Am 12. und 13. September findet die 38. Auflage der ADAC Saarland Rallye in den Landkreisen rund um Merzig, Dillingen und Sankt Wendel statt. Als Lauf zur Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM) und zur Luxemburgischen Meisterschaft werden die Fahrzeuge in 4 Divisionen eingeteilt.
Zahlreiche packende Duelle in unterschiedlichen Divisionen (Klassen) werden auch in diesem Jahr wieder die Zuschauer begeistern. Bereichert wird das Teilnehmerfeld von vielen Youngtimern (Fahrzeuge, die älter als 25 Jahre sind), in deren Cockpits zahlreiche saarländische Piloten stecken.
Division 1: Emotion pur – oder der Kampf der Allradler gegen Porsche
In der Division 1 befinden sich die stärksten Boliden der DRM. Dazu zählen Fahrzeuge mit mehr als 2-Liter Hubraum und Turbomotor sowie Allradantrieb, wie beispielsweise die Mitsubishi Lancer und Subaru Impreza. Ebenso werden die starken GT3-Fahrzeuge, wie die Porsche 911, in dieser Division gewertet.
So kämpfen förmlich 2 Welten miteinander: Die ca. 400 PS starken, heckgetriebenen Porsche gegen die sogenannten „Allradler". Angeführt wird die Porsche-Fraktion von dem 6-fachen deutschen Rallyemeister Matthias Kahle (Köln) mit Thomas Schünemann (Hamburg) sowie Olaf Dobberkau (Schleusingen) und Jenny Gäbler (Krauthausen) mit ihren Porsche 911 GT3.
Weiter einheizen mit einem Porsche werden auch der deutsche Rallye Meister aus dem Jahr 1976, Hans Walter Schewe (Hagen) sowie Anton Werner (Altfraunhofen). Besonders spektakulär sind die Drifts der Hecktriebler sowie der gigantische Sound.
Meist schnell und sauber fahren die „Allrad-Boliden". Souverän in der DRM führend sind Herrmann Gassner (Surheim) und Siggi Schrankl (Regensburg) mit ihrem Mitsubishi Lancer EVO 10. Sandro Wallenwein (Stuttgart) und Pauli Zeitlhofer (Klausen, Österreich) möchten im Kampf um den Sieg mit ihrem Subaru Impreza natürlich auch ein Wörtchen mitreden.
Da der Schotteranteil bei der „Saarland" relativ gering ist (9%), besteht bei trockenem Wetter für die Porsche erstmalig die Chance, einen DRM-Lauf zu gewinnen. Sollte es hingegen feucht und nass werden, sind die Allradler aufgrund ihres Antriebkonzepts deutlich im Vorteil.
Neben den Punkten für eine Platzierung im Gesamtklassement gibt es auch Punkte in jeder Division. Somit haben auch schwächere Fahrzeuge die Chance auf den Titel in der DRM.
Division 2: Starke „Fronttriebler" mit Renntechnik
Auch in der Division 2 sind starke Rennboliden zu finden. Die Fahrzeuge dürfen bis maximal 2-Liter Hubraum (ohne Aufladung, wie beispielsweise Turbolader) haben.
Ansonsten sind zahlreiche Veränderungen an Fahrwerk, Bremsen und Getriebe erlaubt. Meistens verfügen die Boliden auch über ein sequentielles Getriebe, was sich durch besonders schnelle Gangwechsel und kurze Schaltzeiten auszeichnet.
Allen voran fährt in dieser Division Carsten Mohe (Crottendorf) mit Michael Wenzel (Pfalz) im Renault Clio R3. Rund 230 PS sorgen an der Vorderachse für mächtig Bewegung. Angenehm ist auch der Sound der kleinen Rennboliden.
Division 3: „Rennsemmel"-Liga und seriennahe Fahrzeuge
Die „Rennsemmel-Liga" besteht einerseits aus kleineren Rallyefahrzeugen, wie z.B. den Citroen C2. In der Rennversion nennen die sich dann C2R2 (Max) und sind ähnlich aufgebaut wie die Boliden der Division 2. Sie verfügen jedoch nur über 1,6-Liter Hubraum und leisten etwa 190 PS. Allen voran werden Lars Mysliwietz (Piesbach) und Oliver Schumacher (Fluterschen) mit einem solchen Auto an den Start gehen.
Mitstreiter mit einem baugleichen Fahrzeug sind Uwe Gropp (Wiebelskirchen) und Felix Ubrig (Kretenau). Auch die schwäbischen Youngster Mark Wallenwein (Stuttgart) und Stefan Kopczyk (Heilbronn) möchten um den Divisionssieg fighten.
Mit einem anderen Fahrzeugkonzept geht Peter Zehetmaier mit Jürgen Breuer an den Start. Beide vertrauen auf einen Honda Civic Type R, der annähernd seriennah ist. Leichte Modifikationen an Fahrwerk, Getriebe und Motor sind erlaubt. Ca. 220 PS entwickelt der Motor aus 2-Liter Hubraum. Sicherlich wird es zu einem spannenden Duell zwischen der Citroen-Fraktion und Peter Zehetmaier im Honda kommen.
Ergänzt wird diese Klasse um die Diesel-Fahrer. 2-Liter Hubraum und ca. 220 PS sorgen für Vortrieb. Josef Wecker (Losheim) und Patric Hautz (Wiebelskirchen) gehen mit einem Opel Astra GTC Diesel an den Start.
Division 4: Seriennahe Kleinwagen zum Einstieg
Bei der Division 4 kommen hauptsächlich seriennahe Kleinwagen zum Einsatz. Ausgestattet mit Schalensitzen, Feuerlöschanlage, 6-Punkt-Gurten und einem guten Fahrwerk gehen die kleinen Renner auf Zeitenjagd. Allen voran z.B. der Suzuki Swift von Felix Herbold (München) und Kevin Zemanik (Plauen).
Beide liegen aufgrund des divisionsorientierten Punktesystems auf Platz 8 in der DRM. Besser haben es ihre Markenkollegen Christian Riedemann (Sulingen) und Oliver Bobrink (Uchte), die mit dem Vorgängermodell, dem Suzuki Ignis, unterwegs sind. Sie belegen derzeit einen 6. Rang in der DRM.
Youngtimer – lieber quer als sauber
Youngtimer sind mindestens 25 Jahre jung. Die Einteilungen innerhalb der Youngtimer-Klasse erfolgt nach Hubraum und Leistungsgewicht. Meist werden sie von Ihren Besitzern liebevoll restauriert und gewartet. Sobald die Besitzer jedoch hinter dem Steuer sitzen, wird richtig Gas gegeben. Mehr quer als sauber heizen sie um die Kurven – sehr zur Freude aller Zuschauer und Fans.
Unter den Youngtimern dürfen sich die Besucher der Saarland-Rallye 2008 u.a. auf Peter Schillo (Saarwellingen) im Ford Escort MKI RS, Joachim Hohloch (Saarbrücken) im BMW M3 und Frank Reiter (Nalbach) im Mercedes 190E freuen.
- Marcus Schramm-