14. + 15. Lauf bei der FIA ETCC am Salzburgring, 17. - 19.10.2008
In den vergangenen Jahren endete eine Saison der ADAC Procar traditionsgemäß stets dort, wo sie begann - in der Motorsport Arena Oschersleben. In diesem Jahr hat man entschieden, von dieser Regel abzuweichen. Vom 17. bis 19. Oktober wird auf dem Salzburgring der diesjährige europäische Champion im FIA Touring Car Cup (ETCC) gesucht und in diesem Veranstaltungprogramm findet erstmals auch das Saisonfinale der ADAC Procar statt.
Einen passenderen Rahmen konnte man kaum finden, zumal elf Procar-Piloten gleichzeitig in ihrer jeweiligen Gruppe mit um den Titel in der FIA ETCC kämpfen werden, davon sieben Super-2000-Tourenwagen der Division 1 und fünf 1600-Kubik-Flitzer der Division 2. Insgesamt sind in den beiden Rennen der ETCC, die vom TV-Sender Eurosport International übertragen werden, 33 Piloten aus 15 europäischen Nationen am Start.
Auch wenn in der ADAC Procar die drei Divisionsmeister bereits auf dem Sachsenring gekürt wurden, stehen noch andere wichtige Entscheidungen aus, die Spannung versprechen. Dazu zählt die Vergabe des mit einem Preis im Wert von 10.000 Euro dotierten Procar-Rookie-Titels. Noch vier der unter 23-jährigen Rookies haben die Chance, sich diesen erstmals vergebenen Titel zu holen.
Angeführt wird die Tabelle momentan von Philip Geipel (100 Punkte), gefolgt von Andreas Kast (97,7) Christopher Mies (94,9) und Matthias Kaul (82,3).
Division 1: Sicherung des Vizetitels für Peter Rikli
Den Meistertitel bei den Super-2000-Boliden hat Philip Geipel (Toyota Auris S2000) ja bereits bei seinem Heimrennen auf dem Sachsenring für sich entscheiden können. Auf dem Salzburgring gilt es nun, die weiteren Platzierungen in der Gesamtwertung herauszufahren. Dabei steht als Vizemeister der Schweizer Peter Rikli schon so gut wie fest.
Zur Sicherung braucht er mit seinem Honda Accord 2.0 nur noch ein einziges Pünktchen auf seinem Konto, um damit sein bislang bestes Abschlussergebnis in seiner langjährigen Procar-Karriere einzufahren. Ein verdienter Lohn für alle im Team Rikli Motorsport nach der beeindruckenden Aufholjagd des 39-jährigen bei den letzten beiden Veranstaltungen.
Das Duell um den dritten Gesamtplatz wird voraussichtlich zwischen Jack Lemvard (BMW 320i E46), Jens-Guido Weimann (Mercedes C200) und Charlie Geipel (Toyota Corolla T-Sport) ausgetragen, die nur ganze acht Punkte trennen. Der Thailänder Lemvard dürfte dabei wohl der heißeste Anwärter sein. Theoretisch könnte er sich sogar noch den Vizetitel holen, dann müßte er allerdings zwei glatte Siege nach Hause fahren und Peter Rikli bei beiden Rennen ausfallen.
Beide wären dann zwar punktgleich, aber Lemvard hätte dann mehr Siege vorzuweisen. Die beiden Procar-Rennen finden an diesem Wochenende bereits am Samstag statt. Am Sonntag kämpfen dann Franz Engstler, die Brüder Charlie und Philip Geipel, Oleg Petrishin, Peter Rikli sowie Wolfgang Treml mit um den Titel bei den Super-2000-Tourenwagen der FIA ETCC.
Division 1 - Klasse 2: Dreikampf um den Clio-Klassensieg
In der Renault-Clio-Klasse haben noch drei Fahrer die Chance auf den Klassensieg. Die besten Aussichten hat dabei Tabellenführer Andreas Kast, denn sein härtester Widersacher Marc-Uwe von Niesewand kann wegen eines längeren beruflichen Amerika-Aufenthaltes nicht am Salzburgring antreten. So stehen als weitere Titelaspiranten noch Mathias Schläppi und Matthias Kaul zur Verfügung.
Seit Schläppi's furiosem Procar-Einstieg in Assen "patzte" er in acht Rennen nur ein einziges Mal, die restlichen sieben gewann er überragend. Bei 14 Zählern Rückstand zu Kast und noch 20 zu vergebenden braucht der Schweizer jedoch viel Glück, um die Wertung noch für sich entscheiden zu können. Dazu muss er beide Rennen gewinnen und Kast darf dabei nicht mehr als sechs Zähler holen. Und noch mehr Glück bräuchte der dritte Anwärter Kaul mit 16 Zählern Rückstand auf Kast.
Division 2: Kopf-an-Kopf-Rennen um den Vizetitel
Der Leipert-Pilot Christopher Mies (Ford Fiesta ST) hatte bei der Regenschlacht auf dem Sachsenring viel Pech und ging dort punktlos aus. Dass es trotzdem für den Titelgewinn gereicht hat, stimmte ihn versöhnlich. Dennoch möchte ein Racer seinen Titel am liebsten mit einem Sieg oder zumindest Podestplatz einfahren, um diesen dann gebührend feiern zu können.
"Ich werde auf dem Salzburgring natürlich mein Bestes geben, um ganz oben auf dem Treppchen zu stehen, zumal ich mir ja auch noch in der Rookie-Wertung den Titel schnappen kann. Das wäre dann der absolut krönende Abschluss für mich und mein Team," erklärt der 19-jährige sein Ziel. Die beiden Ford Fiesta-Piloten Ralf Glatzel und Andrii Kruglik sowie der Troisdorfer Guido Tierfelder (Peugeot 207 Sport) würden die Punkte allerdings lieber unter sich ausmachen.
Nur vier Zähler trennen die drei voneinander, damit ist jeder Sieg und jeder bessere Platz doppelt so wertvoll, um sich von seinen Kontrahenten hinsichtlich des Vizetitels abzusetzen. Auf spannende Zweikämpfe brauchen die Zuschauer daher nicht extra zu hoffen, diese sind bei einem solch knappen Punkteabstand bereits garantiert. Und hinzu kommt, dass der dreifache Fiesta-Cup-Sieger Ralf Martin seine Saison bestimmt mit einem Podestplatz krönen möchte, wenn es schon durch seinen späten Procar-Einstieg nicht mehr zum Titel reicht.
Die Chance auf einen anderen Titel hat der Sendener jedoch noch. Zusammen mit Andrii Kruglik, Jens Löhnig, Carsten Seifert und Guido Tierfelder haben fünf Procar-Piloten die Möglichkeit, sich als erster Fahrer den offiziellen Cup-Titel in der Super-1600-Klasse der FIA ETCC zu holen und damit Rennsportgeschichte zu schreiben.
Division 3: Alfa vs Romeo
In den vier Jahren, in denen die Dieselfahrzeuge zum Starterfeld der ADAC Procar gehören, gab es vier verschiedene Meister. In der Saison 2008 heißt dieser seit dem Sachsenring vor vier Wochen Uwe Reich. Fast pünktlich zu seinem 68. Geburtstag, den er einen Tag später feierte, hat sich der Routinier aus Solingen erstmals den Titel gesichert. Und es gibt wohl niemanden im gesamten Fahrerfeld, der ihm diesen Erfolg nicht gönnt.
Auch wenn mit dem in Lichtenstein lebenden Italiener Dario Pergolini nur ein weiterer Dieselpilot den Weg nach Salzburg antritt, ist für den Sportsmann Reich zumindest sein Hauptziel, sich dem Wettbewerb zu stellen, gewährleistet. Dass die beiden Alfa-Romeo-Fahrer ebenbürtige Gegner sind, haben sie ja bereits auf dem Sachsenring unter Beweis gestellt.
- SAN Service Agentur Niemann -
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