Report: Großer Preis von Kanada,
9. Lauf zur Formel 1-Weltmeisterschaft:
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Renault und Alonso schenken Michelin den 100. Grand Prix-Sieg
Mit einer 100-prozentig perfekten Leistung bescherte Weltmeister Fernando Alonso dem Reifenhersteller Michelin in Kanada den 100. Grand Prix-Sieg. Der Spanier siegte in Montreal von der Pole Position aus und ließ sich auch von zwei Safety Car-Phasen und den immer schwierigeren Streckenverhältnissen nicht aus der Ruhe bringen. Einen Rückblick auf die 100 Siege von Michelin in der Formel 1 bietet die aus Anlass des Jubiläums eröffnete Internetseite www.100victories.com/de.
Michelins 100. Triumphator: Fernando Alonso holte mit einer Meisterleistung in Kanada den Jubiläumssieg.
Es war ein Sieg, der dem großen Anlass gerecht wurde. Stets bewährten sich sowohl die Michelin Reifen als auch die Techniker des französischen Reifenspezialisten im harten Wettbewerb am besten. Bester Beleg: 93 der 100 Grand Prix-Triumphe erzielten die Franzosen gegen mindestens einen Mitbewerber. Eine oder gar mehrere Saisons als Alleinausrüster erlebte Michelin nie - was dem Sportgeist des Unternehmens auch gar nicht entsprechen würde. Insofern passte es ins Bild, dass Renault-Pilot Fernando Alonso trotz seines souverän wirkenden Sieges in Montreal nichts geschenkt wurde.
Das Qualifying auf dem „Circuit Gilles Villeneuve" wirkte dabei noch wie die leichteste Übung. Mit beiden Renault in der ersten Startreihe und McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen auf Startplatz drei standen drei Michelin Partner in Montreal ganz vorn. „Unsere Partnerteams haben sich sehr viel Zeit genommen, um die Daten aus dem Training zu analysieren, bevor sie ihre Reifenwahl trafen", erklärt Michelin Formel 1-Direktor Nick Shorrock. „Die Teams verwendeten am Samstag und Sonntag fünf verschiedene Michelin Reifentypen. Probleme mit Graining oder mit dem Verschleiß traten bei keinem davon auf."
Beim Start hatte es Kanada-Spezialist Giancarlo Fisichella besonders eilig: Sein Renault zuckte noch vor dem Verlöschen der Ampel vor, der Italiener bremste ab, und genau in diesem Augenblick erfolgte der Start. Kimi Räikkönen zog hinter dem perfekt gestarteten Alonso auf Rang zwei, Fisichella durfte Rang drei nur bis zur unvermeidlichen Durchfahrtsstrafe behalten.
Stark, aber glücklos: Kimi Räikkönen konnte Alonsos Tempo mitgehen,
musste sich aber mit Rang drei begnügen.
Schon in der zweiten Runde ein weiterer Knalleffekt: Juan Pablo Montoya attackierte den auf Rang fünf fahrenden Nico Rosberg im Williams. Nach zwei nebeneinander bewältigten Kurven reichte der Platz in der ersten Schikane nicht mehr aus, der Kolumbianer verlor seinen McLaren-Mercedes aus der Kontrolle, drehte sich in den Deutschen und der in die Mauer. Das Safety Car fing das Feld ein. Nach dem Restart zogen Alonso und Räikkönen dem Feld - nur um eine Sekunde voneinander getrennt - davon und fuhren abwechselnd die schnellsten Rennrunden. Ende der zwölften Runde suchte der Finne seine Chance und setzte sich auf der langen Hauptgeraden außen neben Alonso. Doch Fernando blieb cool und behauptete seine Führung beim Einlenken in die letzte Schikane. Mit dieser Doppelführung war alles im Plan bei der Jagd der Michelin Teams auf den 100. Sieg ihres technischen Partners.
In Runde 23 tauchte Alonso zum ersten Tankstopp an der Renault-Box auf und kehrte vor dem um Rang drei kämpfenden Dreierpack auf die Piste zurück. In diesem ging Michael Schumacher nun an Jarno Trullis Toyota vorbei. Alonsos Verfolger Räikkönen hatte bei seinem Boxenstopp Pech, als ein Problem mit der hinteren Radmutter den Aufenthalt einige Sekunden verlängerte. Kimi blieb auf Rang zwei, der führende Renault aber war nun außer Reichweite.
Unterhaltsames Heimrennen: BMW Sauber-Pilot Jacques Villeneuve lag bis zu seinem Crash auf Punktekurs.
Für Aufregung sorgte elf Runden vor Schluss ausgerechnet Lokalmatador Jacques Villeneuve: Der sicher auf Punktekurs fahrende Quebecois verließ beim Überrunden kurz die Ideallinie und rutschte auf dem mittlerweile üppig neben der Linie verteilten Gummiabrieb in die Begrenzungsmauer. Wieder kein Glück beim Heimrennen für „JV" und eine zweite Safety Car-Phase. Demselben Schicksal waren auch die drei Erstplatzierten mehrfach nur knapp entgangen - ein Beleg dafür, dass alle drei ohne Unterlass pushten.
Das tat noch einer in bemerkenswerter Weise: David Coulthard, obwohl wegen eines Motorwechsels als Letzter gestartet, fuhr bis in Reichweite der Punkteränge vor und ging tatsächlich zwei Runden vor Schluss am achtplatzierten Jenson Button vorbei. Der letzte Platzwechsel betraf schließlich Kimi Räikkönen. Das gesamte Rennen über fuhr der Finne aus Sicht von Michelin sozusagen als Geleitschutz für den Jubiläumssieg, rutschte aber gegen Ende in der Haarnadelkurve von der Linie und musste Michael Schumacher ziehen lassen.
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Die Köpfe einer großartigen Mannschaft: Michelin Motorsport-Direktor Frédéric Henry-Biabaud (r.) und Formel 1-Direktor Nick Shorrock.
„Unser Sieg in Kanada ist für jeden bei Michelin ein wichtiger Meilenstein", betonte Michel Rollier, Direktor der Michelin Gruppe. „Unsere 130.000 Mitarbeiter in aller Welt waren vom Edouard Michelins Unfalltod vor wenigen Wochen tief bewegt. Dieser 100. Grand Prix-Sieg ist deshalb nicht nur ein großer Erfolg unserer Motorsport-Abteilung - die gesamte Belegschaft widmet diesen Triumph Edouards Andenken."
Frédéric Henry-Biabaud, Motorsport-Direktor von Michelin, fügte hinzu: „100 Siege in der Formel 1 zu erreichen, ist ein großartiger Meilenstein. Ich möchte all jenen bei Michelin danken, die über die Jahre dazu beigetragen haben. Einfach gute Reifen herzustellen, ist nicht genug: Du wirst nur Erfolg haben, wenn du auch einen erstklassigen Service bereit stellst, damit die Partnerteams sein volles Potenzial ausnutzen können. Du musst in der Lage sein, deinen Partnern ein komplettes Paket anzubieten, damit sie genau wissen und verstehen, wie sie aus deinen Produkten das Optimum herausholen. Ich glaube, die Michelin Mitarbeiter leisten in dieser Hinsicht eine unvergleichliche Arbeit - ganz gleich, ob an unserem Stammsitz Clermont-Ferrand oder an der Front, der Rennstrecke. Ihre Arbeit ist unsere wichtigste Stärke."
Erster Montreal-Sieger: Gilles Villeneuve holte auf der Île Notre Dame 1978 mit Michelin seinen Debütsieg.
Pat Symonds, Chefingenieur des Renault F1 Teams, schloss seiner Gratulation an Michelin eine Würdigung an: „Wir müssen Michelin für ihre fantastischen Reifen danken. Die Temperaturen reichten bis 48 Grad Celsius, und die Strategie verlangte nach langen Stints. Trotzdem zeigten die Reifen eine exzellente Konstanz, was ihren großartigen Qualifying-Speed noch beachtlicher erscheinen lässt. Es passt perfekt ins Bild, dass sie uns für ihren 100. Grand Prix-Sieg wieder einen so großartigen Reifen zur Verfügung stellten."
Statistisches
Großer Preis von Kanada, Circuit Gilles Villeneuve, Montreal,9. von 18 Läufen zur FIA-Formel 1-Weltmeisterschaft 2006 (25. Juni 2006);Renndistanz: 70 Runden à 4,361 km = 305,270 km.
Ergebnis (Rennen)
1. Fernando Alonso Renault M 1:34.37,308 Std. 2 Boxenstopps
2. Michael Schumacher Ferrari +2,111 s 2 Boxenstopps
3. Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes M +8,813 s 2 Boxenstopps
4. Giancarlo Fisichella Renault M +15,679 s 3 Boxenstopps
5. Felipe Massa Ferrari +25,172 s 1 Boxenstopp
6. Jarno Trulli Toyota +1 Runde 2 Boxenstopps
7. Nick Heidfeld BMW Sauber M +1 Runde 2 Boxenstopps
8. David Coulthard Red Bull-Cosworth M +1 Runde 2 Boxenstopps
9. Jenson Button Honda M +1 Runde 2 Boxenstopps
10. Scott Speed Toro Rosso-Ferrari M +1 Runde 2 Boxenstopps
11. Christian Klien Red Bull-Cosworth M +1 Runde 2 Boxenstopps
12. Mark Webber Williams-Cosworth +1 Runde 2 Boxenstopps
13. Vitantonio Liuzzi Toro Rosso-Ferrari M +2 Runden 3 Boxenstopps
14. Tiago Monteiro Midland-Toyota +4 Runden 3 Boxenstopps
15. Takuma Sato Super Aguri-Honda +6 Runden 3 Boxenstopps
Schnellste Rennrunde: Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes/Michelin), 1.15,841 min, 22. Runde
Ergebnis (Qualifying)
1. Fernando Alonso Renault M 1.14,942 min
2. Giancarlo Fisichella Renault M 1.15,178 min
3. Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes M 1.15,386 min
4. Jarno Trulli Toyota 1.15,968 min
5. Michael Schumacher Ferrari 1.15,986 min
6. Nico Rosberg Williams-Cosworth 1.16,012 min
7. Juan Pablo Montoya McLaren-Mercedes M 1.16,228 min
8. Jenson Button Honda M 1.16,608 min
9. Rubens Barrichello Honda M 1.16,912 min
10. Felipe Massa Ferrari 1.17,209 min
11. Jacques Villeneuve BMW Sauber M 1.15,832 min
12. Christian Klien Red Bull-Ferrari M 1.15,833 min
13. Nick Heidfeld BMW Sauber M 1.15,885 min
14. Ralf Schumacher Toyota 1.15,888 min
15. Tonio Liuzzi Toro Rosso-Cosworth M 1.16,116 min
16. David Coulthard* Red Bull-Ferrari M 1.16,301 min
17. Mark Webber Williams-Cosworth 1.16,985 min
18. Scott Speed Toro Rosso-Cosworth M 1.17,016 min
19. Tiago Monteiro Midland-Toyota 1.17,121 min
20. Christijan Albers Midland-Toyota 1.17,140 min
21. Takuma Sato Super Aguri-Honda 1.19,088 min
22. Franck Montagny Super Aguri-Honda 1.19,152 min
MIC
(M) = Michelin Partner, * in der Startaufstellung zehn Plätze zurückversetzt wegen Motorwechsels
WM-Stand
Fahrer Punkte WMF1 Hersteller Punkte
1. Fernando Alonso (M) 84 1. Renault F1 (M) 121
2. Michael Schumacher 59 2. Ferrari 87
3. Kimi Räikkönen (M) 39 3. McLaren-Mercedes (M) 65
4. Giancarlo Fisichella (M) 37 4. Honda (M) 29
5. Felipe Massa 28 5. BMW Sauber F1 (M) 19
6. Juan Pablo Montoya (M) 26 6. Toyota 11
7. Jenson Button (M) 16 7. Williams-Cosworth 10
8. Rubens Barrichello (M) 13 8. Red Bull-Ferrari (M) 9
9. Nick Heidfeld (M) 12
10. Ralf Schumacher 8
11. David Coulthard (M) 8
12. Jacques Villeneuve (M) 7
13. Mark Webber 6
14. Nico Rosberg 4
15. Jarno Truli 3
16. Christian Klien (M) 1
Diese und weitere Informationen zum gesamten Motorsport-Engagement von
ichelin finden Sie auch im Internet unter http://www.michelin.de/.
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