Sohn Marc-Uwe fuhr im verregneten Rennen in Holland zweimal aufs Podium

Auch beim 4. Lauf der ADAC Procar Meisterschaft kämpfte der Lohmarer Uwe Reich wieder um die Tabellenführung in der Dieselklasse. Mit fünf Punkten Vorsprung war der 67-jährige Routinier ins niederländische Assen gereist, doch der Zweikampf mit seinem härtesten Widersacher Erwin Lukas aus Hennef ging diesmal unentschieden aus. Jeder der beiden Piloten erzielte einen Sieg und einen zweiten Platz, doch dieses Ergebnis genügte Reich, um Rang eins in der Meisterschaft erfolgreich zu verteidigen und den TT-Circuit Assen in der Provinz Drenthe bei Groningen als Halbzeit-Meister zu verlassen.
Im ersten der beiden Sprintrennen fand Uwe Reichs Konkurrent Erwin Lukas keinen Weg vorbei an dem schnellen Alfa-Piloten und musste sich mit Platz zwei zufrieden geben. Dafür hatte "Deutschlands schnellster Steuerberater" im zweiten Rennen das Nachsehen, denn im Gegensatz zu Lukas hatte er auf der zunächst noch nassen Piste auf Regenreifen gesetzt. Doch bereits kurz nach dem Start trocknete der Asphalt überraschend schnell ab und so musste sich das Mitglied des MSC Wahlscheid diesmal mit Platz zwei zufrieden geben.

"Als Spitzenreiter der Dieselklasse konnte und wollte ich kein Risiko eingehen, auch wenn im Nachhinein profillose Slicks die bessere Wahl gewesen wären. So konnte ich Lukas zwar permanent unter Druck setzen, kam aber nicht vorbei. Ein Doppelsieg wäre natürlich toll gewesen, trotzdem bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden und werde alles daran setzen, in diesem Jahr endlich den begehrten Titel nach Hause zu fahren!"
Spannende Zweikämpfe und zahlreiche Überraschungen erlebten die ca. 20.000 Zuschauer auch in den Benziner-Klassen der ADAC Procar. Die Wetter-Kapriolen wirbelten das Starterfeld so durcheinander, dass zum ersten Mal sogar die leistungsschwächeren und deshalb zusätzlich in einer eigenen Klasse gewerteten Renault Clio III RS im Konzert der großen Zwei-Liter-Klasse mitspielen konnten.
Marc-Uwe von Niesewand-Reich schob sich bereits am Start zum ersten Rennen an mehreren seiner Konkurrenten vorbei und kehrte als Dritter aus der ersten Runde zurück. Im Verlauf des 20-Minuten-Sprints musste er zwar den Berliner Andreas Kast passieren lassen, profitierte jedoch von einem Abflug des zu Beginn führenden Alf Ahrens (Barwedel) und konnte als drittbester Clio-Pilot den Zielstrich überqueren.
"In den Trainingssitzungen hatte ich noch einige Probleme mit dem Set-up meines Clios. Vor allem im Nassen kam ich nicht optimal mit dem Auto zurecht. Deshalb hat unser Team Schlaug Motorsport für Sonntag noch ein paar gravierende Änderungen vorgenommen, und die haben sich ausgezahlt", so der Sohn von Uwe Reich.
"Der zweiten Lauf war ein absoluter Reifenpoker. Ich fuhr zunächst mit Regenreifen hinaus, doch bereits auf dem Weg in die Startaufstellung merkte ich, dass der Asphalt viel schneller abtrocknet als erwartet, und so fuhr ich direkt wieder in die Box zum Reifenwechsel." Dort wechselte die Schlaug-Mannschaft in Rekordzeit alle vier Räder und schaffte es, Marc-Uwe nur wenige Sekunden vor Schließen der Boxengasse wieder auf die Strecke zu schicken.
Als das Rotlicht der Ampel ausging, gelang dem 25-jährigen Student wie schon im ersten Rennen ein sensationeller Start, der ihn gleich in die Spitzengruppe des Feldes katapultierte. "Da die beiden führenden BMW gleich zu Beginn zum Reifenwechsel an ihre Box fuhren, lag ich bereits nach einer Runde auf Gesamtrang drei und kam von Runde zu Runde besser zurecht.

Es war ein super-spannendes Rennen, nur zahlte sich das Pokern leider nicht ganz aus, denn in der vorletzten Kurve der letzten Runde überholte mich noch einer der BMW 320i. Aber immerhin wurde ich Gesamt-Vierter und sicherte mir in der Clio-Wertung den zweiten Platz." In der Fahrerwertung hat Marc-Uwe jetzt 54 Punkte und liegt zur Saisonmitte nur knapp hinter Kast (56) auf dem zweiten Tabellenrang. Doch der gebürtige Adenauer ist für das nächste Rennen optimistisch: "Die zwei Punkte hole ich mir in Oschersleben!"
In der Motorsportarena erwartet die Teams und Fahrer der ADAC Procar Meisterschaft Ende August ein weiterer Saisonhöhepunkt. Auf dem 3,667 km langen Kurs in der Magdeburger Börde starten die ca. 30 Fahrzeuge im Rahmen des einzigen deutschen Laufs der Tourenwagen-Weltmeisterschaft.
- F. Wagner / Pitwall Media -
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