3. Lauf beim ADAC Zurich-24h-Rennen Nürburgring, 22.-24. Mai 2008
Beim dritten Wertungslauf der ADAC Procar im Rahmen des ADAC Zurich-24h-Rennens auf dem Nürburgring war - wie schon im Jahr zuvor - der amtierende Procar-Meister Franz Engstler mit seinem BMW 320i E46 das Maß aller Dinge.
Bei seinem ersten Procar-Einsatz der Saison holte sich der Wiggensbacher in der Vier-Runden-Hatz über die legendäre Norschleife den Sieg bei den Zwei-Liter-Produktionswagen der Division 1 vor Philip Geipel (Toyota Corolla T-Sport) und Peter Rikli (Honda Accord 2.0). In der Klasse 2 der Renault Clio-Fahrzeuge siegte Neueinsteiger Alexander Prinz aus Köln.
Der Ukrainer Andrij Kruglik (Ford Fiesta ST) feierte in der Division 2 der 1600-Kubik-Flitzer seinen ersten Procar-Sieg gefolgt von Benedikt Boeckels (Ford Fiesta ST) und Guido Thierfelder (Peugeot 207 Sport). Die Diesel-Division wurde erneut vom Nordschleifenkenner Kai Jordan im VW Golf 2.0 TDI dominiert.
Division 1: Sieg für Engstler mit neuer Rundenbestzeit
Wer geglaubt hat, ein Nordschleifenass wie Franz Engstler würde hier patzen und sich den Sieg nehmen lassen, der hätte sich gründlich verrechnet. Der Allgäuer ging bis ans Limit und verbesserte im Rennen seine eigene Rundenbestzeit aus dem Vorjahr um rund fünf Sekunden auf 9:30.620 Minuten. "Wir haben natürlich auch von unserer jahrelangen Erfahrung profitiert", räumte Engstler ein.
"Ich bin schon so viele Rennen in einem BMW auf der Nordschleife gefahren, deshalb brauchen wir beim Setup nicht mehr großartig herumexperimentieren. Insofern haben wir schon mit einem Sieg gerechnet, der allerdings auch erst einmal ins Ziel gebracht werden will. Es freut mich riesig, dass mir dies wiederum gelungen ist."
Sein Teamkollege Andrei Romanov lieferte sich einen packenden Dreikampf mit Philip Geipel und Peter Rikli, bis in der dritten Runde das Getriebe seines BMW nicht mehr wollte. "Der dritte Gang ging nicht mehr rein", erklärte der Russe sichtlich gefrustet über seinen letztendlich erreichten vierten Rang. Somit sah Philip Geipel mit einem Rückstand von 31,571 Sekunden nach Engstler als Zweiter die Zielflagge dicht gefolgt von Peter Rikli in seinem Honda Accord mit nur knappen 0,645 Sekunden Abstand.
Der Schweizer bedauerte, dass es am Ende nicht für Platz zwei gereicht hatte. "Der wäre heute durchaus drin gewesen. Leider brach gleich zu Beginn ein Teil der Motoraufhängung. Dadurch bewegte sich der Motor ständig hin und her, so dass ich Probleme beim Schalten hatte." Zündaussetzer an seinem Mercedes C200 plagten dagegen Jens-Guido Weimann, der auf dem fünften Rang die Ziellinie überquerte.
Selbst ganz erstaunt über seinen Sieg war Alexander Prinz in der Klasse 2 der Renault Clio's. "Wir sind maximal von Platz drei ausgegangen. Dass es für uns letztendlich so gut gelaufen ist, hat uns ziemlich überrascht, macht das Ganze aber um so erfreulicher." Die Plätze zwei und drei erkämpften sich die Procar-Rookies Andreas Kast und Matthias Kaul.
Division 2: Andrij Kruglik triumphiert auf der Nordschleife
Bei der Siegerehrung der Division 2 war erstmals in der Procar die ukrainische Nationalhymne zu hören, die zu Ehren des aus Kiew stammenden Siegers Andrij Kruglik gespielt wurde. "Ich freue mich riesig über meinen Sieg, gerade hier auf dieser schwierigen Strecke. Mein Ford Fiesta ST war einfach perfekt von meinem Team Lauderbach Motorsport dafür vorbereitet."
Gleich zu Rennbeginn sorgte der im Startgedränge in der ersten Schikane querstehende BMW des Moskauers Oleg Petrishin für Tumult. Leidtragender der Situation war ausgerechnet das Geburtstags-kind Christopher Mies, der dabei rennentscheidende Blessuren an seinem Ford Fiesta ST erlitt. "Beim Aufprall bohrte sich der Abschlepphaken in den Kühler meines Autos.
Im Verlaufe des Rennens verlor ich dann Öl und die Motorleistung nahm immer mehr ab. Daraufhin musste ich meinen Fiesta leider nach zwei Runden an zweiter Stelle liegend an der Strecke abstellen."
Nutznießer des Ausfalls war sein Teamkollege Benedikt Boeckels, der den zweiten Platz erbte und bis ins Ziel nicht mehr abgab. "Natürlich hätte ich lieber zusammen mit Christopher auf dem Podest gestanden.
Den Ausfall gerade heute an seinem 19. Geburtstag bedaure ich sehr. Ich selbst bin das Rennen von Anfang an ruhig angegangen und habe die Nordschleife einfach nur genossen." Den dritten Platz belegte der Troisdorfer Guido Tierfelder im Peugeot 207 Sport, der sich für sein Heimrennen allerdings viel mehr erhofft hatte.
Division 3: Doppelsieg für die RSG Wolfsburg
Nachdem sich Kai Jordan bei den Dieselfahrzeugen schon im Zeittraining auf beeindruckende Weise behauptete, zeigte er nun auch im Rennen seine Dominanz. Vor seinem Teamkollegen Stefan Michels überquerte er als Erster die Ziellinie.
Beide bescherten damit ihrem Team RSG Wolfsburg beim ersten Saisoneinsatz der VW Golf 2.0 TDI gleich einen Doppelerfolg. "Das Rennen lief sehr gut. Als ich gesehen habe, dass ich rund vier Sekunden schneller unterwegs war als Stefan, habe ich auf Zweikämpfe mit den Clios verzichtet, um meinen Sieg nicht zu gefährden", so der Kommentar des glücklichen Siegers.
Die nächste Veranstaltung der ADAC Procar findet vom 14. bis 15. Juni auf dem Grand-Prix-Kurs des Hockenheimrings statt. Dort werden dann, wie gewohnt, wieder zwei aufeinanderfolgende 20-Minuten-Rennen mit Reparaturpause ausgetragen.
Alle News, Ergebnisse, Bilder, Gewinnspiele und weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.adac-procar.de
- Brigitta Niemann-
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