Am kommenden Sonntag, am 28.Oktober 2007, trifft sich die deutsche Driftszene auf der Kartbahn vom MSC Ipf in Bopfingen. Am Vormittag wird ein freies Driften für Jedermann, bzw. für die die es können und es sich zwischen Reifenstapeln trauen, angeboten. Nach einer kurzen Mittagspause und einer Vorführung des Synchron Drift Teams „Driftandrace.de", können Besucher für 10 Euro auf einem der 30 heißen Sitze erleben, wie man eine Linkskurve fährt, obwohl der Fahrer nach Rechts lenkt.
Was ist driften?
Driften ist gewolltes Übersteuern. Driften bezeichnet im Allgemeinen einen Fahrzustand, bei dem sich ein Auto in einer Kurve seitlich zur eigenen Längsachse bewegt, und somit große Schräglaufwinkel an beiden Achsen gehalten werden. Im weiteren Sinne bezeichnet man auch oft schon das bloße Ausbrechen der Hinterachse als Drift.
Warum ist der Driftsport so faszinierend?
Er ist der ultimative Ausbruch aus den Konventionen. Der Konventionen des alltäglichen Straßenverkehrs mit Limits und der Bevormundung elektronischer Fahrhilfen. Aber auch der Konventionen des alltäglichen Motorsports, der viele ehemals Motorsportbegeisterte aufgrund seiner Sterilität nicht mehr befriedigt.
Driften ist anders. Driften ist Rock`n`Roll. Beim Driften herrscht der Ausnahmezustand im Publikum und Fahrern, besonders auch bei den Beifahrern! Nutzen Sie die Mitfahrgelegenheit!!
„Auf einer Kartbahn zu driften hat bestimmt was!" So die Aussagen einiger Telnehmer, die am Sonntag zum ersten Mal auf einer Kartbahn driften werden. Am Hockenheimring hat es viel Platz und weite Auslaufzonen. Auf einer Kartbahn ist die Straßenbreite fast ausgenützt sobald das Auto einmal quer steht. Kein Kiesbett sondern Reifenstapel befinden sich entlang der Strecke, welche außer Kontrolle geratene Drifts beenden werden.
„Wir in Deutschland hinken der Drifterei ein wenig hinterher. In Japan, USA, Belgien, Holland… nimmt der Driftsport einen sehr hohen Stellenwert ein. Zuschauerquoten dieser Driftserien sind um ein vielfaches höher als bei anderen Motorsportarten. In den vergangenen Jahren war nur die Driftchallenge auf dem Hockenheimring ein Begriff in Sachen driften in Deutschland.
Dieses Jahr konnte zum ersten Mal die IDC (Internationale Driftchallenge) in Deutschland veranstaltet werden. Veranstaltungen auf dem Hockenheimring und Nürburgring zählten zu dieser Meisterschaft, bei der aber nur ca. 10 Deutsche teilnahmen. In Deutschland gibt es noch nicht so viele richtig umgebauten Driftautos, welche wir aber dort als ausländische Gegner haben. Deswegen werden die ersten Platzierungen der IDC 2007 ausschließlich unter Driftern aus anderen Ländern ausgemacht. Der letzte Lauf findet am 3.November auf dem Hockenheimring statt. Dieser Zustand wird sich aber 2008 ändern!!" so Oliver Harsch
Mit dieser Veranstaltung will Oliver Harsch und der MSC Ipf, der die Kartbahn zur Verfügung stellt, den Driftsport bekannt machen und hofft, dass daraus sich eine im Kalender festsetzende Veranstaltung wird. Vielleicht ein Lauf zur ersten deutschen Driftmeisterschaft.
Zeitplan:
10.00 bis 12.30 Uhr Drifttaxifahrten, Freies Driften für Jedermann, warm up,
13.00 Uhr bis 13.30 Uhr Showtime (Synchron Driftteam….)
13.30 bis 17.00 Uhr Drifttaxifahrten
Eintritt 2 Euro
Die Einnahmen dieser Benefizveranstaltung werden einer Stiftung gespendet, die sich um krebskranke Kinder und Jugendliche kümmert.(Sabine-Dörges-Stiftung)
Weitere Erklärung zum Driften:
Durch den instabilen Fahrzeugzustand werden oftmals Unfälle verursacht. Wird das Driften als Fahrtechnik gesehen, so ist diese eine Demonstration gekonnter Fahrzeugbeherrschung.
Der provozierte Drift ist nicht die schnellste Methode eine Kurve zu durchfahren, aber gerade im Rallyesport ist es die sicherste, da dem Rennfahrer die genaue Fahrbahnbeschaffenheit nicht bekannt ist. Der so künstlich erzeugte Zustand der Instabilität erlaubt dem Fahrer viel leichter, eventuelle Steine oder sonstige Hindernisse zu umfahren, als dies mit einer schnelleren Fahrweise „auf Traktion" möglich wäre.
Rennfahrer haben beim Driften den Vorteil, dass das Fahrzeug kontrollierbar bleibt (Geschwindigkeit und Driftwinkel kann variiert werden, das Fahrzeug kann stabilisiert und destabilisiert werden), beim Untersteuern hingegen (Fahrzeug schiebt über die Vorderräder) hat man kaum eine Möglichkeit, das Fahrzeug wieder zu fangen.
Die Kurvenbahn, auf der sich das Fahrzeug beim Driften bewegt, wird dabei eher vom Gaspedal geregelt, als durch die Lenkung. Mit dem Lenkrad lenkt der Fahrer eigentlich nur gegen - das heißt, er lenkt in die Richtung, in die sich der Wagen tatsächlich bewegt, und versucht so das Fahrzeug stabil zu halten.
- Oliver Harsch-