10. und 11. Lauf auf dem EuroSpeedway Lausitz, 05.-07.09.2008
Einer der Saisonhöhepunkte - der Aufritt im Rahmen der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) in Oschersleben - ist für die Piloten der ADAC Procar gerade erst vorüber, da stehen bereits die nächsten beiden Rennen auf dem Plan. Nicht mal eine Woche blieb den Teams zum Verschnaufen. Einige haben sich sogar von Oschersleben direkt auf den Weg in die Lausitz begeben, um ihre Rennwagen noch vorbereiten zu können.
Am Freitag dürften dann die restlichen Teams in der Lausitz eintreffen, um die Saisonläufe zehn und elf in Angriff zu nehmen, die bei der Veranstaltung des ADAC Berlin-Brandenburg am kommenden Wochenende auf dem Programm stehen. Allerdings können dort einige Fahrzeuge wegen in der Kürze der Zeit nicht reparabler Schäden von den Rennen in Oschersleben eingesetzt werden, so dass gegenüber vorigem Wochenende ein um acht Fahrzeuge geschrumpftes Starterfeld von 27 Piloten auf dem EuroSpeedway antreten wird.
Die Zuschauer dürfen sich jedoch auf den gewohnt spannenden Tourenwagensport freuen, denn es stehen nur noch insgesamt sechs Meisterschaftsläufe in dieser Saison an, so dass an diesem Wochenende in der Lausitz die heiße Endphase im Titelkampf der ADAC Procar eingeläutet wird.
Mit dabei ist auf jeden Fall der aussichtsreichste Titelkandidat bei den Super-2000-Tourenwagen der Division 1: Philip Geipel mit seinem Toyota Auris S2000, der erstmals am vergangenen Wochenende in Oschersleben eingesetzt wurde und noch mit einigen Problemen am neuen Einsatzgerät zu kämpfen hatte. Mit einem Konto von 62 Punkten hat er aber ein beruhigendes Polster von 34 Punkten gegenüber dem Tabellenzweiten Jens-Guido Weimann im Mercedes C200.
Ein gutes Resultat in der Lausitz könnte für Philip Geipel bereits eine Vorentscheidung in Sachen Meisterschaftskampf bedeuten. Falls dies nicht klappt, würde er aber auf jeden Fall spätestens bei seinem Heimrennen auf dem Sachsenring am 21. September den Grundstein zum Titelgewinn legen können. Dafür muss jedoch auch sein neuer Toyota Auris S2000 mitspielen. Dass sein alter Toyota Corolla T-Sport immer noch eine sichere Bank in Sachen Podestplatz ist, hat sein Bruder Charlie in Oschersleben unter Beweis gestellt.
In der Clio-Klasse sind die Lorbeeren noch lange nicht verteilt. Zwar hat sich Andreas Kast ein komfortables 18 Punkte großes Polster erarbeitet, doch ist dies noch nicht ausreichend, um sich bereits darauf auszuruhen. Ebenso wie Christopher Mies in der Division 2, der den 20 Zähler hinter ihm rangierenden Guido Tierfelder besser noch nicht abschreiben sollte. Der Routinier hat trotz seiner Probleme bei den letzten beiden Veranstaltungen die Meisterschaft mit Sicherheit noch lange nicht abgeschrieben.
Division 1: Auris die Zweite - nach der Generalprobe nun die Kür?
Das YACO-Racing Team konnte in Oschersleben die ersten Daten ihres Auris im Renneinsatz sammeln. Inwieweit man in der Lage war, diese in der Kürze derZeit umzusetzen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.
Philip Geipels Vorsprung in der Meisterschaft ist zwar groß genug, um noch ein schlechtes Wochenende zu verkraften, doch möchte der Leubnitzer sicherlich endlich die ersten Erfolge in seinem neuen Dienstgerät feiern. Darauf fiebert der Zweite in der Tabelle Jens-Guido Weimann ebenfalls hin. Auf einen guten Saisonstart für den Mercedes-C200-Piloten folgten mit viermal null Punkten zwei Wochenenden zum Abhaken. Das soll sich nun endlich ändern.
Da dieses mal weder Franz Engstler noch Stefan Neuberger mit von der Partie sein werden, hat Peter Rikli die besten Chancen, Platz drei in der Tabelle zu übernehmen. "Das ist das Mindeste, was ich als Wiedergutmachung für mein Team leisten kann. Ich wollte in Oschersleben zuviel und habe so leider einen möglichen Sieg und Podestplatz verschenkt", erklärt der reumütige Schweizer.
Die beiden BMW 320i E46 des Engstler-Teams werden an diesem Wochenende von Procar-Rückkehrer Andrei Romanov und erneut von dem Thailänder Jack Lemvard, dem Doppelsieger von Oschersleben, pilotiert. Lemvard und seine Sponsoren waren von seinem glorreichem Einsatz so begeistert, dass er den Rest der Procar-Saison zu Ende fahren soll. Für Kissling-Pilot Wolfgang Treml ist es in dieser Saison erst der zweite Einsatz auf seinem Opel Astra GTC.
Dafür ist der Österreicher natürlich ein "alter" Hase in Sachen Tourenwagensport und Procar. In der Magdeburger Börde hatte es ja noch nicht für einen Podestplatz gereicht, aber vielleicht nimmt er ja vom EuroSpeedway einen Pokal mit nach Hause.
Sollte Mathias Schläppi bei den Clios seinen Siegeszug wie bisher fortsetzen können, würde er in der Lausitz vielleicht das Führungstrio Andreas Kast, Matthais Kaul und Marc-Uwe von Niesewand sprengen. Dass dem Schweizer allerdings nichts geschenkt wird, hat das letzte Rennen bewiesen. Alle drei Fahrer des Führungstrios sind in der Lage zu siegen und werden sich nicht so einfach die Butter vom Brot nehmen lassen. Packende Tür-an-Tür-Duelle sind also vorprogrammiert.
Division 2 - Ein Peugeot unter Fiestas
Christopher Mies hat aus seinen Fehlern in Hockenheim und Assen gelernt und konnte auf der Motorsport Arena Oscherleben endlich den ersten Doppelsieg feiern. Natürlich brennt der Ford-Fiesta-ST-Pilot darauf, dies auf dem EuroSpeedway zu wiederholen. Guido Tierfelder wird das bestimmt verhindern wollen. Auch wenn der Troisdorfer das Talent des Youngsters anerkennt, geschlagen gibt er sich noch lange nicht.
Dafür muss er jedoch in den verbleibenden Rennen sicherstellen, seinen Peugeot 207 Sport vor den Fiesta von Mies zu setzen. Einerseits, um den Anschluss wieder herzustellen, und andererseits, da hinter ihm bereits drei weitere Fiesta-Piloten in Lauerstellung liegen, die ihm den zweiten Tabellenplatz streitig machen wollen. Neben Ralf Glatzel gehören auch der Ukrainer Andrii Kruglik und der weitere rhino's-Leipert-Pilot Benedikt Boeckels dazu.
Ob es der Citroën C2 von Roscher-Racing mit Johannes Leidiger schafft, die Fiesta-Armada in der Lausitz in die Schranken zu weisen? Versuchen wird er es garantiert, allerdings ohne die Unterstützung seines Teamkollegen Jens Löhnig, dessen C2 für den Lausitzring wegen starker Blessuren von den Oschersleben-Rennen nicht einsatzfähig ist.
Division 3 - Der Einzelkämpfer
Uwe Reich gilt als Sportsmann, der die Herausforderung und den Zweikampf liebt. In der Lausitz geht er mit seinem Alfa Romeo 147 JTD jedoch als einziger Diesel an den Start. Damit könnte er gegenüber seinem härtesten Widersacher Erwin Lukas (Opel Astra GTC CDTI) punktemäßig davoneilen und sich einen riesigen Vorteil im Titelkampf schaffen.
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