Nach dreiwöchiger Pause geht es für die ADAC Procar nun wieder auf eine altbekannte aber dennoch hoch moderne und sehr anspruchsvolle Strecke. Keine flache Asphaltwüste, sondern spektakuläre Kurven, schnelle Passagen und vor allem eine ganze Reihe von Kuppen und Senken, die ein perfektes Setup erfordern, erwarten die Piloten der drei Divisionen am kommenden Wochenende (15. und 16. September) auf dem Sachsenring.
Die 3645 Meter lange Strecke nahe Chemnitz fügt sich malerisch in die Landschaft um Hohenstein-Ernstthal ein und bietet für das vorletzte Rennwochenende der Saison mit den Läufen 12 und 13 einen würdigen Rahmen. Mit dieser Veranstaltung geht die ADAC Procar auch in die heiße Phase, das Teilnehmerfeld biegt somit auf die Zielgerade ein.
Auch wenn die Meisterfrage bei den „großen" Super-2000-Produktionswagen mit Franz Engstler, der beim letzten Lauf auf dem Nürburgring schon alles klar machte, längst beantwortet ist, entbrannte der Kampf um den Vizemeister-titel nun erst recht. Bei den „kleinen" 1600er-Rennern sowie der Diesel-Division ist der Kampf um die Gesamtwertung noch völlig offen und lässt auf spannende Zweikämpfe hoffen.

Division 1: Kampf und den Vizetitel entbrannt
„Endlich ein Heimspiel", freut sich der Leubnitzer Philip Geipel, der mit seinem Team TFS-YACO-Racing aus Plauen am Sachsenring die kürzeste Anreisezeit der Saison hat. Und mit 40 Zählern in der Gesamtwertung hat der Toyota-Corolla-T-Sport-Pilot noch alle Chancen auf den Vizetitel.
Denn von seinem sechsten Tabellenplatz sind es nur 14 Punkte Rückstand bis zur schnellen Spanierin Maria de Villota Comba auf Rang zwei (54 Punkte), die der 20-Jährige bei noch 40 zu vergebenden Punkten schnell noch aufholen kann. Vorraus-setzung dafür ist natürlich, dass er die zur Zeit blendend aufgelegte Maurer-Pilotin in den letzten vier Rennen schlagen kann.
Schließlich sorgte Maria beim letzten Auftritt der ADAC Procar auf dem Nürburgring für eine kleine Sensation und überrumpelte den frisch gebackenen Meister Franz Engstler, um sich den ersten Chevrolet-Sieg einer Frau im internationalen Tourenwagensport zu holen. Doch im Kampf um den Vizetitel geschlagen geben will sich die Konkurrenz aus dem BMW-Lager auch noch nicht.
Schließlich wird die Fitnesstrainerin aus Madrid von den beiden Russen Vladimir Labazov (50 Punkte) und Andrej Romanov (49 Punkte) dicht bedrängt. Dann kommt auch schon Rainer Bastuck. Der Kissling-Pilot liegt mit seinem Opel Astra GTC nur 13 Punkte hinter der Spanierin und will mit dem immer besser liegenden Astra noch einige Punkte sammeln.
Der Schweizer Peter Rikli rangiert nur einen Punkt hinter Geipel auf Rang sieben und strebt nach seinem Unfall in der Eifel mit dem neu aufgebauten Honda Accord wieder die Podestplätze an.

Division 2: Zweikampf Mühlenz gegen Ziggel
Die Spitze der Division 2 ist hart umkämpft, denn Thomas Mühlenz (Citroen C2 VTS, 86 Punkte) liegt in der Tabelle nur einen Zähler vor seinem ärgsten Widersacher Andreas Ziggel (Citroen Saxo VTS, 85 Punkte). Die beiden Titelaspiranten schenkten sich bislang nichts, wenn der eine patzte, holte sich der andere den Sieg. Insgesamt stand Mühlenz bereits fünf Mal ganz oben auf dem Treppchen, bei Ziggel waren es bisher drei Siege.
Dennoch punktete der Germersheimer konstant, beendete jedes Rennen und stand nur beim dritten Lauf auf der Nürburgring-Nordschleife mit Platz vier nicht auf dem Podest. Diese Konstanz des 19-Jährigen macht ihn zu einem der stärksten Titelanwärter. Thomas Mühlenz hingegen musste beim siebten Lauf in Assen einen Nuller verbuchen und liegt trotz der überragenden Podestplatz-Bilanz mit nur einem Zähler an der Spitze.
Vorjahresmeister Guido Thierfelder rangiert mit seinem Peugeot 207 Sport auf der dritten Tabellenposition, hat aber mit 39 Zählern Rückstand nur noch rein theoretische Chancen auf den Titel, ebenso wie der einzige Ford Fiesta ST-Pilot Jens Guido Weimann, der mit 46 Punkten den vierten Tabellenplatz einnimmt.

Division 3: Kai Jordan kann hier alles klar machen
Bei den Diesel-Rennern der Division 3 kann Kai Jordan auf dem traditionsreichen Sachsenring alles klar machen. Mit seinem VW Golf 2.0 TDI der RSG Wolfsburg liegt der Wolfsburger ganze 20 Punkte vor Alfisti Uwe Reich (62 Punkte).
Der 66-jährige Solinger, dessen Alfa 147 JTD anfangs der Saison mit Elektronikpro-blemen öfters streikte, holte in den letzten sechs Rennen mächtig auf und ist nun der einzige Verfolger des Tabellenführers. Der Rösrather Erwin Lukas liegt mit seinem Opel Astra GTC CDTI zwar auf dem dritten Tabellenrang, kann mit 52 Punkten Rückstand jedoch nicht mehr in den Titelkampf eingreifen.
- Jens Galkow - photos Top 10 & Petra Weddige