Französische Kartmeisterschaft Nationale in Mirecourt (F)
Am letzten Woche fand auf der Kartbahn in Mirecourt (F) die französische Meisterschaft der Kategorie Nationale statt. Mit Eric Siebenborn startete auch ein Luxemburger vom Bowelux Kart Racing Team. Diese Chance wollte er sich nicht entgehen lassen, da der Austragungsort in unmittelbarer Nähe war und er die Bahn wegen der Ligue Lorraine/Alsace sehr gut kennt.
Eigentlich bestreitet der 18jährige Luxemburger seine Rennen in der Rotax-Max Klasse, daher wurden die Vorbereitungen wichtiger als bei anderen Rennen. Als einer der einzigen Fahrer der Marke Sodi-Kart, erhielt er ein neu entwickeltes Rahmen extra für dieses Rennen, doch musste er sich auch an Dieses erst gewöhnen. Zudem musste Siebenborn in kurzer Zeit 4kg abnehmen um das ideale Gesamtgewicht zu erreichen, gleichzeitig jedoch auch seine Fitness noch verbessern, um an solch einem Rennen, was über 4 Tage ausgetragen wurde, seine volle Leistung abrufen zu können. Es sollte also eine grosse Herausforderung werden.
Über 70 Fahrer hatten sich im Vorfeld eingeschrieben. Nach dem offiziellem Training vom Donnerstag und Freitag, fanden am Samstag und Sonntagmorgen Zeitfahren und 5 Qualifikationsrennen statt, um fürs Vorfinale und Finale die 36 besten Fahrer heraus zu filtern.
Die Testfahrten waren nicht einfach, erst im letzten Training vor dem Zeitfahren fanden Fahrer und Mechaniker das optimale Set-Up für die Rennen, jedoch nicht ganz für das Zeitfahren. Es sprang trotzdem ein guter 10. Rang beim Kampf gegen die Uhr heraus. Das bedeutete Startplatz 4 bei den folgenden Qualifikationsrennen.
Eher bescheiden ging der Luxemburger in das erste Rennen und platzierte sich als 3.
Auf Anhieb sprang die schnellste Rennrunde heraus und so merkte er, dass an diesem Wochenende alles möglich sein könnte. Prompt konnte er auch in haushoher überlegender Manier das zweite Qualifrennen für sich entscheiden, nochmals mit Bestzeit. Beim 3.Rennen kam der vor ihm startende Konkurrent nicht gut weg und so wurde er eingekesselt. Bis auf Platz 8 wurde er zurückgereicht.
Doch seine Überlegenheit gegen seine Konkurrenten war danach deutlich sichtbar. Locker konnte er wieder aufholen, bis der 3.Platzierte ihm beim Überholversuch in die Seite fuhr und der junge Luxemburger sich daraufhin entschied, den Vierten Platz sicher einzufahren, als einen Ausfall zu riskieren. Das vierte Rennen lief wieder sehr gut und Siebenborn setzte sich schnell auf Rang 2. in der 7. Runde kam dann jedoch eine entscheidende Situation als der Luxemburger einen sauberes Überholmanover startete und Rang 1 übernahm.
Jedoch geschah an der gleichen Stelle eine Runde zuvor ein Unfall, der Streckenposten entschied sich jedoch erst zur gelben Flagge als die ersten Konkurrenten schon wieder neben ihm waren. Unmöglich also für die Führenden die Flagge zu sichten. Die Rennleitung konnte es nicht deutlich erkennen und lies eine Strafe aus. Jedoch erwähnte es der Streckenbrecher über die Lautsprecher und erst so erfuhr es das Team des überholten Fahrer, die es auch nicht sahen.
Prompt wurde nach dem Rennen eine Klage eingereicht, die auch angenommen wurde und der Luxemburger die Höchststrafe erhielt. Eigentlich gewann er ja das Rennen, doch wurde er jetzt auf den letzten Platz gesetzt und erhielt noch dazu 3 Strafpunkte. Das ganze Fahrerlager war empört und vor allem die Vertreter der Ligue Lorraine/Alsace, die mit Eric Siebenborn nur einen Vertreter hatten, der um den Titel fahren konnte, konnten es nicht fassen.
Am Sonntagmorgen fand das letzte Qualifikationsrennen statt, in die der Luxemburger mit zerstörter Moral startete. Nach einem schlechten Start, schien es, als würde er Platz 5 nicht mehr verbessern wollen, trotzdem sprang schon zum fünften Mal die beste Rundenzeit heraus.
Im Zwischenklassement platzierte er sich somit auf Rang 19, ohne Disqualifikation wäre es Platz 3 gewesen. Trotzdem galt der Luxemburger für Experten noch immer zu den Favoriten.
Im Vorfinale musste er jetzt aufholen, was ihm schon beim Start gut gelang. Man sah dass seine Moral sich wieder verbesserte als er sah, dass er seinen Konkurrenten überlegen war. Eine Wahnsinnsfahrt mit beeindruckenden Überholmanövern bescherte ihm den hervorragenden Startplatz 7 fürs Finale. Spätestens jetzt wurde er zum Liebling der Zuschauer und jeder drückte ihm die Daumen fürs Finale. Jedoch wurden seine Reifen wegen all denen Überholvorgängen stark abgenutzt.
Trotzdem konnte der Luxemburger sehr gut ins Finale starten. Nach einem hervorragenden Start konnte er sich in der 6. Runde sogar auf Platz 3 setzen und konnte zwischen der 10. und 15. Runden den Abstand auf die beiden Führenden auf nur noch eine Sekunde schrumpfen lassen.
Danach geschah jedoch was das Team befürchtete, die Reifen machten nicht mehr mit und Siebenborn musste loslassen und sogar um die Podestplatzierung bangen, da der Franzose Melet mit Bestzeiten stark aufholte. In der letzten Runde kam es dann leider noch zum befürchteten Überholmanöver, dem der Luxemburger ganz fair Nichts entgegensetzte. Trotzdem sprang der überragende 4. Platz heraus. Französischer Meister wurde Kevin Minier vor Styve Juif und Mathieu Melet.
Teamchef Mike Weis sagte folgendes zum Wochenende : „Wir sind trotzdem sehr stolz auf unsere Leistung. Vor allem Eric hat bewiesen, dass er zu einer richtigen Persönlichkeit im Kartsport wechst. In Luxemburg gehört er jetzt schon zu den ganz Grossen.
Dieses Wochenende verfehlten wir nur ganz knapp den Titel, doch nach einer Disqulifikation ist es schwer wieder ins Rennen zu finden. Eric bescherte uns eine Wahnsinnsaufholjagd, leider leiden die Reifen sehr darunter und im Finale wurde uns dies zum Verhängnis. Die Performance war jedoch sehr gut, und so bin ich zuversichtlich, noch bessere Ergebnisse in Zukunft einzufahren."
- Mike Weis -
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