Zum Abschied holte der Clio-Pilot noch zwei Podestplätze in der ADAC Procar

Bereits am vorletzten Rennwochenende der ADAC Procar Meisterschaft hieß es für Marc-Uwe von Niesewand-Reich Abschied nehmen. Denn beim Saisonfinale von Deutschlands markenstärkster Tourenwagen-Sprintserie Mitte Oktober in Salzburg wird der 25-jährige Student nicht dabei sein, weil dann bereits sein Auslands-Praktikum in Seattle / USA begonnen hat.
Doch zuvor wollte sich das Mitglied des MSC Wahlscheid noch einmal von seiner besten Seite zeigen und mit einem möglichst guten Ergebnis in die motorsportliche Winterpause gehen. Um es vorweg zu nehmen: Der Plan ging fast perfekt auf und mit zwei Podiumsplatzierungen behauptete der angehende Wirtschaftsingenieur erfolgreich seinen zweiten Platz in der Renault Clio-
Wertung.
Auf der 3,645 km langen Berg-und-Tal-Bahn des Sachsenrings bei Hohenstein-Ernstthal zeigte von Niesewand-Reich bereits im freien Training am Samstag der Konkurrenz die Rückleuchten seines Barthel-Renault und fuhr in einer Zeit von 1:35,048 Minuten die schnellste Runde seiner Klasse.
Nur im Qualifying, welches maßgebend für die Startaufstellung zum ersten der beiden Sprintrennen ist, musste er sich seinem härtesten Gegner, dem Schweizer Mathias Schläppi, knapp geschlagen geben und mit Platz zwei vorlieb nehmen.
"Trotzdem war ich mit meinem Ergebnis im Zeittraining sehr zufrieden", berichtete der gebürtige Adenauer am Abend vor dem Rennen. "Schläppi ist als ehemaliger ADAC Procar-Meister der Mann, den es zu schlagen gilt und mit nur zwei Zehntel Rückstand bin ich jetzt ganz dicht dran.
Vor einigen Rennen sah das noch anders aus, doch zum einen haben wir Veränderungen und Verbesserungen am Fahrwerk vorgenommen und zum anderen habe auch ich mich in dieser Saison kontinuierlich steigern können. Der Sachsenring ist eine echte Fahrerstrecke mit sehr anspruchsvollen Passagen, es macht riesigen Spaß, hier zu fahren."
Das erste der beiden 20-Minuten-Rennen nahmen die ca. 30 Tourenwagen-Piloten noch bei trockenen Bedingungen in Angriff. Marc-Uwe erwischte einen hervorragenden Start und konnte sich gleich neben Schläppi setzen, doch unmittelbar hinter ihm kam es zu einer Kollision innerhalb der 1600er-Klasse und so musste zunächst das Safety-Car für einige Runden auf die Strecke.
Auch nach dem Restart konnte Lohmarer Motorsportler seinem seinen Schweizer Konkurrenten problemlos folgen und lief in der Schlussphase sogar auf den Führenden auf. Doch zu einem Angriff reichte es nicht mehr und so überquerte Marc-Uwe als Zweiter die Ziellinie
Einen chaotischen Verlauf nahm dagegen das zweite Rennen. Auf zunächst trockener Piste - und deshalb nicht als sogenanntes "Wet Race" deklariert - schickte man das Teilnehmerfeld los, doch bereits nach wenigen Minuten überschwemmte sintflutartiger Regen den Asphalt und machte das Fahren mit profillosen Slicks zu einer reinen Rutschpartie.
Erst nachdem es eine Reihen von Abflügen gegeben hatte und die ersten Piloten zum Reifenwechsel ihre Boxen ansteuerten, neutralisierte die Rennleitung erneut mit dem Safety-Car das Rennen, doch die Reihenfolge war komplett durcheinandergewirbelt und keiner blickte mehr durch.
Von Niesewand-Reich erwartete nun wie die meisten seiner Konkurrenten, dass dieser Lauf so zu Ende gehen würde, doch zur allgemeinen Überraschung wurde das Rennen wenige Sekunden vor Schluss noch einmal für eine Runde freigegeben.
Erst nach mehr als einer Stunde Wartezeit konnte die Rennleitung ein Ergebnis veröffentlichen. Marc-Uwe wurde als Dritter in seiner Klasse gewertet, mit Platz sechs im Gesamtklassement holte der Lohmarer sogar noch drei Punkte in der Zwei-Liter-Klasse.
"Zum Schluss noch zweimal auf dem Treppchen und Zweiter in der Fahrerwertung - das ist ein absolut zufriedenstellendes Saison-Ergebnis für mich!"
F. Wagner / Pitwall Media auch Photos
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