CARSTEN SEIFERT GESAMTSIEGER IM FORD FIESTA ST CUP DRAMATISCHE ENTSCHEIDUNG BEI DEN JUNIOREN
Mit einem fünften Platz im Samstagsrennen sicherte sich Carsten Seifert nach 2004 auch 2006 den Titel. Ralf Martin (Senden) gewann das erste Rennen und wurde am Sonntag Dritter. Thomas Kappeler (Bad Saulgau) feierte Samstag als Zweiter, das Spitzentrio komplettierte Swen Landgraf (Limbach). Dramatik pur beim Showdown am Sonntag: Marcel Leipert (Wegberg) fuhr einen Start-Ziel-Sieg, verlor aber durch den Bonuspunkt für die schnellste Rennrunde, den sich der Zweitplatzierte Matthias Luger (Weiding) sicherte, die Juniorwertung.
Mit der Trainingsbestzeit eroberte Sebastian Grunert (Korb; Mallorca/E) nicht nur die Poleposition, sondern auch die beiden Zusatzpunkte, die dem Panhuis-Piloten weiterhin die theoretische Chance auf den Gesamtsieg erhielt.
Am Samstag entschied der Qualifying-Zweite Ralf Martin das Startduell zu seinen Gunsten, steckte aber gegenüber Spätbremser Grunert in der ersten Kurve zurück. „Bloß nicht nochmals einen eventuellen Ausfall durch eine Berührung riskieren", kommentierte er nachher die Situation.
Die Freude bei Grunert währte nur dreieinhalb Runden, ein Getriebedefekt zwang ihn zur Aufgabe in der Boxengasse. Mehr als ein kleiner Trost: Im zwölften Rennen verbuchte er zum sechsten Mal den Punkt für die schnellste Runde und stand damit als Zweiter der Jahreswertung fest.
Ralf Martin diktierte anschließend souverän das Geschehen an der Spitze und fuhr zum zweiten Saisonsieg. Sonntag war der Ford Fiesta ST Cup-Gewinner von 2003 und 2005 natürlich kein Gegner für den Teamkollegen Luger, aber freute sich auf Platz drei über ein versöhnliches Finalwochenende. Die Titelverteidigung hatte der Fahrer vom Team Lauderbach Motorsport schon zur Saisonmitte, nach unglücklichen Kollisionen und Ausrutschern, abschreiben müssen.
Thomas Kappeler im Vizethum-Ford Fiesta ST nahm als Zweiter am Samstag Harald Proczyk (St. Margarethen/A) den dritten Tabellenplatz ab und machte diesen als Sechster am Sonntag perfekt, denn auch hier konnte er den Österreicher hinter sich lassen.
Vierter im ersten Rennen wurde Christian Hartmann (Burgdorf). Über die gesamte Distanz sah er Carsten Seifert (Dresden) in den Rückspiegeln. Dem Dresdener fehlten nur noch drei Punkte, daher fuhr er als Fünfter absolut defensiv, insbesondere nachdem er von Teamchef Frank Müller den Grunert-Ausfall signalisiert bekommen hatte. Seifert gewann zum zweiten Mal den Ford Fiesta ST Cup und blickte auf eine fast fehlerfreie Saison zurück.
Matthias Luger (Weiding) und Marcel Leipert (Wegberg) boten einen packenden, fairen Kampf auf höchstem Niveau um die Juniorwertung. Der Wegberger startete im ersten Rennen nur von Platz 17, kämpfte sich aber bravourös nach vorne. In der vorletzten Runde ging er an Luger, der über gelegentliche Zündaussetzer klagte, vorbei, auf den so wichtigen sechsten Platz. Das bedeutete die Poleposition, denn die ersten Sechs werden am Sonntag in umgekehrter Reihenfolge aufgestellt.
Von der besten Startposition bestimmte Leipert das zweite Rennen und fuhr einen souveränen Start-Ziel-Sieg nach Hause. Trotzdem sahen die Zuschauer einen traurigen Gewinner, denn Matthias Luger riskierte in der letzten Runde alles und eroberte kurz vor der Ziellinie Platz zwei. Mit dem Punkt der schnellsten Rennrunde bedeutete das den hauchdünnen Erfolg in der Juniorwertung.
Stimmen zum Rennen:
Eberhard Braun, Leiter, Motorsport-Wettbewerbe, Ford-Werke GmbH: „Mit über 30 Ford Fiesta ST bot der Cup zum Finale ein volles Starterfeld. Der Titel ist für Seifert der Lohn für eine fast fehlerfreie Saison. Toll war die Spannung in der Juniorwertung, auch hier wurde wieder hart, aber äußerst fair gekämpft. Damit können wir stolz auf eine gelungene Saison in Deutschlands teilnehmerstärkstem Markenpokal zurückblicken, mit spannendem, hochklassigem Motorsport."
Carsten Seifert (Dresden), Gesamtsieger 2006: „So langweilig wie das erste Rennen war es für mich noch nie. Ich wollte mich aus allem heraushalten, denn meine Position bedeutete ja auch ohne den Ausfall von Grunert den Titel. Als Christian Hartmann vor mir einen Fehler machte, war ich plötzlich neben ihm und habe dann gebremst, um nicht in einen Zweikampf verwickelt zu werden. Das Racing Team East hatte mir wieder ein hervorragendes Auto vorbereitet und hat großen Anteil an meinem Erfolg."
Ralf Martin (Senden), Erster am Samstag, Dritter am Sonntag: „Endlich hatte ich mal das Glück, das zum Gewinnen eben auch nötig ist. Das Startduell entschied ich zu meinen Gunsten, aber als Grunert die Hotelkurve sehr spät anbremste und halb neben mich fuhr, bremste ich, da ich dachte: Nicht schon wieder eine Berührung! Nach seinem Ausfall konnte ich ungefährdet den Sieg nach Hause fahren. Sonntag war ich dann in der letzten Runde vor dem Ziel kein Gegner für meinen Teamkollegen, aber das wird jeder verstehen. Als Dritter freue ich mich über ein gelungenes Finalwochenende."
Marcel Leipert (Wegberg), Erster am Sonntag: „Zuerst freute ich mich über mein bestes Saisonergebnis, aber dann realisierte ich den knappen Verlust der Juniorwertung. Das muss ich erst mal verarbeiten."
Thomas Kappeler (Bad Saulgau), Zweiter am Samstag: „Nach dem Start musste ich mich hinter Swen Landgraf einreihen, konnte ihn aber eingangs der zweiten Runde ausbremsen. Nachdem Grunert langsam wurde, hielt ich locker den zweiten Platz. Allerdings konnte ich die Distanz zu Ralf Martin an der Spitze nicht verkürzen, freue mich aber sehr über die Positionsverbesserung in der Tabelle."
Matthias Luger (Weiding), Zweiter am Sonntag: „In der letzten Runde habe ich alles riskiert, und es hat gepasst. Im Ziel wusste ich aber noch nicht, dass ich die schnellste Rennrunde hatte. Das sagte man mir erst, als ich ausgestiegen war, und ich freue mich riesig."
Swen Landgraf (Limbach), Dritter am Samstag: „Als die Ampel aus war, bin ich perfekt losgefahren. Den dritten Platz verlor ich in Runde zwei durch einen Verschalter. Danach profitierte auch ich vom Ausfall des Spitzenreiters und konnte ohne Probleme Rang drei nach Hause fahren."
- ProMotion -
More reports from this category all copyright automobilsport.com.