ADAC Procar Assen (NL)

Der vierte Lauf zur ADAC Procar Serie sorgte für eine freudige Überraschung beim gesamten Team von Johannes Leidinger. Mit einer einwandfreien und taktisch klugen Fahrt eroberte sich der junge Saarländer am Wochenende im niederländischen Assen seine erste Pole Position in seiner Rookie-Saison.
Endlich konnte sich Johannes Leidinger wieder so richtig über einen Renneinsatz freuen: Sein Auto und das Team waren perfekt vorbereitet, was sich ganz deutlich auf die Leistung des Saarländers auswirkte. Am Freitag nutzte er die Zeit auf der Rennstrecke, um sich innerhalb der Testzeit wieder mit dem vom Team Roscher vorbereiteten Citroen C2 vertraut zu machen:
„Nachdem wir bei den letzten zwei Rennen wegen technischer Probleme gar nicht starten konnten, habe ich natürlich einen herben „Rennstrecken-Kilometerrückstand" gegenüber meinen Konkurrenten. Und ich habe auch viel weniger im Auto gesessen – da war es wichtig für mich, ausreichend Zeit zu haben, um ein paar Runden ohne Zeitdruck auf der Rennstrecke zu fahren", so Leidinger.

Wie jeder Parcours war natürlich auch der im niederländischen Assen absolutes Neuland für den Rookie, der dort seinen ersten Auslands-Einsatz absolvierte. „Ich war unheimlich gespannt auf die Strecke hier. Sie ist eigentlich gemacht für Motorrad-Rennen und dementsprechend eng an manchen Ecken. Was mir persönlich sehr gut gefällt, ist die Charakteristik: Ich würde die Rennstrecke als sehr schnell und sehr flüssig beschreiben!"
Am Samstag wurde es dann ernst für Leidinger: Im freien Training ging es darum, das Auto perfekt für das neue Terrain abzustimmen. Erschwert wurde die Arbeit des Teams durch den einsetzenden starken Regen: „Das war eine neue Herausforderung für mich. Auf nassem Untergrund bin ich noch gar nicht gefahren. Von daher bin ich auch noch nicht auf Geschwindigkeit gefahren, sondern habe mich ganz auf die Abstimmungsarbeit konzentriert", erklärt Leidinger.
Eine gute Entscheidung, wie sich im nachfolgenden Qualifying zeigen sollte, Leidinger kam mit seinem Gefährt bestens zurecht und zeigte damit sein fahrerisches Potenzial, denn die Bedingungen waren weiterhin alles andere als vorteilhaft: „Es regnete weiter in Strömen. So gut wie jedes Auto sah man während des Qualifyings einmal im Aus. Das war wirklich kein einfaches Fahren!"
Doch Leidinger ließ sich davon nicht beirren. Auf der letzten Runde des Qualifyings kam er in den Genuss nahezu „freie Bahn" auf dem TT-Circuit und nutze die Chance, um mit 1/100 Sekunde Vorsprung seine erste Pole Position einzufahren
: „Ich freue mich riesig und bin natürlich jetzt umso nervöser. Schließlich starte ich ganz, ganz vorne und muss zusehen, dass ich gut wegkomme. Doch das ist eine Sache der Erfahrung – je öfter man von der Pole startet, desto routinierter wird man sicher auch", meint der Piesbacher und ergänzt lachend: „ Da gibt es also nur eine Lösung: Ich muss von nun an häufiger auf die Pole fahren!"
Beim Start in Rennen 1 zeigte sich dann, dass Leidingers Nervosität vollkommen unbegründet war: Der Start gelang ihm ohne Probleme. Doch bereits nach wenigen Runden bemerkte der Pilot, dass das Getriebe Probleme machte: „ Der dritte Gang wollte nicht mehr so wie ich das wollte. Ich hoffte nur, dass bis ins Ziel alles halten würde."
Doch so weit kam er gar nicht mehr. In einer Kurve wurde er von einem anderen Fahrzeug getroffen, dessen Fahrer eine Linie weitab der Ideallinie fuhr. „Ich konnte gar nichts machen", sagte Leidinger. „Er hat das Vorderrad meines C2 getroffen und obwohl äußerlich nicht viel am Auto zu sehen war, konnte ich nicht weiterfahren. Die Spurstange war krumm, die komplette Lenkung war quer. Das Auto war ganz einfach manövrierunfähig!"

Enttäuscht gab er auf, sah aber trotz allem die deutliche Steigerung: „Wenn es beim kommenden Lauf in Oschersleben am 30.08. wieder so klappt und ich nicht von einem anderen Fahrzeug gerammt werde, dann sind das doch wirklich gute Aussichten. Und dort will ich endlich richtig zeigen, was ich kann, denn wir fahren dort im Rahmenprogramm der WTCC. Das bedeutet nicht nur ein ganz anderes Flair, sondern auch unheimlich viele Zuschauer, die man als Fahrer ja auch begeistern möchte."
- Katharina Brüggmann auch Photos -
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