Lauf 1 + 2 beim Saisonauftakt in Oschersleben, 10. bis 11. Mai 2008
Zwei spannende Auftaktrennen der ADAC Procar erlebten die Besucher in der Motorsport Arena Oschersleben am Pfingstwochenende vom 09. bis 11. Mai. Den ersten Laufsieg der neuen Saison holte sich der Russe Andrei Romanov mit seinem BMW 320i E46 nach einem harten Zweikampf vor dem Leubnitzer Philip Geipel (Toyota Corolla T-Sport) und dem Newcomer in der Division 1, Jens-Guido Weimann (Mercedes C200).
Im zweiten Lauf drehte Geipel den Spieß dann um und gewann nach 12 Runden auf dem 3,696 Meter langen Kurs vor dem Schweizer Peter Rikli (Honda Accord 2.0) und erneut Weimann. In der Clio-Sonderwertung dominierte in beiden Läufen Marc-Uwe von Niesewand. Der Lohmarer verwies Andreas Kast und Matthias Kaul je auf einen zweiten und dritten Rang. Bei den kleinen 1600er-Flitzern war die Spitze ebenfalls hart umkämpft.
Pole-Mann Guido Thierfelder gewann den ersten Lauf mit seinem Peugeot 207 Sport gefolgt von Christopher Mies (Ford Fiesta ST) sowie Oliver Kerlé (Citroen Saxo VTS). Im zweiten Rennen konterte Kerlé und holte sich den Sieg vor Mies und Thierfelder. Bei den Diesel-Rennern teilten sich Uwe Reich (Alfa Romeo 147 JTD) und Erwin Lukas (Opel Astra GTC CDTI) je einen Laufsieg.
Division 1: Rikli fegt nach Motorproblemen durch das Feld
Bei den 2-Liter-Boliden aus der Division 1, die nach dem Vorbild der FIA Tourenwagen Weltmeisterschaft aufgebaut sind, gab es in beiden Rennen sehenswerte Zwei- und Dreikämpfe an der Spitze zu erleben. Im ersten Lauf ließ der Titelaspirant und Vorjahres-Zweite Andrei Romanov nichts anbrennen und holte sich den ersten Saisonsieg.
Aus der zweiten Startposition schoss der Engstler-Pilot an Pole-Setter Philip Geipel vorbei und nutzte die Startvorteile seines Hecktrieblers souverän aus. Im zweiten Rennen fiel er auf Position zwei liegend nach einer Kollision mit Uwe Reich vorzeitig aus.
"Im ersten Rennen lief alles perfekt", strahlte der Russe noch in der Reparaturpause. "Im zweiten Rennen verpasste ich den Start und verlor einige Positionen. Ich kämpfte mich dann wieder an Geipel heran und kollidierte beim Überrunden mit dem Alfa von Uwe Reich, der mich trotz blauer Flagge nicht gesehen hatte. Das war völlig unnötig", ärgerte sich der Moskauer.
Profiteur der ganzen Angelegenheit war Philip Geipel. Der TFS-Yaco-Pilot holte sich nach Platz zwei im ersten Lauf nun den sicheren Sieg. "Im ersten Rennen konnte ich zwar auf Andrei aufschließen, war aber nicht schnell genug anzugreifen. Den zweiten Start erwischte ich perfekt und fuhr gleich einige Wagenlängen davon. Auch ohne den Ausfall von Romanov hätte ich diesen Sieg geholt", strahlte der 21-jährige Tabellenführer.
Der Schweizer Peter Rikli sorgte in beiden Läufen für mächtig Aufsehen. In Lauf eins musste er in der vierten Runde seine Box anlaufen, ein Sensor am Motor verursachte Motoraussetzer. Die Mechaniker fanden den Fehler in der Reparaturpause schnell und schickten den Eidgenossen wieder auf die Strecke. Nun musste der Zimmermann aus Wangen an der Aare vom letzten Startplatz aus das Feld von hinten aufrollen. Und das tat er auch.
Er kämpfte sich bis auf Podestplatz zwei vor und zeigte die wahre Stärke seines Honda Accord. "Ich dachte, das kann nicht wahr sein. Gleich nach dem Start zum ersten Rennen machte der Motor Probleme. Im zweiten Rennen habe ich dann alles auf eine Karte gesetzt und bin bis auf Rang zwei vorgekommen, das war großartig", freute sich der Teamchef über die Leistungsfähigkeit seines Renners.
Jens-Guido Weimann zeigte sich nach den ersten beiden Rennen mit seinem Mercedes C200 aus der Schwedischen Tourenwagen-Meisterschaft STCC ebenfalls überrascht. Der Preetzer holte für sein Thate-Motorsport-Team mit dem 280 PS starken Boliden zweimal Rang drei. "Wir sind wirklich positiv überrascht. Natürlich gehört auch immer ein wenig Glück dazu.
Doch ohne große Testfahrten kamen wir hier schon sehr gut zurecht und unser Auto hat noch viel Potenzial", gibt sich der letztjährig Division-2-Pilot zuversichtlich. In der neu geschaffenen Klasse 2 für Renault Clio RS III Fahrzeuge dominierte Marc-Uwe von Niesewand und holte sich beide Laufsiege im ersten Rennen vor Andreas Kast und Matthias Kaul, die ihre Plätze im zweiten Lauf tauschten.
Division 2: Thierfelder schlägt zurück
Bei den 1600er-Flitzern der Division 2 holte sich Guido Thierfelder mit dem Peugeot 207 Sport den ersten Laufsieg. Der Troisdorfer hatte seinem Renngerät über die Winterzeit eine rigorose Abmagerungskur verpasst. Der Peugeot musste satte 60 kg abspecken und bekam dafür 7 KW an Leistung hinzu. "Nun sind wir endlich konkurrenzfähig", freute sich der 38-jährige Routinier.
"Gegen Ende des ersten Laufes verabschiedete sich der dritte Gang und zum Ende des zweiten Rennens auch noch der fünfte. Somit bin ich mit Rang eins und drei absolut zufrieden, das hätte auch noch komplett schief gehen können", zeigte sich Thierfelder erleichtert. Christopher Mies holte sich als bester Ford Fiesta ST Pilot jeweils Rang zwei.
"Das war ein super Einstand", freute sich der letztjährige Fiesta Cup-Pilot: "Mein Ziel war es, hier schnellster Fiesta-Pilot zu sein und das habe ich erreicht. Am Sieg war ich in beiden Rennen dran, konnte es aber nicht vollenden. Für den nächsten Lauf am Nürburgring erhoffe ich mir einen ähnlichen Kampf und male mir wirklich gute Chancen aus." D
er Laufsieger des zweiten Rennens, Oliver Kerlé zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden: "Nachdem ich im ersten Rennen einen Fehler machte und Platz zwei verlor, gab ich im zweiten richtig Gas und konnte Christopher und Guido hinter mir halten".
Division 3: Diesel-Power auf Augenhöhe
Bei den Diesel-Rennern der Division 3 schenkten sich Tourenwagen-Urgestein Uwe Reich (Alfa 147 JTD) und der Rösrather Erwin Lukas (Opel Astra GTC CDTI) nichts. Schon im Qualifying lagen beide gleichauf. Letztlich setzte sich Reich knapp mit 0,308 Sekunden vor Lukas durch. Im ersten Rennen konnte er diesen Vorsprung auch in einen Sieg umwandeln.
Im zweiten Lauf kollidierte Reich, der selbst gerade im Zweikampf verstrickt war, dann mit dem bis dato Gesamtzweiten Romanov. Vom schnellen Aus des 67-jährigen profitierte Lukas und gewann das Rennen. "Schade für Uwe und Andrei, das war sicher keine Absicht", meinte der Sieger Lukas. "Ankommen war mein Ziel, nun ist es sogar noch der Sieg geworden."
Weiter geht es für die Procar-Piloten vom 22. bis 24. Mai auf dem Nürburgring. Dann geht es im Rahmen des legendären 24h-Rennens auf der Nordschleife in den dritten Saisonlauf, der über 4 Rennrunden auf dem 25,359 Kilometer langen Gesamtkurs ausgetragen wird.
Alle News, Ergebnisse, Bilder, Gewinnspiele und weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage www.adac-procar.de
- Brigitta Niemann, Jens Galkow -
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