Mit einem neuen F3000-Teilnehmerrekord bei einem Lauf zur französischen Bergmeisterschaft ging das Bergrennen Abreschviller am Wochenende bereits im Vorfeld in die Annalen ein. 14 F3000 stellten sich denn auch den samstäglichen Trainingsläufen, doch kurz vor Trainingsende tat Youngster Benoit Bouche bei seinem erst dritten Einsatz in der Königsklasse einen heftigen Abflug, dies im wahrsten Sinne des Wortes, wobei der 28-Jährige jedoch dank seiner Schutzengel namens Kohlefasermonocoque und HANS unverletzt dem ebenfalls, zumindest oberflächlich betrachtet, nur leicht beschädigten Reynard-Mugen Nippon entsteigen konnte.
Wie aufwändig die Reparatur des Fahrzeugs sein wird, muss sich in den kommenden Tagen zeigen, wovon dann auch die geplante Teilnahme des französischen Nachwuchsvizemeisters 2007 am kommenden Wochenende in Eschdorf abhängen wird.
Bereits im Training zeichnete sich mit Lionel Regal vor Fabien Frantz, Sebastien Petit und Nicolas Schatz jenes Quartett auf den Spitzenrängen ab, das denn auch am Sonntag dem übrigen F3000-Mammutfeld nur die Statistenrollen überliess. Dahinter folgten Alban Thomas und Stephane Baudin, während Cyrille Frantz im Norma-BMW in Abwesenheit des vor Wochenfrist am Col St. Pierre verunfallten Eric Pernot als bester Sportwagenpilot auf Rang 7 lauerte.
Bester Luxemburger nach dem Training war Guy Demuth als 16., während Frank Maas nach diversen technischen Problemen vorerst «nur» auf den 26. Rang kam. Der Deutsch-Slowene Patrik Zajelsnik seinerseits kam beim Debüt im G-Force Mugen Nippon auf den 23. Trainingsrang.
Am Renntag sollte der Kampf des Spitzenquartetts bei nahezu sommerlichem Wetter die riesige Publikumskulisse noch mehr aufheizen, so dass so mancher ob der Spannung die Sonnencreme vergass und am Abend mit kräftigem Sonnenbrand die Heimreise antrat.
Bereits im ersten Lauf blieben sämtliche 4 Favoriten unter dem bislang von Lionel Regal gehaltenen Streckenrekord, wobei der Meister himself beinahe um eine winzige Tausendstelsekunde nur auf Platz 4 gelegen wäre, so dicht kam der Waghalsigste der Viererbande, der 22-jährige Nicolas Schatz an die 48,995 des Titelverteidigers heran, während vorerst Sebastien Petit in 48,619 vor Fabien Frantz (48,848) den Ton angab.
0,377 Sekunden trennten demnach die vier Erstplatzierten, die den nachfolgenden Alban Thomas bereits um 1,8 Sekunden abhängten, der jedoch über Probleme mit der Benzinzufuhr und einen entsprechend unsauber laufenden Judd-Motor klagte. Mit Stephane Baudin, Antony Neveu und Daniel Allais folgten weitere F3000-Fahrer, Sportwagenleader Cyrille Frantz als Neunter hielt derweil seinen Markenkollegen Alain Castellana nur um ein Zehntel nieder.
Mit 4,935 sec. Rückstand auf den Gesamtführenden lag Guy Demuth vorerst auf Platz 14, während Frank Maas nach seinem verkorksten Training immer noch nach seinen Rhythmus auf der sehr engen, jedoch extrem schnellen Strecke suchte und mit weiteren zweieinhalb Sekunden Rückstand auf Rang 22 folgte.
Von seinen Herausforderern derart in die Enge getrieben griff Lionel Regal im zweiten Lauf zu einem neuen Reifensatz und schraubte so nun den Streckenrekord auf 48,476 herunter, während seine drei Erzrivalen ihre ersten Laufzeiten nicht mehr verbessern konnten.
Dafür kämpfte sich Antony Neveu an Stephane Baudin vorbei auf den 6. Rang. Demuth konnte zwar seine Zeit (53,315) um zwei Zehntel, nicht aber seine Platzierung herunterschrauben, während Frank Maas sich um immerhin fast 2 Sekunden auf nun 54,238 verbessern konnte und so einen Riesensatz bis auf den 16. Rang nach vorne tat.
Mit Spannung wurde der dritte Rennlauf erwartet, doch letztlich sollte keiner aus dem Siegerquartett sich verbessern können, ja regal war gar der einzige, der auch diesmal, zum dritten Mal an diesem Tag, unter der 49-Sekundenschallmauer blieb.
Anders im Verfolgerfeld, wo sich Antony Neveu um einen weiteren Rang nach vorne kämpfte und so noch Alban Thomas abfing, ein erster Top5-Rang somit für das Nachwuchstalent aus der Savoie, der seit dem Umstieg auf den Reynard-Cosworth 93D seines Vaters Jean-Louis nun deutlichen Aufwärtstrend zu erkennen gibt.
Alban Thomas seinerseits durfte sich glücklich schätzen, dass ihn der ebenfalls sich kontinuierlich steigernde Stephane Baudin nicht ebenfalls noch nach hinten durchreichte. Obwohl Alain Castellana sich im dritten Lauf bis auf 71 Tausendstel an Cyrille Frantz herankämpfte, konnte letzterer seinen ersten Sportwagensieg im Norma feiern, eben jenem Fahrzeug, das zuvor Castellana gehört hatte.
Nur um weitere 9 Hunderstel verpasste der 20-jährige Billy Ritchen im vierten F3000-Einsatz seinen ersten Top10-Platz, nachdem er am Samstag im Training eine Schrecksekunde tat, als er sich am Lola-Cosworth an einer Leitplanke eine Felge kaputtschlug. Auch hier reift demnach ein beachtliches Talent heran.
Da Yannick Latreille aufgrund einer Augenentzündung im ex-Frantz-Osella auf den dritten Rennlauf verzichtete, musste er kampflos Guy Demuth den 13. Platz überlassen, der sich nun erstmals unter die 53er Schallmauer verbesserte.
Auch Frank Maas konnte sich um eine halbe Sekunde auf nun 53,786 steigern, was jedoch keine weitere Verbesserung in der Rangliste nach sich zog. Patrik Zajelsnik seinerseits fuhr ein weises Debütrennen und landete am Ende in 55,954 auf Rang 24, während sein älterer Bruder Alexander beim Comeback im Osella-BMW PA20 immerhin noch die Top20 abrundete.
Luxemburgischerseits musste Léon Linden zwar erneut mit dem Martini-Honda Vorlieb nehmen, da der neue Dallara-Opel 304 noch nicht einsatzbereit ist, dennoch reichte der 64. Gesamtrang zum dritten Platz in der rein Luxemburger Wertung, womit der 2006er Bergmeister sich nun auf den zweiten Tabellenrang hinter Guy Demuth vorschieben konnte.
Von den Tourenwagenfahrern erwies sich diesmal Bob Kellen im BMW M3 als schnellster Luxemburger vor Georges Keipes (Escort Cosworth), Christian Franck (Clio RS) und Mike Souvigné im Citroën Saxo Kitcar, der sich in Gruppe A bis 1,6 Liter nach hartem Kampf nur knapp dem jungen Lothringer Jérôme Janny im Honda Civic beugen musste.
Spannend ging es auch um den Tourenwagen-Gesamtsieg her. Nach dem ersten Lauf lag Françis Dosières im BMW 320 STW in Front, während dahinter Yannick Poinsignon im bildschönen CG Simca Turbo ganze zwei Tausendstel vor Roger L’Hermet im Scora AMD Turbo ins Ziel kam. Im zweiten Lauf rückte Poinsignon dem BMW-Fahrer bis auf 29 Tausendstel näher, bevor L’Hermet im dritten Lauf zu einem imposanten Gegenangriff ansetzte und sich letztlich doch noch deutlich sowohl den Gruppe FC/F2000-Sieg, als auch die beste Tourenwagenzeit sicherte.
Auch Poinsignon konnte Dosières noch um drei Zehntel übertrumpfen, der sich seinerseits dennoch über den neuen Gruppe A/ST-Rekord freuen durfte und nun hoch motiviert dem Zeitenvergleich gegen die «KW-Bergcup»-2 Liter-Meute mit Hovemann, Schmitt, Flatz und Co am Eschdorfer Berg entgegenblickt. Bei den GT-Wagen lag Christian Debias im Porsche 996 GT3 nach dem ersten Lauf überraschend hinter Markenkollege Dominique Vuillaume, bevor er dann die logiche Hierarchie wieder herstellen konnte.
Spannung pur gab es last but not least auch in den Gruppe N und H. Während bei den Serientourenwagen am Ende Lokalmatador Nicolas Werver vor seinen BMW-Kollegen Pascal Cat, Olivier Nicolle und Gaststarter Fabrice Marchal die Nase vorne behielt, lag in Gruppe H nach dem ersten Lauf Martin Kleiner (D) im VW Polo vorne, dann übernahm der Schweizer Marcel Nussbaumer im spektakulären VW Golf Turbo die Spitze, bevor sich am Ende doch noch der Belgier Pascual Perez im Peugeot 306 Kitcar den Sieg sicherte.
Nach dem am kommenden Wochenende ins Haus stehenden Gaststart zahlreicher Vertreter der französischen Bergmeisterschaft in Eschdorf steht in Frankreich eine Woche später am Pfingstwochenende in der Normandie, wenige Kilometer von Saint-Lô entfernt, mit dem Bergrennen Hébécrevon der vierte Meisterschaftslauf an.
Das Ergebnis :
1. Lionel Regal (F), Reynard-Mugen 01 KL FNippon, 48,476
2. Sebastien Petit (F), Reynard-Cosworth 95D F3000, 48,619
3. Fabien Frantz (F), Reynard-Cosworth 92D F3000, 48,848
4. Nicolas Schatz (F), Lola-Cosworth T94/50 F3000, 48,996
5. Antony Neveu (F), Reynard-Cosworth 93D F3000, 50,650
6. Alban Thomas (F), Lola-Judd B99/50 F3000, 50,854
7. Stephane Baudin (F), Reynard-Mugen 01 KL FNippon, 51,091
8. Daniel Allais (F), Reynard-Judd 97D F3000, 51,702
9. Cyrille Frantz (F), Norma-BMW M20 3L CN, 51,848 (1. Gr. CN)
10. Alain Castellana (F), Norma-BMW M20 3L CN, 51,919
11. Billy Ritchen (F), Lola-Cosworth B99/50 F3000, 52,009
12. Daniel Bassora (F), Norma-BMW M20 3L CN, 52,557
13. Guy Demuth (L), Lola-Zytek B02/50 F3000, 52,912
14. Yannick Latreille (F), Osella-BMW PA20 3L CN, 53,249
15. Colin Lemaitre (GB), Dallara-Opel 302 2L, 53,388
16. Frank Maas (L), Reynard-Cosworth 93D F3000, 53,786
17. Antoine Lombardo (F), Reynard-Cosworth 94D F3000, 54,671
18. Raynald Thomas (F), Martini-Opel Mk 79 F3, 54,817
19. Georges Hubert (B), Dallara-VW F2, 55,108
20. Alexander Zajelsnik (D), Osella-BMW PA20 3L CN, 55,145
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24. Patrik Zajelsnik (SLO), G-Force Mugen FNippon, 55,954
:
26. Sandrine Néel (F), Norma-Honda M20 2L CN, 56,591 (1. Dame)
:
:
36. Roger L’Hermet (F), Scora AMD Turbo, 58,393 (1. Gr. FC/F2000)
:
40. Yannick Poinsignon (F), CG Simca Turbo, 59,428 (2. Gr. FC/F2000)
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42. Françis Dosières (F), BMW 320 STW, 59,748 (1. Gr. A/ST)
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48. Christian Debias (F), Porsche 996 GT3 RS, 1:01,253 (1. GT)
:
59. Nicolas Werver (F), BMW M3, 1:03,585 (1. Gr. N)
:
61. Pascal Cat (F), BMW M3, 1:03,864 (2. Gr. N)
62. Olivier Nicolle (F), BMW M3, 1:03,868 (3. Gr. N)
63. Fabrice Marchal (F), BMW M3, 1:03,966 (4. Gr. N)
64. Léon Linden (L), Martini-Honda Mk59 1.3L, 1:04,173
:
68. Pascual Perez (B), Peugeot 306 Kitcar, 1:004,835 (1. Gr. H)
69. Marcel Nusbaumer (CH), VW Golf Turbo, 1:05,78 (2. Gr. H)
70. Martin Kleiner (D), VW Polo, 1:05,429 (3. Gr. H)
71. Bob Kellen (L), BMW M3, 1:05,534 (1. Gr. ACL)
:
74. Georges Keipes (L), Ford Escort Cosworth, 1:06,152 (2. Gr. ACL)
75. Christian Franck (L), Renault Clio RS, 1:06,611 (3. Gr. ACL)
:
81. Mike Souvigné (L), Citroën Saxo Kitcar, 1:08,203
:
84. Joé Schmitz (L), Formel BMW Junior, 1:08,593
:
:
119. Nathalie Hoffmann (L), Ford Fiesta Cup, 1:18,088
:
1. Petit 96 pts
2. Régal 95
3. F. Frantz 86
4. Schatz 76
5. Thomas 70
6. Nicolle et Debias 69
8. C. Frantz 65
9. Castellana 64
10. Werver 62
11. Lhermet 61
12. Dosières 58 etc.