Bergrennen Dunières, 9. Lauf französischen Berg-Meisterschaft
Eine Woche nachdem der mehrfache deutsche Bergmeister Herbert Stenger beim DM-Lauf in Homburg seinen Konkurrenten Sabotage an seinem CN-Sportwagen vorwarf, schien nun auch beim französischen Meisterschaftslauf in Dunières die Hitze den Konkurrenten aufs Gemüt geschlagen zu sein.
Nachdem er im total verregneten Samstagstraining bereits in 1:25,379 klare Bestzeit vor Alban Thomas (Lola F3000) und Christian Debias (Porsche 997 GT3 RS) gefahren war, dominierte Lionel Regal auch am Sonntag bei herrlichem Sommerwetter auf der 2,18 km langen Strecke unweit von St. Etienne alle drei Rennläufe.
Nach dem ersten Rennlauf am Vormittag lag Regal in 1:02,998 deutlich vor Sebastien Petit im Reynard-Cosworth 95D (1:04,470) und Alban Thomas (1:04,843), dahinter folgten die drei Norma-Piloten Alain Castellana (1:05,861), Daniel Bassora (1:06,077) und Christophe Malateste (1:06,732) im Formationsflug, die somit nicht nur überraschend ihre Osella-Konkurrenten im Sportwagenfeld in Schach hielten, sondern, zumindest die beiden 3-Liter-Norma, auch Fabien Frantz im Reynard-Cosworth 92D (1:06,197).
Dieser schob sich dann aber im zweiten Rennlauf mit 1:03,689 auf den zweiten Gesamtrang vor, und war dabei nur unwesentlich langsamer als Regals zweite Laufzeit (1:03,490). Petit steigerte sich auf 1:03,815, derweil sich Cyrille Frantz im Osella in 1:05,565 nun an die Sportwagenspitze kämpfte, während sich auch Eric Pernot in 1:05,994 in den Windschatten von Castellanas erster Laufzeit setzte, der in diesem zweiten Rennlauf sogar hinter Pernot und Bassora nur die viertschnellste Gruppenzeit fuhr.
Auch im dritten Rennlauf blieb Regal unantastbar und fuhr in 1:02,562 zugleich Tagesbestzeit, blieb jedoch über eine Sekunde über seinem eigenen Streckenrekord (1:01,422) aus dem Jahr 2005. Auch Fabien Frantz konnte sich steigern (1:03,011), musste sich aber erneut mit dem direkten Ehrenplatz zufrieden geben. Hinter Petit und Thomas blieben auch im Sportwagenfeld die Positionen nun bezogen, sodass Cyrille Frantz seinen 5. CN-Sieg feiern durfte.
Doch nach Feiern schien den beiden Frantz-Brüdern nicht zumute: Lautstark warfen sie Lionel Regal vor, er würde ohne den vorgeschriebenen Drehzahlbegrenzer am F3000 fahren, ein Vorwurf, den dieser natürlich nicht auf sich sitzen lassen wollte, weshalb er bei der Rückführung die einzelnen Gänge seines Reynard-Mugen jeweils voll bis zum Drehzahlbegrenzer ausfuhr, was die beiden Brüder jedoch wenig überzeugte.
Schlimmer noch, Fabien wurde nun sogar gegen Regals Teamkollegen und Cousin Mickael Forot handgreiflich. Fazit: sowohl die beiden Frantz-Brüder als auch Regal wurden vor die Sportkommissare zitiert, wobei Regal wegen Missachtung der Parc fermé-Regelung ebenso verwarnt wurde wie die beiden Streithähne aus dem Jura, zudem gab es eine Geldstrafe für Fabien Frantz. Und zu guter Letzt weigerte sich Regal zudem, nach diesen Vorfällen gemeinsam mit Fabien Frantz aufs Podium zu steigen.
Bleibt zu hoffen, dass sich bis zum Saisonhöhepunkt, dem EM-Bergrennen Mont-Dore in 14 Tagen, die Gemüter wieder beruhigt haben werden.
Ein Bergrennen Mont-Dore, das auch im Tourenwagenfeld bereits seine Schatten voraus warf. So hatte es sich Françis Dosières im BMW 320 ST zum Ziel erklärt, auf keinen Fall den Gruppe A/ST-Sieg zu landen, um fürs Aufeinandertreffen mit der EM-Elite endlich das Zusatzgewicht (zur „Strafe" für seine anhaltende Siegesserie) ausladen zu dürfen. Bis zum 3. Rennlauf klappte alles optimal und der ex-Europameister fand sich in den Tiefen des Ergebnisses, doch im 3. Rennlauf war er dann doch einen Hauch „zu schnell" und wurde doch noch mit 0,163 sec. Vorsprung auf Jean-Louis Janioud im BMW M3 Gruppensieger.
Zumindest im Kampf um die Tourenwagenbestzeit spielte Dosières so aber diesmal keine Rolle, hier war Gruppe FC-Sieger Roger L’Hermet im Scora AMD rund viereinhalb Sekunden schneller, gefolgt vom klaren GT-Sieger Christian Debias. Und selbst Gruppe N-Sieger Pascal Cat, der sich im zweiten Lauf mit guten 1:16,665 einen recht klaren Sieg vor Nicolas Werver und Rémy Baby sicherte, war nur unwesentlich langsamer als Dosières.
Das Ergebnis:
1. Lionel Regal, Reynard-Mugen 1KL Nippon, 1:02,562
2. Fabien Frantz, Reynard-Cosworth 92D F3000, 1:03,011
3. Sebastien Petit, Reynard-Cosworth 95D F3000, 1:03,815
4. Alban Thomas, Lola-Judd B99/50 F3000, 1:04,843
5. Cyrille Frantz, Osella-BMW PA20S 3L CN, 1:05,565 (1. CN)
6. Alain Castellana, Norma-BMW M20 3L CN, 1:05,861
7. Eric Pernot, Osella-BMW PA20S 3L CN, 1:05,994
8. Daniel Bassora, Norma-BMW M20 3L CN, 1:06,077
9. Nicolas Schatz, Lola-Cosworth T94-50 F3000, 1:06,082
10. Christophe Malateste, Norma-Honda M20 2L CN, 1:06,291
11. Alain Colomeda, Dallara-Mercedes 303 F3, 1:07,727 (1. F3)
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28. Roger L’hermet, Scora AMD Renault Turbo, 1:12,861 (1. Gr. FC)
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33. Christian Debias, Porsche 997 Gt3 RS, 1:14,559 (1. GT)
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40. Françis Dosières, BMW 320 ST, 1:16,225 (1. Gr. A/ST)
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43. Pascal Cat, BMW M3, 1:16,665 (1. Gr. N)
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MS-Stand (nach 9 von 14 Läufen)
1. Regal, 303
2. C. Frantz, 272
3. Petit, 245
4. Pernot, 244
5. F. Frantz, 231
6. Dosières, 207
7. Castellana, 202
8. Malateste und Thomas, je 191
10. Debias, 179
- Patrick WEBER -
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