Das Rennen
Nach einer sehr späten Startfreigabe kam das 20 Wagen starke Feld fast geschlossen in das wiederbelebte Castrol-S, der ersten Kurve. Spät auf der Bremse, erwischte Corvette Pilot Mauro Casadei den Ford GT von Kenneth Heyer und schob ihn gegen den Mühlner Porsche von Bergmeister.
Während Heyer mit zerstörter Front im Kiesbett der ersten Kurve aufgeben musste, konnte Bergmeister mit herabhängendem Türausßenblatt dem Feld hinterher fahren. Ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde Martin Matzke (MM Racing Corvette), der einen weiten Bogen durch das Kiesbett nehmen musste und nur wenig später die Corvette in der Box abstellte.
Dem Getümmel an der Spitze entkam Frank Schmickler (#3 ARGO Racing Gallardo) am besten. Der Rösrather setzte sich umgehend vom Feld ab und stellte schnell einen Abstand von bis zu sechs Sekunden auf den Rest der Teilnehmer her. Dahinter bildete sich eine Dreiergruppe aus Harald Becker (#4 ARGO Gallardo), Roman Rusinov (#2 Flatex Team Reiter) und Lance David Arnold (Heico Porsche).
Der ehemalige Porsche Junior Arnold erwies sich dabei als geduldig. Immer wieder versuchte Arnold einen Weg an den beiden Gallardo vorbei zu finden. Erst in der zwölften Runde war der Duisburger erfolgreich. Im Castrol-S ging er an Rusinov vorbei, auf der Anfahrt zum Dunlop Bogen eroberte Arnold schließlich den zweiten Rang.
Einen Umlauf später kam der Großteil des Feldes an die Box zum obligatorischen Fahrerwechsel. Lediglich die beiden erstplatzierten Frank Schmickler und Lance David Arnold drehten weiter ihre Runden. Fast eine ganze Runde trennte die beiden Piloten inzwischen vom restlichen Feld, als sie zum Ende des Zeitfensters stoppten. Am längsten wartete die ARGO Racing Mannschaft mit dem Fahrerwechsel.
Doch man traf die Mindestzeit von 75 Sekunden nicht optimal und so kam Sebastian Asch direkt hinter dem HEICO Porsche wieder auf die Strecke. Dort sass nun Frank Stippler am
Steuer und verteidigte die Führung vehement. Weder Asch (#3 ARGO Gallardo) noch Kox (#2 Flatex Team Reiter Gallardo) konnten wirklich Paroli bieten. Stippler bekam kurz etwas Luft, als sich die Markenkollegen um Rang 2 stritten, doch Kox musste in der 26. Runde mit durchschlagenem Kühler aufgeben.
Sebastian Asch biß sich weiter am Porsche von Stippler die Zähen aus und musste zweimal aufgrund vollem Einsatz durchs Grün fahren. Zurück stecken mussten Harald Becker und Frank Kechele im zweiten ARGO Gallardo, die ab Rennhälfte mit Elektronikproblemen gehandicapt waren und im Notprogramm das Renen zuende fuhren. Dennoch belegten sie am Ende hinter Stippler / Arnold und Schmickler / Asch Rang 3.
"Dieses Ergebnis hätten wir hier nicht erwartet. Realistisch war meiner Meinung nach Rang 5 bis 8. Wir waren definitiv nicht schneller als die Lamborghini hinter uns. Vor allem auf der Bremse haben sie mir oft mindestens 20 oder 30 Meter abgenommen. Profitiert haben wir allerdings von unserer guten Traktion aus den Ecken heraus. Leider können wir das auf den Geraden dann nicht umsetzen", so Frank Stippler nach dem Rennen.
Toni Seiler schnellster Mann im Feld
Nach gutem Start fand sich die #18 Seiler Racing Corvette mit Oliver Mayer am Steuer in den Top 5 wieder. Ein Bremsplatten warf Mayer jedoch schon nach wenigen Runden aus den Top 10 heraus, schneller als 1,53 Minuten ging nicht mehr. Teamchef Toni Seiler zog nach dem Pflichtstopp alle Register und kämpfte sich wieder nach vorne. Mit einer Serie von 1.48er Runden rutschte die gelbe Corvette wieder in die Top 10. Am Ende langte es für den Schweizer für Rang 8 sowie mit 1.47,120 Minuten zur schnellsten Rennrunde überhaupt.
Haasse / von Thurn und Taxis mit Aufholjagd
Der Unfall in der ersten Runde traf auch Titelverteidiger Christopher Haase und Vizemeister Albert von Thurn und Taxis. Nach einem Dreher aufgrund der Vorkommnisse rollte man das Feld in langwieriger Arbeit wieder auf. In der zweiten Rennhälfte lieferte sich Haase einen sehenswerten Kampf mit Marc Basseng (Mühlner Porsche), den der junge Franke Haase nach 33 Runden für sich entscheiden konnte.
Langen / Hannawald ohne Runde
Ein Motorschaden im Qualifying verhinderte den Einsatz des von Schnabl Engineering betreuten Buchbinder Porsche 997 Cup von Sven Hannawald und Christoph Langen. Für den Lauf am Samstag erhält der weiße Porsche nun ein Ersatztriebwerk.
Aston Martin in den Top 10
Beide Autos brachte Hexis Racing in die besten 10 Endpositionen. Michel Frey und Julien Rodrigues holten als Siebte noch Punkte, Manu Rodrigues und Christian Hohenadel wurden als Neunte gewertet. Sie kassieren als einziges Team eine Stop-and-Go-Strafe nach zu kurzem Aufenthalt in der Boxengasse.
Schwerer Stand für Ferrari
Während die Paarung Kessel / Kremer noch immer keinen Speed im Ferrari 430 GT3 fanden, waren Thomas Wille und Frank Welpmann erstmals schnellstes Ferrari Team auf Rang 10. "Das war heute harter, aber meines Erachtens auch fairer Sport ", erzählte Welpmann nach dem Rennen.
"Thomas und ich haben hier eine enorme Lernkurve hinter uns gebracht, nachdem wir in Oschersleben so gut wie keine Runde fahren konnten. Im Qualifying hatte ich überhaupt erstmals wirklich neue Reifen drauf und musste mich da erstmal dran gewöhnen. Unser Ziel ist jetzt, regelmäßig unter die ersten 10 zu fahren."
-SRO -
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