Sohn Marc-Uwe rettete trotz Startcrash die Tabellenführung in der Clio-Klasse

Gleich doppeltes Pech hatten Vater und Sohn Reich aus Lohmar beim Gastspiel der ADAC Procar Meisterschaft auf dem Nürburgring. Ausgerechnet bei ihrem Heimspiel auf der traditionsreichen Nordschleife, die beide aus unzähligen Rennen wie ihre Westentasche kennen, machten technische Probleme und Rennunfälle mögliche Top-Platzierungen zunichte. Am Ende musste sich Uwe Reich mit Platz vier in der Dieselklasse der Procar zufrieden geben und auch Marc-Uwe von Niesewand-Reich kam über Rang fünf bei den Renault Clios innerhalb der Division 1 nicht hinaus.
Nur zwei Wochen nach dem erfolgreichen Auftakt in Oschersleben, wo sowohl Uwe als auch Marc mit Siegerpokalen nach Hause kamen, stand für die ADAC Procar Meisterschaft das erste Saisonhighlight auf dem Programm. Im Rahmen des 36. Int. ADAC 24h-Rennens präsentierten sich die Tourenwagen-Piloten auf der über 25km langen Kombination aus Grand Prix-Kurs und Nordschleife des Nürburgrings einem Rekord-Publikum von mehr als 220.000 Zuschauern.
Doch bereits in den Trainingssitzungen sahen sich die beiden einer sehr starken Konkurrenz gegenüber. Marc-Uwe musste sich in seiner schnellsten Runde dem Kölner Alexander Prinz geschlagen geben, konnte mit seiner Rundenzeit von 10:21,213 Minuten aber zumindest Startplatz zwei in der Clio-Klasse für das Vier-Runden-Rennen herausfahren. "Ich wusste, wo ich die Zeit liegengelassen hatte und war für das Rennen zuversichtlich!"
Mit stumpfen Waffen kämpfte dagegen Vater Uwe in der Division 3, denn sein Alfa 147 JTD wollte nicht so recht auf Drehzahl kommen. "Ein Elektronikproblem, welches wir im vergangenen Jahr schon einmal hatten", diagnostizierte der 67-jährige Steuerberater. "Das ist leider sehr kompliziert und hier vor Ort kaum zu lösen. Aber wir werden trotzdem alles versuchen!"
Doch kurz nach dem Start richteten sich die Augen aller Zuschauer zunächst auf das Gedränge der schnellen Benziner in der ersten Kurve. Dort musste Marc-Uwe mit ansehen, wie sich unmittelbar vor ihm der BMW 320i des Russen Oleg Petrishin quer stellte. "Ich hatte einen hervorragenden Start, als mir der BMW plötzlich den Weg versperrte", berichtete der 25-jährige Student hinterher seinem Teamchef.
"Um ihn nicht zu treffen, musste ich eine Vollbremsung machen, doch dabei ist mir ein anderes Auto ins Heck geknallt und hat mich in Petrishin hineingeschoben!" Nach diesem Crash war das Heck des Barthel-Renaults stark beschädigt und zudem die Spur an der Vorderachse komplett verstellt. Von Niesewand-Reich musste einen zusätzlichen Boxenstopp einlegen, der ihn aussichtslos bis an die fünfte Position zurückwarf. Einziger Trost: Nach dem Doppelsieg von Oschersleben reichten dem gebürtigen Adenauer die vier Punkte, um weiterhin die Meisterschaftstabelle in seiner Klasse anzuführen.
Uwe Reich dagegen musste wie schon im Training auch im Rennen seine Konkurrenten in der Diesel-Klasse wehrlos davonziehen lassen. Da der Motor des Alfa nicht über 3000 U/Min. drehen wollte, konnte der Routinier weder mit den VW Golf TDI aus Wolfsburg noch mit seinem direkten Konkurrenten, dem Hennefer Erwin Lukas im Opel Astra CDTI, mithalten.
Unter Aufbietung all seines Könnens hielt Reich immerhin den Anschluss an die Vorausfahrenden und überquerte nach etwas mehr als 46 Minuten mit nur drei Sekunden Rückstand als Vierter die Ziellinie. "Wir wussten schon vorher, dass wir hier nur Schadensbegrenzung betreiben können", meinte Reich am Abend nach dem Rennen. "Jetzt werden wir die Zeit nutzen und das Auto gründlich durchchecken. Vor dem nächsten Rennen in Hockenheim machen wir dann noch einmal ausgiebige Testfahrten."
Dass Reich trotzdem Grund zum Feiern hatte, lag daran, dass der Mehrfachstarter neben der ADAC Procar auch an der Youngtimer Trophy teilnahm. Hier teilte er sich einen Porsche Carrera RS mit Dr. Jochen Keils aus Euskirchen, mit dem die beiden "Gentleman Driver" beim 500km-Rennen souverän den Sieg in ihrer Klasse holten.
Im Hauptrennen des Wochenendes, dem ADAC 24 Stunden-Rennen, kam das Mitglied des MSC Wahlscheid dagegen überhaupt nicht zum Einsatz. Startfahrer Robert Lommel (Olpe) wurde mit dem Renault Clio RS des Teams bereits in Runde 4 im Streckenabschnitt Wehrseifen in einen Unfall verwickelt, der das frühe Aus für ihn und seine Mitstreiter bedeutete.
Text und Foto: - F. Wagner / www.pitwall.de
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