
Spannung pur war beim französischen Saisonauftakt in Bagnols-Sabran, etwa vierzig Kilometer nordöstlich von Avignon, angesagt. Während Titelverteidiger Lionel Regal, der hier bislang noch nie zum Sieg kam, trotz Trainingsbestzeit den ganzen Renntag von Motoraussetzern eingebremst wurde, kam es zum extrem spannenden Dreikampf zwischen Sebastien Petit, Fabien Frantz und Nicolas Schatz.
Im ersten Lauf am Vormittag fuhr Petit auf der 2,9 km langen, kniffligen und schmalen, teilweise von einem kleinen Mäuerchen abgegrenzten Strecke in 1’18,918 Bestzeit, lag damit aber noch recht weit vom bisherigen Streckenrekord von Bernard Chamberod aus dem Jahre 2004 (1’17,015) entfernt. Nur 231 Tausendstel zurück folgte das 22-jährige Nachwuchstalent Nicolas Schatz, der hier nie zuvor im F3000 gestartet war und im Training noch von argen technischen Problemen gebeutelt worden war. Fabien Frantz seinerseits lag vorerst noch fast eine Sekunde hinter Leader Petit zurück.
Während sich im weiten Rennlauf weder Petit noch Schatz steigern konnten, tastete sich der ältere der beiden Frantz-Brüder im ehemaligen Rekordfahrzeug von Bernard Chamberod auf 1’19,269 heran, wenngleich sich Petit erneut (diesmal in 1’19,059) die Laufbestzeit sicherte.
Lauf 3 ging kurz nach 17 Uhr über die Bühne und sollte an Spannung kaum noch zu überbieten sein. Als erster der vier Favoriten – denn noch sollte man Pechvogel Regal nicht ganz abschreiben – ging Fabien Frantz auf die Strecke, fuhr volles Risiko und eroberte in 1’18,505 die Spitze. Auch Petit und Schatz brachen die 1’19er Schallmauer, wobei Petit nur um 105 Tausendstel an Frantz’ Zeit scheiterte, während auch Schatz mit letztlich einem Rückstand von nur 456 Tausendstel auf den Sieger sich definitiv als eine der festen Grössen des französischen Bergrennsports etabliert. Für Fabien Frantz war es der erste grosse, lang ersehnte Tagessieg im französischen Championat, und zugleich Lohn für jahrelange Arbeit.
Lionel Regal bekam zumindest im dritten Rennlauf dann doch noch eine halbwegs brauchbare Zeit hin und arbeitete sich aus den Tiefen des Gesamtergebnisses in 1’20,859 zumindest noch in die Top10 vor (Platz 7, zugleich fünfter F3000).
Bei den Sportwagen holte zum Saisonbeginn Osella-Pilot Eric Pernot die Kastanien erfolgreich aus dem Feuer, wobei er im letzten Lauf noch 2006-Gesamtsieger Alban Thomas auf Platz 4 in der Gesamtwertung vorfahren lassen musste. Die Norma-Riege hatte Pernot vorerst noch recht fest im Griff, die von Alain Castellana angeführt wurde, der im zweiten Lauf seine einzige brauchbare Zeit zustande brachte.
Vorjahres-Sabran-Gesamtsieger Pascal Malateste zeigte mit dem 3. CN-Rang, dass ihm der Sprung vom 2- zum 3-Liter auf Anhieb gelungen ist, während sich Cyrille Frantz beim ersten Start im ex-Castellana-Norma nur langsam eingewöhnte, am Ende aber immerhin noch Markenkollege Daniel Bassora abfangen konnte.
Im F3000-Verfolgerfeld konnte sich Stephane Baudin im letzten Durchgang doch noch vor dem einen Lauf zuvor stark auftrumpfenden Antony Neveu im Kampf um den 9. Gesamtrang behaupten, wobei Letztgenannter beim ersten Start im Reynard-Cosworth seines Herrn Papa durchaus viel versprechend die neue Saison einläutete. Keine unnötigen Risiken gingen auf dieser nicht ungefährlichen Strecke derweil die beiden F3000-Einsteiger Billy Ritchen und Benoit Bouche ein.
Im Feld der Touren- und GT-Wagen setzte sich erwartungsgemäss François Salhien im 260 PS starken Leichtgewicht Caterham CSR aus der neu geschaffenen GT/SC-Klasse durch, die vorerst noch nicht punktberechtigt ist. In 1’30,020 liess er selbst Altmeister Françis Dosières im BMW 320 ST (1’32,526) um Welten zurück, der sich aber immerhin damit trösten durfte, schnellster Fahrer eines « Autos mit Dach » zu sein und auch im Prestigeduell gegen Gruppe FC-Sieger Roger L’hermet im Scora-Renault AMD Turbo die Nase diesmal recht klar vorne zu haben.
Christian Debias war im Porsche 996 GT3RS bei den Serien-GT recht allein auf weiter Flur, während bei den Gruppe N-Tourenwagen Olivier Nicolle einen recht klaren Sieg landet, derweil der Elsässer Nicolas Werver sich im letzten Lauf noch vor seine beiden BMW-Markenkollegen Pascal Cat und Louis Granjon auf Platz 2 vorarbeiten konnte.
In 14 Tagen geht die französische Bergmeisterschaft am Col St. Pierre erneut im Süden in die zweite Runde, bevor am letzten April-Wochenende das Bergrennen Abreschviller ansteht, zu dem bereits jetzt immerhin 13 F3000 genannt haben.
Das Ergebnis :
1. Fabien Frantz, Reynard-Cosworth 92D F3000, 1’18,505
2. Sebastien Petit, Reynard-Cosworth 95D F3000, 1’18,610
3. Nicolas Schatz, Lola-Cosworth T94/50 F3000, 1’18,961
4. Alban Thomas, Lola-Judd B99/50 F3000, 1’20,039
5. Eric Pernot, Osella-BMW PA20S 3L CN, 1’20,311
6. Alain Castellana, Norma-BMW M20 3L CN, 1’20,739
7. Lionel Regal, Reynard-Mugen 1KL Nippon F3000, 1’20,859
8. Christophe Malateste, Norma-BMW M20 3L CN, 1’21,057
9. Stephane Baudin, Reynard-Mugen 1KL Nippon F3000, 1’21,503
10. Antony Neveu, Reynard-Cosworth 93D F3000, 1’21,705
11. Cyrille Frantz, Norma-BMW M20 3L CN, 1’21,936
12. Jean-Charles Rossel, Dallara-Opel 399 F3, 1’22,494
13. Daniel Bassora, Norma-BMW M20 3L CN, 1’23,022
14. Marcel Sapin, Martini-Opel Mk80 F3, 1’23,319
15. Billy Ritchen, Lola-Cosworth B99/50 F3000, 1’23,760
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33. François Salhien, Caterham CSR, 1’30,020 (1. GT/SC)
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39. Françis Dosières, BMW 320 ST, 1’32,526 (1. Gr.A/ST)
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42. Roger L’Hermet, Scora-Renault AMD Turbo, 1’33,072 (1. Gr. FC)
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44. Daniel Roudet, Audi A4 quattro, 1’33,428 (2. Gr. A/ST)
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48. Christian Debias, Porsche 996 GT3RS, 1’34,608 (1. GT/N)
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52. Olivier Nicolle, BMW M3, 1’35,844 (1.Gr. N)
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54. Nicolas Werver, BMW M3, 1’36,294 (2. Gr. N)
55. Pascal Cat, BMW M3, 1’36,774 (3. Gr. N)
56. Louis Granjon, BMW M3, 1’36,922 (4. Gr.N)
- Patrick Weber - photo Maggy Parries