- Hennefer verabschiedete sich mit einem Sieg aus der ADAC-Procar
Das vorletzte Rennwochenende der ADAC Procar-Meisterschaft sollte für den Hennefer Erwin Lukas bereits das letzte sein. Da der 50-jährige Kfz-Sachverständige am Finale Mitte Oktober im österreichischen Salzburg nicht teilnehmen kann, wollte er
zumindest bei den Saisonläufen 12 und 13 auf dem Sachsenring noch einmal alles geben und sich mit einer guten Leistung in die vorzeitige Winterpause verabschieden. Das gelang dem Opel-Piloten denn auch bestens und mit einem Sieg sowie einem zweiten Platz in den beiden Sprintrennen verabschiedete er sich in Hohenstein-Ernstthal aus der Saison 2008 der "zweiten Bundesliga des Tourenwagensports".
Bereits bei seiner Anreise in die Karl-May-Geburtsstadt wusste Erwin Lukas, dass er nur noch sehr theoretische Chancen auf den Meistertitel in der Division drei der ADAC Procar haben würde. Zu groß war der Punktevorsprung seines Rivalen Uwe Reich aus Lohmar, als dass der Hennefer sich noch realistische Chancen auf den Gesamtsieg hätte ausrechnen können. "Hinzu kam, dass ich noch nie zuvor ein Rennen auf dem Sachsenring gefahren bin. Und diese Berg-und-Tal-Bahn ist überaus anspruchsvoll. Da dauert es schon eine Weile, bis man jede Ecke kennt und das Fahrzeug optimal auf die Strecke abgestimmt hat", erklärte der DEKRA-Ingenieur.
Die freien Trainingssitzungen nutzte Lukas zunächst dazu, die Ideallinie zu erkunden und seine Gegner zu studieren. Im Qualifying startete der Lindenberg-Pilot dann einen Angriff auf die Bestzeit und legte mit seinem Opel Astra CDTI in 1:41,146 Min. eine hervorragende Zeit vor. Der Liechtensteiner Dario Pergolini war im Alfa 147 JTD mehr als zwei Sekunden langsamer, doch Uwe Reich, der ebenfalls eine Alfa Romeo pilotiert, schnappte Lukas am Ende um zwei Zehntelsekunden die Pole Position weg.
Trotzdem war Erwin Lukas optimistisch für das erste Rennen: "Natürlich hätte ich hier gerne ganz vorne in meiner Klasse gestanden. Aber ich habe mich von einer Trainingssitzung zur nächsten kontinuierlich gesteigert und mit Startplatz zwei eine gute Ausgangsposition erreicht. Damit ist im Rennen alles möglich!"
Der erste der beiden Procar-Läufe auf dem 3,645 km langen Sachsenring wurde noch bei strahlendem Sonnenschein gestartet. Alle Piloten kamen gut durch die erste Kurve, doch auf dem Weg zum sogenannten "Omega" krachte es im Mittelfeld bei den 1600er-Tourenwagen der Division zwei, was für zwei Piloten das vorzeitige Aus bedeutete.
Erwin Lukas hatte dagegen das Glück, eine Lücke zu finden und konnte sich an die zweite Position seiner Klasse setzen. Das Rennen wurde einige Runden durch das Safety-Car neutralisiert, doch als die Strecke wieder frei war, gelang es Lukas, den zwischenzeitlich vor ihm fahrenden Pergolini zu überholen und seine Führung souverän bis ins Ziel zu verteidigen.
Im zweiten Durchgang erlebten die ca. 30 Procar-Piloten dann allerdings völlig chaotische Verhältnisse. Da es zu Beginn noch trocken war, gingen alle Teilnehmer auf profillosen Slicks in den 20-Minuten-Sprint, doch bereits nach wenigen Minuten öffnete der Himmel seine Schleusen und sintflutartiger Regen ergoss sich über die Strecke. Nach dem unvermeidbaren Boxenstopp war erneut Pergolini in Führung und diesmal musste sich der Hennefer mit Platz zwei zufrieden geben.
Ob Erwin Lukas, der jetzt bereits vorzeitig als Vize-Meister feststeht, im kommenden Jahr erneut in der ADAC Procar antreten wird, ist noch ungewiss. Denn die Division 3 für Dieselfahrzeuge wird es dann nicht mehr geben, und so muss sich der GENA-Pilot zunächst einmal nach einem neuen Rennfahrzeug umsehen.
F. Wagner / Pitwall Media Office - auch Photo
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