3. Lauf Luxbg. Bergmeisterschaft, zugleich deutsche Berg-MS, KW-Bergcup ...
Nie zuvor nahmen derart viele Luxemburger Fahrer an einem ausländischen Bergrennen teil wie am kommenden Pfingstmontag in Wolsfeld. Doch wen wundert’s, liegt der kleine Ort doch nur einen Katzensprung von Luxemburg, genau gesagt Echternach (Richtung Bitburg) entfernt.
Zudem erfreut sich die sehr knifflige, aber umso selektive Strecke bei den Aktiven grösster Beliebtheit. Dies scheint jedoch nicht nur bei den Luxembur-ger Fahrern der Fall zu sein, die nach Lorentzweiler und Abreschviller (F) am Montag zum dritten Mal in dieser Saison um Bergmeisterschaftspunkte kämpfen, sondern auch bei den Einheimischen, kann der EMSC Bitburg doch auf ein Rekordnennergebnis von insgesamt 176 Wagen und Fahrern verweisen.
Beim Kampf um den Gesamtsieg dürften vor allem die insgesamt 8 zweisitzigen Sportwagen, angeführt vom deutschen Rekordmeister Herbert Stenger (Eigenbau-BMW), den Schweizern Marcel Steiner (Martini-BMW Mk77) und Bruno Winkler (Stenger-BMW) sowie Uwe Lang und Bernd Simon (beide Osella-BMW PA20S), im Rampenlicht stehen.
Allerdings muss auf der extrem engen Strecke mit einer sehr kniffligen Haarnadelkurve kurz nach dem Start vor allem auch Publikumsliebling Bruno Ianniello aus der Schweiz auf seinem Lancia Delta S4 als Zünglein an der Waage beachtet werden, der hier in der Vergangenheit bereits zu Gesamtsiegehren kam.
Aus dem insgesamt 101 Fahrzeuge (!!!) umfassenden Feld des „KW-Bergcups" (Gruppen H und E1/FS) dürften am Ende sogar gleich mehrere Fahrer in die Top10 vorfahren. Besonders im 44 (!!) Wagen umfassenden Feld der 2 Liter-Klasse sind Fahrer wie Holger Hovemann (Opel Kadett C Risse 16V), Andreas Kokor (Ford Escort RS2000 Mk1), Dirk Preisser (Kadett) u.v.m. zu beachten, derweil der Schweizer Reto Meisel im Mercedes-Judd 190 mit V8-Formel 1-Motor es auf dieser Strecke wohl nicht allzu leicht haben wird, an seine bisherigen Tourenwagensiege in der deutschen Berg-Meisterschaft anzuknüpfen.
Erschwert wird die Aufgabenstellung noch dadurch, dass das deutsche Wertungssystem (Addition sämtlicher Laufzeiten, in Wolsfeld deren 4) keinen Fehler zulässt. Eine Erfahrung, welche Guy Demuth im Lola-Zytek B02/50 F3000 bereits vor zwei Jahren hier gemacht hatte, als er sich einen Ausrutscher leistete und daher nicht gewertet wurde.
Am Montag möchte der Luxemburger ex-Meister es demnach nun besser machen und sich auch in der Meisterschaftstabelle weiter nach vorne arbeiten. Ob er auch im Kampf um den Gesamtsieg mitreden kann, muss sich dagegen erst zeigen, nachdem in Wolsfeld vor einigen Jahren mit Christian Hauser ja bereits ein Luxemburger Fahrer seinen Namen ins Palmarès hatte einschreiben können.
Auch Léon Linden, der zweite Luxemburger Formelwagen-Pilot im Feld, wird es in Wolsfeld schwer haben, sich gegen die deutsche Übermacht zu wehren, doch der Luxemburger Titelverteidiger wird vor allem seine Meisterschaftsrivalen im Auge behalten und möchte diesmal endlich die Tourenwagenfahrer hinter sich lassen, die derzeit mit Romain Theissen und Gerry Schanen die Tabelle anführen.
Und gerade diese zwei Fahrer treffen nun am Montag erstmals im direkten Zweikampf in der Division 5 (+2 bis 3,5 Liter) aufeinander. Denn während Schanen den gewohnten ex-Duwo-BMW M3 einsetzt, hat sich Romain Theissen etwas ganz Besonderes einfallen lassen.
Da er befürchtete, mit dem gewohnten ex-Le Mans-Porsche die enge Spitzkurve nicht meistern zu können, hat er sich nach einem Ersatzfahrzeug umgesehn und wurde beim Schweizer Bruno Ianniello fündig, indem er dessen zweiten Lancia Delta S4 gemietet hat. Wie er jedoch auf Anhieb mit diesem Allradler zurecht kommen wird, muss sich am Wochenende zeigen.
Unter den 29 Luxemburger Fahrern sind in Wolsfeld nahezu alle einheimischen Bergspezialisten und sogar noch einige mehr, wie etwa die Rallyespezialisten Jacques Gregorius (Renault Clio RS Ragnotti Gr. N) und Steve Zimmer (BMW 318is Gr. H).
Besonders hervorstechen dürften so beispielsweise auch Bob Kellen (BMW M3), Pascal Achen (erstmals am Berg im Mitsubishi Lancer Evo 8), Claude Poorters (Subaru Impreza GT), Marc Ernster (Ford Escort RS2000) oder auch Publikumsliebling Petar Nerancic im Rover Mini Cooper.
Das Mammutprogramm beginnt am Sonntag ab 9.30 mit den Trainingsläufen (bis ca. 18 Uhr), der erste Start zu den 4 Rennläufen ist am Montag ab 9.30 Uhr vorgesehen.
Nachtrag: Hauser siegte 1999 in Wolsfeld
Im Reynard-Cosmorth 93D F3000 konnte sich der Luxemburger Christian Hauser 1999 in Wolsfeld den Gesamtsieg sichern, dies mit rund 3 Sekunden Vorsprung auf Arnold Wagner im Lola F3000. Dritter war damals der Schweizer Bruno Ianniello im Lancia Delta S4.
Punkte Berg-MS 2007 vor Wolsfeld ( rect. 23.05.2007)
1. Romain Theissen 68(28+40)+69(29+40)=137
2. Gerry Schanen 67(27+40)+68(28+40)=135
2ex.Guy Demuth 65(29+36)+70(30+40)=135
4. Léon Linden 65(25+40)+67(27+40)=132
5. Bob Kellen 60(24+36)+61(25+36)=121
6. Marc Ernster 46(18+28)+64(24+40)=110
7. Yves Stocklausen 46(14+32)+63(23+40)=109
8. Pascal Achen 45(9+36)+53(21+32)=98
9. Christian Uhres 34(2+32)+58(18+40)=92
10. Joelle Wiltgen 35(11+24)+56(20+36)=91
11. Jean-Paul Uhres 30(10+20)+58(22+36)=88
12. Alain Pier 25(5+20)+51(19+32)=76
13. Christian Hauser 70(30+40+NP=70
14. Christian Franck 66(26+40)+NP=66
15. Hugo Vitali 0(abandon)+62(26+36)=62
16. Claude Poorters 59(19+40)+NP=59
17. Bob Simon 58(22+36)+NP=58
18. Hugo Arellano 56(16+40)+NP=56
19. David Lucius 55(23+32)+NP=55
20. Jean-Paul Erasmy 52(20+32)+NP=52
21. Jacques Gregorius 51(15+36)+NP=51
22. Georges Keipes 49(21+28)+NP=49
23. Joe Schmitz 48(12+36)+NP=48
24. Rui Goncalves 46(6+40)+NP=46
25. Yves Lahure 41(13+28)+NP=41
25ex. Jean-Luc Arendt 41(17+24)+NP=41
27. Didier Thein 39(3+36)+NP=39
28. Petar Nerancic 34(2+32)+NP=34
29. Marc Tordy 32(0+32)+NP=32
30. Manuel Seguin 31(7+24)+NP=31
31. Germain Miny 24(0+24)+NP=24
31ex. Steve Zimmer 24(8+16)+NP=24
33. Nathalie Hoffmann 20(0+20)+NP=20
34. Jacques Gérard 16(4+12)+NP=16
34ex.Eric Thill 16(0+16)+NP=16
36 Patrick Schenk 8(0+8)+NP=8
37.Claude Berchem 0(0+0)+NP=0
- Patrick WEBER -
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