ADAC Procar Sachsenring:
Bei nasskaltem Wetter gastierte die ADAC Procar am vergangenen Wochenende am Sachsenring. Rookie Johannes Leidinger zeigte sich von Anfang an begeistert vom schwierigen Parcours und voller Hoffnung auf ein problemfreies Rennen - schließlich wollte er so viele Runden wie möglich auf seiner neuen Lieblingsrennstrecke absolvieren.
Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Rennwochenende waren gut. Am Freitag ging der 21-Jährige Saarländer zunächst zum einstündigen Test auf die Strecke des Sachsenrings und war sofort beeindruckt: „Die Strecke gefällt mir unheimlich gut. Sie ist nicht einfach, es geht andauernd bergauf oder bergab und es gibt viele, viele blinde Kurven, aber ich habe gleich gemerkt, dass mir das Terrain liegt", erklärte Leidinger zufrieden.
Vielleicht kommt ihm hier sogar seine einjährige Rallye-Erfahrung zugute - schließlich hat er erst eine erfolgreiche Saison in der Saarländischen Rallye Meisterschaft bestritten, bevor er sich für eine Karriere auf der Rundstrecke entschied.
Und auch das offizielle Training absolvierte Leidinger problemfrei. „Das ist ein gutes Gefühl, endlich im Auto zu sitzen und das Gefühl zu haben, dass alles stimmt und dass das Rennen am besten sofort losgehen könnte", beschreibt der aus Piesbach stammende Pilot seine Gefühlslage nach dem Training. „Außerdem ist die Zuschauerkulisse hier genial. Da macht das Fahren umso mehr Spaß!"
Leider änderte sich die Stimmung dann während des Warm-Ups genauso schnell wie das Wetter. „Während es vorher eigentlich nur kalt war, regnete es pünktlich zum Warm-Up auch noch. Mir beschlugen ständig die Scheiben, ich musste andauernd die Box ansteuern. Ein richtiges Warm-Up war das also nicht wirklich für mich", musste Leidinger zugeben, der somit erneut ausgebremst wurde.
„Eigentlich dürfte so etwas in einem Rennauto gar nicht passieren. Da muss im Vorfeld Sorge für getragen werden, dass der Fahrer auch bei kalten und nassen Bedingungen einwandfrei sehen kann", klagte er, war sich aber ebenso darüber bewusst, dass er an der Tatsache nichts mehr ändern konnte und sich stattdessen auf das Qualifying konzentrieren musste.
Doch die unbeschwerte Stimmung wollte sich nicht mehr einstellen. Das Qualifying beendete Leidinger unter seinen Erwartungen als 10.: „Da habe ich wieder gemerkt, dass mir durch die vielen technischen Probleme über die gesamte Saison einfach die Routine fehlt.
In den entscheidenden Runden habe ich zum Beispiel mit den Reifen nicht so arbeiten können wie ich es gewollt habe", so Leidinger und ergänzt: „Hinzu kommt natürlich meine fehlende Streckenkenntnis. Das Qualifying hat gezeigt, dass man hier nur richtig schnell sein kann, wenn man die Strecke kennt wie seine eigene Westentasche!"
Trotzdem ist das Ergebnis nicht als allzu schlecht zu bewerten: Alle Rookies lagen sehr dicht zusammen und Leidinger fehlte, was die einzelnen Rundenzeiten betrifft, nicht viel Zeit auf den Führenden.

Und so startete er zuversichtlich in das erste Rennen, machte sofort einen Platz gut und gewann zwei weitere Plätze als zwei seiner Konkurrenten verunfallten und das Safety Car auf die Strecke musste. Doch noch während der Safety-Car Phase war das erste Rennen für Leidinger beendet. In der vierten Runde musste er seinen Citroen C2 mit einem Antriebswellenschaden abstellen.
Die Enttäuschung war groß, wurde aber gemindert durch das Versprechen des Teams, das Auto für das zweite Rennen wieder fahrbereit zu machen. So fand sich der Saarländer in der Startaufstellung des zweiten Rennens ganz hinten, war aber durch seinen guten Start in Rennen 1 hoch motiviert. Als die Startampel auf „grün" wechselte startete Leidinger, schaltete in den zweiten und nach wenigen Metern in den dritten Gang als noch auf der Start- und Ziel-Gerade wieder die Antriebswelle vorne rechts brach.
„Ich weiß gar nicht mehr, was ich sagen soll", so Leidinger, den die Enttäuschung offensichtlich übermannte. „Jetzt habe ich beim Saisonfinale zumindest noch einmal die Chance auf ein problemfreies Rennen und hoffe inständig, dass mir dieser Wunsch erfüllt wird."
Der Saisonabschluss der ADAC Procar findet im Rahmen der ETCC am Salzburgring statt.
- Katharina Brügmann - auch Photos
More reports from this category all copyright automobilsport.com.