Mit dem Sieg beim Rennen in Denver im Rücken, mit Top-Platzierungen in den beiden Qualifyings und der schnellsten Runde im Warm-Up am Sonntag sah für den deutschen Rookie alles bestens aus für das vorletzte Rennen der Toyota Atlantic Serie auf der Rennstrecke Road America in Elkhart Lake, Wisconsin.
Bis zu dem schweren Rennunfall am Ende des 15-minütigen Warm-Ups: „Ich war mit einer Top-Zeit von 2:03.194 Minuten der schnellste Fahrer im Feld, aber zwei Minuten vor Schluss schlug ich voll in das Heck von Charles Zwolsman am Ausgang von Kurve 1", so der enttäuschte Wirth. Hintergrund: Der Fahrer mit der Nummer 5, Bobby Wilson, war aufs Grün gekommen und dann quer über die Rennstrecke gerutscht. Der nachfolgende Zwolsman hatte wegen des Abflugs von Bobby Wilson seinen Wagen stark abgebremst, der erfahrene Wirth aber nur vom Gas gegangen, weil Wilson nach seinem Ausrutscher bereits in die Begrenzungsmauer eingeschlagen war und somit eigentlich keine Gefahr mehr für die nachfolgenden Konkurrenten darstellte. In der dichten Staubwolke konnte Wirth das scharfe Bremsmanöver von Zwolsman aber nicht sehen und schlug voll in dessen Heck ein.
Mit starken Schmerzen im Nacken und an der Wirbelsäule wurde der Deutsche nach einem medizinischen Check im Streckenhospital im nahe gelegenen Krankenhaus geröntgt. Die Mediziner stellten dann bei einer Kernspintomographie fest, dass der 6. und 8. Wirbel der Wirbelsäule stark gequetscht und der 8. eingerissen ist.
Das Aus für eine vielversprechende erste Saison des deutschen Top-Fahrers in der amerikanischen Nachwuchsrennserie, der sich nach seinem grandiosen Sieg in Denver und seinen konstant guten Zeiten in Road America berechtigte Hoffnungen auf einen der Podestplätze machen konnte. „Ich war auf dem besten Wege, meinen zweiten Platz in der Gesamtwertung zu halten, mit einer berechtigten Perspektive auf Platz 1. Aber das ist Racing. Ich werde jetzt umgehend nach Deutschland bzw. nach Österreich zu Spezialisten gehen und sofort mit meinen Rehabilitationsmaßnahmen beginnen, damit ich bei den Tests für die nächste Saison dabei sein kann und mein Können wieder unter Beweis stellen kann," schaut der erfolgsverwöhnte Rennfahrer in die Zukunft.
Das letzte Rennen der Saison findet in Montreal ohne Andreas Wirth statt.
- Steffen Steinel -