Hennefer Opel-Pilot kam nur im ersten Rennen der Procar ins Ziel

Mit einem weiteren Saison-Highlight meldete sich die ADAC Procar-Meisterschaft am letzten August- Wochenende aus der Sommerpause zurück. In der Motorsportarena Oschersleben trat ein Rekord-Starterfeld von 35 Piloten im Rahmen der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft (WTCC) an, die dort ihr einziges Deutschland-Gastspiel gab. Doch ausgerechnet vor der großen Zuschauerkulisse – mehr als 41.000 Fans waren in die Magdeburger Börde gekommen – lief für den Hennefer Erwin Lukas nicht alles nach Wunsch.
Der erfolgsverwöhnte Opel-Pilot, der bis dato bei allen Rennen punkten konnte, musste nach Platz zwei im ersten der beiden Sprintrennen in Lauf zwei einen unfallbedingten Ausfall hinnehmen und verpasste damit die Chance, die Tabellenführung in seiner Klasse zu übernehmen.
Bereits im Zeittraining am Samstag Abend ging das spannende Duell zwischen Erwin Lukas und dem Lohmarer Uwe Reich in der ADAC Procar- Division 3 für Dieselfahrzeuge bis 2 Liter Hubraum in die nächste Runde. Mehrmals wechselte die Reihenfolge, bis sich Lukas mit seinem Gieraths-Opel Astra CDTI in einer Zeit von 1:50,046 Minuten auf dem 3,696 km langen Kurs gegen den Alfa-Piloten durchsetzen konnte.

Noch schneller war nur der VW Golf TDI von Kai Jordan, doch der Wolfsburger spielt als Gaststarter dieses Jahr im Kampf um den Titel keine Rolle. Erwin Lukas konnte also vollauf zufrieden sein. „Ja, es ist wirklich gut gelaufen", bestätigte der 50-jährige DEKRA-Ingenieur.
„Bei so vielen Autos auf der Strecke war es nicht einfach, eine freie Runde zu finden, aber mit etwas Glück ist es mir gelungen, eine recht gute Zeit zu fahren. Über den zweiten Startplatz war ich sogar etwas überrascht, denn unserem Opel Astra fehlen leider immer noch ein paar PS auf die Konkurrenz. Gegen den VW haben wir sowieso keine Chance, aber dass ich Uwe Reich im Alfa hinter mir lassen konnte, hätte ich nicht unbedingt erwartet."
Leider konnte Lukas seine gute Trainingsleistung nur im ersten Lauf auch in ein zählbares Ergebnis umsetzen. Als das erste der beiden 20-Minuten-Rennen gestartet wurde, fächerte das Feld bereits auf der Start-Ziel-Geraden weit auseinander und es war schon früh abzusehen, dass nicht alle problemlos den Weg durch das enge Nadelöhr der ersten Kurve finden würden.
Die Folge war eine Massenkollision, welche gleich mehrere Fahrzeuge aus dem Rennen warf oder zumindest deutliche Kampfspuren hinterließ. Der Hennefer dagegen schaffte es, sich weitgehend aus allen Rangeleien herauszuhalten und baute bereits in der Anfangsphase dieses Rennens seinen Vorsprung auf Uwe Reich so weit aus, dass er Platz zwei sicher nach Hause fahren konnte.
Im zweiten Rennen des Tages hatte der Lindenberg-Pilot jedoch nicht so viel Glück. Wieder erwischte Lukas einen hervorragenden Start, der ihn bereits auf der Start-Ziel-Geraden bis ins Feld der schnelleren Renault Clio-Piloten hineinführte. Doch genau ein Vertreter dieser Klasse trug wenig später auch zum vorzeitigen Ausscheiden des Hennefers bei.

„Ich war in der Rechtskurve nach dem Start schneller und konnte mich innen neben den Clio setzen", rapportierte Lukas hinterher bei seinem Teamchef Gerald Nahr. „Doch dann zog der nach innen und machte die Lücke zu. Ich konnte mich leider nicht in Luft auflösen, also berührten wir uns und dabei drehte er sich so unglücklich vor mich, dass ich ihm aufs rechte Hinterrad fuhr und an meinem Astra die Radaufhängung beschädigte. Damit war das Rennen für mich beendet."
Mit jetzt 75 Zählern führt Uwe Reich die Division drei der ADAC Procar jetzt wieder deutlich an, während Lukas, der nur in Lauf eins 8 Punkte holen konnte, bei 64 Zählern stehen blieb und nun an den verbleibenden drei Rennwochenenden elf Punkte Rückstand wettmachen muss.
F. Wagner / Pitwall Media Office -auch Photos
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