15.12.2008: Wenn es um die Reduzierung von Verbrauch und Co2-Emissionen geht, stehen sich aktuell zwei Konzepte gegenüber: In Europa setzen die meisten Hersteller schwerpunktmäßig auf den Diesel und nähern sich eher zögernd dem umweltverträglichen Hybridantrieb. In d
Wenn es um die Reduzierung von Verbrauch und Co2-Emissionen geht, stehen sich aktuell zwei Konzepte gegenüber: In Europa setzen die meisten Hersteller schwerpunktmäßig auf den Diesel und nähern sich eher zögernd dem umweltverträglichen Hybridantrieb. In den USA haben sich ökologisch denkende Käufer unterdessen längst eindeutig für die Hybridtechnik entschieden. Dennoch bringen europäische Hersteller verstärkt ihre Dieselmodelle auf den US-Markt, obwohl Diesel dort wesentlich teurer ist als Otto-Kraftstoff und längst nicht an jeder Tankstelle angeboten wird.
Die amerikanische Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) hat jetzt die Verbrauchswerte eines deutschen Diesel-Mittelklassemodells mit denen des Toyota Prius verglichen. Demnach kommt der Diesel auf einen Verbrauch von 6,92 Liter auf 100 Kilometer und verursacht jährliche Treibstoffkosten von 1.746 Dollar. Der Kohlendioxidausstoß des Diesel-Fahrzeugs liegt bei 6,2 Tonnen pro Jahr.
Im Vergleich dazu verbraucht der Prius nach EPA-Berechnungen 5,11 Liter pro 100 Kilometer und verursacht Treibstoffkosten in Höhe von 1.211 Dollar pro Jahr. Der Kohlendioxidausstoß beträgt nach diesen Berechnungen gerade vier Tonnen. Auch der in den USA angebotene Toyota Camry Hybrid schlägt den deutschen Konkurrenten: Sein jährlicher Kohlendioxidausstoß liegt bei 5,4 Tonnen. Dieselhybrid ist zu aufwändig Auf den ersten Blick scheint die Kombination verlockend: Der ohnehin sparsame Dieselantrieb kombiniert mit einem Vollhybridsystem könnte hervorragende Verbrauchs- und Emissionswerte erreichen. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Während die Komponenten des Hybridantriebs im Verbund mit dem Ottomotor zu einer Komfortverbesserung führen und einem vertretbaren technischen Aufwand bedeuten, bereitet der Diesel wesentlich größere technische Probleme. Zudem werden die in den kommenden Jahren weiter verschärften Abgasvorschriften den Dieselmotor zusätzlich verteuern.
Tim Fronzek, bei Toyota-Deutschland Sprecher für Advanced Technologies: "Die technischen Anforderungen, einen Diesel mit einem Vollhybridsystem wie im Prius zu kombinieren, sind äußerst komplex. In Zukunft werden die verschärften Abgasvorschriften für den Diesel den technischen Aufwand bei der Abgasnachbehandlung noch weiter erhöhen. Ein zusätzliches Problem stellt unter anderem auch die Start-Stop-Automatik dar, die sich beim Diesel nur schwer ohne Einbußen beim Komfort realisieren lässt."
Vor allem der hohe Stickoxid-Ausstoß wird den Diesel in den kommenden Jahren nach Ansicht des Automobilexperten Professor Ferdinand Dudenhöffer erheblich verteuern. Toyotas Entwicklungschef Masatami Takimoto plant die Zukunft im PKW-Bereich daher ohne Diesel-Vollhybridmodelle: "Toyota wird für alle Fahrzeugsegmente vom Jahr 2020 an einen Hybridantrieb einführen. Für Toyota hat dabei der Vollhybrid wie im Prius das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis. Aufgrund der Probleme bei der weltweiten Verfügbarkeit von Diesel als Kraftstoff ist es für den Kunden in den kommenden zehn Jahren vorteilhafter, sich für einen Hybridantrieb mit Benzinmotor zu entscheiden als für einen Diesel-Pkw."
Zudem, so Toyotas Vorstandsvorsitzender Katsuaki Watanabe, besteht ein Problem bei den Kosten für einen Diesel-Vollhybrid. Schon heute sind die Herstellungskosten für einen Dieselmotor deutlich höher als für ein Benzin-Aggregat. Kombiniert mit einem Hybridantrieb wäre die Wettbewerbsfähigkeit eines solchen Antriebsstrangs im Hinblick auf die Kosten stark eingeschränkt.
Nicht zuletzt deshalb besitzen die zurzeit von anderen Herstellern für den Serienstart vorbereiteten Dieselhybridmodelle ausnahmslos einen milden Hybridantrieb mit schwächeren Elektromotoren, sodass die Hauptlast des Vortriebs beim Verbrennungsmotor liegt und der Elektroantrieb nur unterstützend eingreift. Prius-Produktion in den USA Toyota wird den Prius ab der zweiten Jahreshälfte 2010 auch in den USA produzieren. Damit folgt die Toyota Motor Corporation der Strategie, die Fahrzeuge dort zu produzieren wo sie verkauft werden. In Folge der gestiegenen Ölpreise besteht auf dem US-Markt eine erhöhte Nachfrage an Hybridfahrzeugen. Das Unternehmen geht davon aus, dass dieser Trend anhalten wird und reagiert flexibel auf die Marktveränderung. Der Prius wird im derzeit noch im Bau befindlichen Werk in Mississippi hergestellt werden. Die dort vorgesehene Produktion des Highlander wird in das Werk Indiana verlegt. Der bislang in Indiana gefertigte Pickup Tundra kommt künftig ausschließlich aus dem Werk in Texas. Nach dem Toyota Camry Hybrid ist der Prius das zweite Hybridmodell, das in den USA gefertigt wird. Wachsender Hybridmarktanteil In den kommenden Jahren wird in Europa der Marktanteil von Hybridfahrzeugen deutlich wachsen. Nach einer Studie des französischen Marktforschungsinstituts L'Observatoire de l'automobile Cetelem wird der Hybridanteil im Jahr 2015 bei 13 Prozent liegen. Gleichzeitig, so das Institut, werde dann "der Durchbruch der Hybrid-Technologie" vollzogen sein. In Deutschland haben sich nach Angaben des Instituts, das für seine Studie Verbraucher in sechs europäischen Ländern befragte, knapp die Hälfte der Kunden (48 Prozent) noch nicht endgültig festgelegt, welchen Antrieb ihr nächstes Auto haben wird.
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• Mit vierköpfiger Familie und Gepäck von Travemünde zum Großglockner
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