckenbegrenzung in der Grundigkehre konnte nicht mehr so hergerichtet werden, dass die Sicherheit der Fahrer gewährleistet sein würde. Somit endete das Rennen frühzeitig nach 41 Runden mit dem Sieg von Bergmeister / Basseng. "Natürlich nimmt man die Punkte mit, aber so gewinnt man nicht gerne", erzählte Tim Bergmeister auf dem Podium.
Ein Wochenende zum vergessen
Der Sonntag begann mit einer unangenehmen Überraschung für Manuel Lauck und Jens Richter. Die Sportkommissare hatten entschieden, den #28 Porsche 997 Cup ans Ende des Feldes zu versetzen. Als Grund für die Strafe wurde der im ersten Rennen am Samstag geschehene Unfall in der Grundigkehre angeführt. Im Sonntagsrennen lief es dann ebenfalls nicht nach Wunsch. Mit Rang 17 war man alles andere als zufrieden. "Wir machen einen großen Haken hinter dieses Wochenende", so Manuel Lauck. "Gestern das frühe Aus und heute gings nicht recht vorwärts. Wir wollten dann auch nicht zu hart fahren, um nicht wieder in Ungnade zu fallen. Daher haben wir sicher nicht alle Überholmöglichkeiten genutzt. Normalerweise wäre am Anfang sicher mehr gegangen."
Matech ohne Ergebnis
Wie schon am Samstag musste Matech GT Racing mit dem vorzeitigen Aus des Ford GT von Heyer / Hennerici leben. Kenneth Heyer stellte das Auto in Runde 29 mit technischen Problemen ab.
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