Der schnelle Sachse gewann am 20.Oktober den UHSport- Hockenheim-Pokal-07

Die Automobilsportbegeisterung von Jens Smollich reifte schon als er noch Schüler war. Jens Smollich, heute in Rennersdorf vor den Toren Dresdens als selbstständiger Automobilunternehmer und Rennstalleigner tätig, wurde in Jena geboren. Bereits sehr früh faszinierte ihn der Automobilsport. Mit dem Fahrrad fuhr er an Wochenenden bis zu 100 Km weit um eines der vielen Autorennen in der DDR besuchen zu können
. „Da wurde dann gezeltet oder im Freien geschlafen, nu", so der Dresdener noch heute voller Begeisterung in markanter sächsischer Mundart. So kennt man ihn, den cleveren, enthusiastischen Teameigner und Tourenwagenprivatier modernen Zuschnitts. Übrigens war einer war meist auf dem Fahrrad mit dabei, Sein Jugendfreund Volker Henke. Volker und Jens waren in Sachen Racing in jenen Jahren absolut unzertrennlich.
Schon lange vor der Wende bekam Jens Smollich ersten Kontakt mit den Aktiven seiner Heimat. Gerne verdingte er sich ganz spontan als Schrauber wenn den heimischen Fahrern am Rennwochenende ein Helfer ausgefallen war. „In jenen Tagen überhaupt eine Helferkarte tragen zu dürfen war für mich als junger Bursche eine ganz besondere Ehre", so der mehrfache UHSport-Champion und Vizemeister Jens Smollich heute und stolz mit hochgezogenen Augenbrauen.
1977 begann Jens schließlich als Profirennmonteur beim Champion Heinz Siegert zu arbeiten. „Ab da gehörte ich sofort zum harten Kern der Rennszene in meiner Heimat". Später wechselte er als Techniker zum legendären Rennautobauer Melkus der von den Fans europaweit ehrfurchtsvoll als „Mr. Lotus des Ostens" bezeichnet wurde – der Firma Melkus in Dresden. Bei Fahrer- und Konstrukteurslegende dem bekannten Heinz Melkus kletterte Jens 1986 schließlich erstmals selber in ein Formelcockpit. „Mir lief’s damals kalt über den Rücken. Ich durfte endlich selber fahren, Wahnsinn", so erinnert sich der Dresdener.
„Natürlich war das immer mein Traum". Das erste Rennen fuhr Jens Smollich auf einem Melkus MT 77 in Most. „Zu dieser Strecke habe ich seither immer eine ganz besondere, fast innige und intime Bindung behalten. Dort mein erstes Rennen gefahren zu sein. Das war und ist schlicht unvergessen".
Jens Smollich lernte im Ostblock schnell alle wichtigen Rennstrecken kennen. Tschechien, Polen, Ungarn, Rumänien, Russland oder Lettland. Nicht nur jene Rennstrecken in der DDR. 1990 holte er den letzen Meistertitel in der kleinen Division der Formel Easter. Einen jener Boliden hat er 2007 erworben und mit seinem Sohn Christian traumhaft restauriert.
Nach der Wende folgten Einsätze bei Sigi Müller in der Formel Opel-Lotus, in der DTT, dem Fiesta-Cup und dem Escort-Cup. Danach wagte der junge KFZ-Unternehmer den Schritt zum Teamchef. Sein Betätigungsfeld wurde der neue UHSport-Divinol-Cup. Jens setzte BMW M3 und 325i-Modelle ein. Die Marke BMW hatte es ihm schon vor der Wende angetan.
2001 verhinderte nur das fehlende Quäntchen Glück den Gewinn des deutschen Cups im UHSport-Paket. Auch 2005 fehlten Jens klitzekleine 1,5 Punkte zum Titelgewinn. Dazu schaffte Jens in der EM-Trophy 2005 Platz 2. Und in der zum 4. Mal ausgetragenen UHSport-Winterserie lag der schnelle Sachse ein Rennen vor Schluss ebenfalls auf Platz 2. Den Titel holte sich Jens, den man wegen der vielen 2. Meisterschaftsplätze nun den Stirling Moss im UHSport-Meisterschaftspaket nannte, aber dann doch beim Saisonauftakt 2006 in Hockenheim. Das Eis war endlich gebrochen.
Sein Junior Christian, 2005 Gewinner des Schrauberpokals im Cup, vertrat bei der Sie-gerehrung in Most den viel beschäftigten Vater auf dem Treppchen, und das ganz oben.
Neuerlich siegt Chrissie selber regelmäßig in der Klasse bis 2,5L. Dazu holte sich der junge Mann bereits den Bellofpokal für den besten Newcomer unter den Fahrern. „Die Meisterschule lässt mir leider nicht genügend Zeit für alle Rennen", so der Junior.
Übrigens saß auch bereits ein ganz Großer des int. Automobilsports in einem der Smollich-Motorsport BMW’s. Graf Freddy Kottulinsky (V.l. Freddy Graf Kottulinsky, W. Küther, P. Melkus), 1980 Gewinner der Rallye Paris-Dakar auf einem VW-Audi-Iltis Jeep.
„Der Jens macht als Teamchef und Fahrer wirklich einen guten Job", so der Graf, heute ab und an VIP-Instruktor bei Audi sowie namhafter Promoter DER legendären ostdeutschen Strecke, dem Schleizer Dreieck. Der Graf, dessen Bruder das Familienschloss in Österreich pflegt, wurde 75 Jahre alt.
2007 kam was kommen musste. Am Sachsenring saß der Graf erneut in einem Smollich-325i. Aber nur im Training. Zwei Wochen später bestritt er mit Jens gemeinsam in Schweden, des Grafen langjähriger Wahlheimat, sehr erfolgreich 2 Langstreckenrennen. Die Ex-Formel-1-Strecke von Anderstorp und das bekannte Mantorp Park vor den Toren von Linköping gelegen, wurden für das Smollich-Motorsportteam aus Dresden 2007zu einem Highlight.
Und beim UHSport-Cupfinale in Hockenheim gewann Graf Kottulinsky mit der Start-Nr. 51, dem schneeweißen 325i von Smollich jr., seinen Lauf zum Saisonausklang ebenfalls klar. Die Fortsetzung des Projektes Smollich/ Kottulinsky erleben wir wohl 2008 in der DMV-Tourenwagen-Challenge von Promoter Hoffmann. Wetten dass?...
Aber erst folge mal einige Tage Urlaub in Österreich. „Aber wo, das wird nicht verraten. Ruhe und Auftanken für 08 ist dort die Devise. Recht hat Teamchef Smollich.
- HTS-MMM-

Gewinner der UHSport-Winterserie 06/07 Martin Zajicek Skoda (CZ)
Gewinner der UHSport-EM-Trophy 2007 Martin Zajicek Skoda (CZ)
Gewinner das UHSport-Hockenheim-Pokales 2007 Jens Smollich BMW (D)
Gewinner des 18. UHSport-Divinol-Cups 2007 Pierre von Mentlen V8Star (CH)
Terminkalender DMV-Tourenwagen-Challenge-08
18.-20.April Nürburgring, C, WS
10.-11. Mai Most (CZ), C, EM+T
14.-15. Juni Hockenheim, C, HP
27.-29. Juni Hockenheim, C. HP
11.-13. Juli Oschersleben, C, EM+T
05.-07. Sept. Dijon (F), C, EM+T
26.-28. Sept. Monza (I), C, EM+T+WS
17.-18. Oktober Hockenheim, C, HP+WS
Challenge (C), EM-Trophy (EM-T), Hockenheim-Pokal (HP), Winterserie (WS)
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