ADAC Procar Lausitzring!

Nur eine Woche nach dem Gastspiel der ADAC Procar bei der WTCC in der Motorsportarena Oschersleben, zog es Johannes Leidinger wieder auf die Rennstrecke. Der Lausitzring stand auf dem Programm und für die Rennen dort gab es für den Rookie ein ganz klares Ziel: Punkte sammeln!
Nach dem ersten Freien Training am Lausitzring, sah man den 21-jährigen Saarländer nervös durch die Box laufen. Sein Citroen C2 VTS muckte wieder einmal: „Ein unproblematisches Rennen scheint bei mir offensichtlich nicht möglich zu sein", bemerkt er enttäuscht und ergänzt:" Ich bin jetzt kaum gefahren. Das altbekannte Problem mit dem Getriebe bestand immer noch. Jetzt konnte es behoben werden, so dass ich zumindest das zweite freie Training nutzen konnte, um ein paar ordentliche Abstimmungen zu finden", schildert Leidinger den durchwachsenen Auftakt.
Gut gerüstet ging der 21-Jährige dann in das Qualifying, doch die Probleme mit dem Getriebe, die ihn inzwischen fluch-ähnlich verfolgen, verschonten ihn auch in der Lausitz nicht. In der Box rechnete man bereits mit dem Schlimmsten als der schwarze Citroen qualmend in der Boxengasse zum Stehen kam. „Ich hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben", erklärte Leidinger, „und siehe da- es hatte sich nur ein Stopfen am Getriebe gelöst und Öl trat aus. Das war schnell zu reparieren!"
Nach diesem Schock galt es, die Nerven zu beruhigen und zwar mit einer guten Quali-Zeit, die Leidinger Platz 5 in der Startaufstellung brachte. „Johannes macht das professionell. Nach so einer ersten Runde noch die fünftschnellste Zeit herauszuholen, das spricht für gute Nerven und das nötige Talent", lobt Rainer Bastuck den Rookie, den er als Sponsorpartner und Mentor zu allen Rennen begleitet. Doch dem geschulten Auge des erfahrenen Rennfahrers entgehen auch kleine Fehler nicht: „An einigen Ecken wollte er einfach zu viel, hat aber Zeit verloren, weil er das Auto „überfahren" hat – sonst wäre vielleicht noch mehr drin gewesen."
Gerade diese Erfahrungen sind es, die die Rookie-Saison für Leidinger so wertvoll machen. „Daraus kann ich nur lernen für die Zukunft", weiß er selbst.
Die Geschichte vom mit Spannung erwarteten ersten Rennen ist schnell erzählt. Leidinger startet gewohnt souverän, zog dann in Runde 3 bei einem Zweikampf den Kürzeren und musste in die Wiese. Zwei Runden später kam er mit einem Hinterrad auf die noch feuchte Wiese, drehte sich und landete in der Leitplanke. „Ärgerlich", war sein erster Kommentar. „Aber auch daraus werde ich meine Lehren ziehen. Ich habe noch nicht ausreichend Fahrpraxis gehabt wegen der vielen technischen Probleme in dieser Saison. In solchen Situationen wie dem Zweikampf wäre diese sicherlich hilfreich gewesen."

Glücklicherweise konnte der Schaden am C2 rekordverdächtig in den 15 Minuten Service-Zeit zwischen den Rennen behoben werden und Leidinger, wenn auch von ganz hinten, wieder starten. Der nahm es mit Galgenhumor: „Von hinten starten kann ich immerhin schon ganz gut", meinte er. Wie Recht er damit hat, stellte er auch gleich unter Beweis.
Er machte 3 Plätze beim Start gut , kämpfte sich im Laufe des Rennens immer näher an die Spitze heran und eroberte sich noch Rang 4 bis zur Ziellinie. „Wieder ein paar Pünktchen gesammelt und im Zeitenvergleich stehe ich auch nicht so schlecht da. Das lässt doch hoffen für den Sachsenring", fasst Leidinger zusammen. Schon in zwei knapp Wochen ist er wieder im C2 unterwegs – dann auf dem Sachsenring und hoffentlich endlich einmal problemfrei!
- Katharina Brüggmann- auch Photos
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