(7./8. Juli 2007) 8. Lauf französische Berg-Meisterschaft
Mit einem Paukenschlag begann das Bergrennen Vuillafans-Echevannes: nachdem es im ersten Lauf nach dem Tourenwagenfeld zu regnen anfing, gab es an der Spitze ein völlig unerwartetes Bild. Einzig Lokalmatador Cyrille Frantz konnte im Osella-BMW auf der 4,8 km langen Strecke in 2:13,993 gerade noch die im Trockenen gestarteten Tourenwagen-Spitzenleute Roger L’Hermet (2:14,407) im Scora AMD Turbo) und Françis Dosières (2:16,667) im BMW 320 STW in Schach halten.
Schnellster F3000-Vertreter war vorerst auf Platz 4 der Lothringer Alban Thomas im Lola-Judd B99/50, dem Jacky Marcelino (Opel Vectra STW), GT-Leader Christian Debias im Porsche 997 GT3RS und der Schweizer Gérard Nicolas im Ford Escort folgten. Sebastien Petit im Reynard-Cosworth 95D folgte auf dem 8. Platz.
Nach dem Training nur durch 0,111 sec. getrennt lagen derweil die beiden schnellsten Fahrer vom Vortag nur auf den Plätzen 11 und 13: Lionel Regal (2:20,572) und Fabien Frantz (2:21,183).
Doch damit nicht genug: auch nach dem zweiten Rennlauf, während dem die Strecke erst wieder für die offenen Sport- und Rennwagen wieder einigermassen trocken war, gab es bei Titelverteidiger Lionel Regal eine Woche nach seinem EM-Gesamtsieg beim legendären, über 14 km langen Bergrennen Trento-Bondone im Südtirol lange Gesichter: in 1:52,993 hatte Fabien Frantz die Bestzeit auf seine Heimstrecke geknallt, womit der Citroën-Händler dem Champion immerhin knapp eine halbe Sekunde Rückstand aufgebrummt hatte.
Doch auch im Lager der Frantz-Brüder gab es nicht nur eitel Sonnenschein, nachdem Eric Pernot, ebenfalls einer der Lokalmatadoren aus dem Jura, in 1:54,205 nicht nur die drittschnellste Gesamtzeit gefahren war, sondern vor allem auch mit 0,956 sec. Vorsprung auf Cyrille Frantz nun recht klar die Sportwagengruppe anführte. Zwischen die beiden Sportwagenrivalen schoben sich inder Gesamtwertung noch die nur durch 0,087 sec. getrennten Alban Thomas und Sebastien Petit.
Alles blickte nun zum Himmel und befürchtete, der Wettergott könne erneut die Himmelsschleusen öffnen, doch nach ein paar wenigen schüchternen Regentropfen während des Tourenwagenfelds sollte das Spitzenfeld im Trockenen zum ultimen Schlagabtausch antreten. Obschon sich Cyrille Frantz bis auf 1:54,743 steigern konnte, musste er sich seinem „Nachbarn" Pernot definitiv im Kampf um den Gruppe CN-Sieg geschlagen geben.
Doch auch dieser wurde in der Gesamtwertung nach hinten durchgereicht, konnte sich Alban Thomas doch auf 1:53,315 steigern, während Sebastien Petit sogar in 1:52,271 vorerst die Spitze der Gesamtwertung erkämpfte. Alles wartete nun gespannt auf die beiden aufgrund ihrer Trainingsbestzeiten zuletzt startenden F3000-Fahrer, und Fabien Frantz konnte denn auch in 1:52,084 die Bestzeit von Petit um knappe 0,187 sec. unterbieten.
Blieb demnach nur noch die Zeit von Regal abzuwarten, der letztlich als einziger Fahrer doch noch die 1:52er Schallmauer, wenn auch denkbar knapp, knacken sollte: 1:51,953, demnach nur 0,131 sec. schneller als Fabien Frantz, ein überaus knapper Rennausgang, der für den weiteren Saisonverlauf noch einiges an Spannung verspricht, scheint Fabien Frantz sich derzeit doch wahrlich in der Form seines Lebens zu befinden, wozu natürlich auch sein zu Saisonbeginn neu erworbener ex-Chamberod-Reynard 92D beiträgt, mit dem der 41-Jährige hervorragend zurecht kommt:
„Besonders freut es mich, dass Bernard Chamberod mir auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite steht und sich praktisch nach jedem Rennen telefonisch bei mir erkundigt, wie’s gelaufen ist." Ein Chmberod, der am Sonntagabend auch ein Wenig Grund zur Freude hatte, nachdem sein Streckenrekord von 1:49,296 aus dem Jahr 2004 auch diesmal nicht unterboten werden konnte.
Grund zur Freude hatte aber auch der blutjunge Nicolas Schatz, der zwei Wochen vor seinem 22. Geburtstag mit dem 7. Gesamtrang einen tollen F3000-Einstieg feiern konnte. Beim allerersten Start im Lola-Cosworth T94/50 konnte er auf Anhieb die Norma-Sportwagenriege mit Alain Castellana, Daniel Bassora und Christophe Malateste in Schach halten.
Weniger erfreut waren derweil die Touren- und Gt-Wagen, deren Ergebnis bereits nach dem ersten Lauf feststand, nachdem der Regen anschliessend weitere Zeitenverbesserungen vereitelte. Demnach musste sich Françis Dosières trotz erneutem Gruppe A/ST-Sieg diesmal Erzrivalen Roger L’Hermet beugen. Yannick Poinsignon seinerseits kam im 3. Lauf gerade noch vor der einsetzenden Schauer hoch und schob seinen CG Simca Turbo auf den dritten Tournewagenrang, vor dem Schweizer Gérard Nicolas im Escort und Jacky Marcelino im Vectra.
Christian Debias meldete sich nach seinem Getriebeschaden im Beaujolais erfolgreich in Gruppe GT zurück, wo diesmal etwas überraschend Dominique Vuillaume im 996 GT3 mit nur einer knappen halben Sekunde Rückstand Platz 2 belegt, während Beaujolais-Sieger Fred Santarelli im 993 Bi-Turbo und Georges Soutrenon (996GT3) das Wetter einen Strich durch die Rechnung machte und den erhofften Gegenangriff vereitelte.
Auch in Gruppe N stand mit Olivier Nicolle der Sieger bereits nach dem ersten Lauf fest, beim 5. Saisonsieg folgten ihm diesmal seine BMW M3-Kollegen Nicolas Werver mit 0,377 sec. und Pascal Cat mit 0,553 sec. Rückstand.
In zwei Wochen geht die frz. Bergmeisterschaft in Dunières (Auvergne, nahe St. Etienne) in die nächste Runde, wobei die dortige Strecke durch ihren recht geringen Grip den Fahrern stets ganz besondere Rätsel aufgibt.
Das Ergebnis:
1. Lionel Regal, Reynard-Mugen 2001 F3000, 1:51,953
2. Fabien Frantz, Reynard-Cosworth 92D F3000, 1:52,084
3. Sebastien Petit, Reynard-Cosworth 95D F3000, 1:52,271
4. Alban Thomas, Lola-Judd B99/50 F3000, 1:53,315
5. Eric Pernot, Osella-BMW PA20S 3L CN, 1:54,205
6. Cyrille Frantz, Osella-BMW PA20S 3L CN, 1:54,743
7. Nicolas Schatz, Lola-Cosworth T94/50 F3000, 1:58,116
8. Alain Castellana, Norma-BMW M20 3L CN, 2:00,289
9. Daniel Bassora, Norma-BMW M20 3L CN, 2:00,550
10. Christophe Malateste, Norma-Honda M20 2L CN, 2:02,178
11. Anthony Neveu, Ralt-Judd Rt23 F3000, 2:02,895
12. Benoit Bouche, Dallara-Opel F399 F3, 2:03,597
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27. Roger L’Hermet, Scora-Renault AMD Turbo, 2:14,407 (1. Gr. FC)
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29. Françis Dosières, BMW 320 ST, 2:16,677 (1. Gr.A/ST)
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40. Christian Debias, Porsche 997 Gt3RS, 2 :20,030 (1. GT)
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46. Olivier Nicolle, BMW M3, 2:23,903 (1. Gr. N)
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66. Cyril Andrey, Ford Focus, 2:32,255 (1. Gr. F2000)
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- Patrick WEBER -
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