
Mit 177 Fahrzeugen, davon 20 im Rennen der Historischen Fahrzeuge, verspricht das Bergrennen Abreschviller (bei Sarrebourg an der Grenze zwischen Lothringen und Elsass) am kommenden Wochenende Spannung und Spektakel pur.
Auf der recht schnellen, 2,1 km langen Strecke mit ihrer äusserst haarigen Haarnadelkurve geht es am Sonntag zum dritten Mal in dieser Saison um Punkte zur französischen Bergmeisterschaft, daneben aber auch nach Lorentzweiler in die zweite Runde der Luxemburger Bergmeisterschaft. Mit 16 Startern stellen die Luxemburger denn auch das stärkste Ausländerkontingent, neben 8 Schweizern, je 7 Belgiern und Deutschen, 6 Briten, sowie zwei Slowenen.
Auf Lorentzweiler-Gesamtsieger Guy Demuth im Lola-Zytek B02/50 wartet dabei ebenso wie auf Frank Maas im Reynard-Ford 93D eine extrem harte Nuss, müssen sie sich doch – neben dem Deutsch-Slowenen Patrik Zajelsnik, der im G-Force Nippon seine F3000-Premiere feiert – gleich gegen 11 französische 3 Liter-Formelwagen durchsetzen, angeführt vom dreifachen Landesmeister und in 49,101 den Streckenrekord haltenden Lionel Regal (Reynard-Mugen Nippon), dem Auftaktsieger des französischen Championnats in Bagnols-Sabran Fabien Frantz (Reynard-Cosworth 92D), Sebastien Petit (Reynard-Cosworth 95D) sowie dem 22jährigen F3000-Shootingstar Nicolas Schatz, der im Lola-Cosworth T94/50 bei erst 6 Einsätzen inzwischen schon zwei Podiumsplätze feiern konnte.
Doch auch Stephane Baudin (Reynard-Mugen Nippon), Alban Thomas (Lola-Judd B99/50), Antony Neveu (Reynard-Cosworth 93D), sowie die beiden F3000-Greenhorns Billy Ritchen (20) im Lola-Cosworth B99/50 und Benoit Bouche (Reynard-Mugen Nippon) werden die beiden Luxemburger nur ungern vor sich dulden. Einzig Antoine Lombardo im Reynard-Cosworth 94D kann in diesem F3000-Rekordstarterfeld bestenfalls als Statist abgehandelt werden.
Doch nicht genug damit, auch die französische Sportwagenelite mit Vorjahres-Vizemeister und Sportwagenchampion Cyrille Frantz im für ihn noch neuen Norma-BMW M20, besonders aber der zum Saisonauftakt extrem stark auftrumpfende Eric Pernot (Osella-BMW PA20S), Alain Castellana, Christophe Malateste (beide Norma-BMW M20), vielleicht auch Franck Cannata und der Deutsch-Slowene Alexander Zajelsnik (beide Osella-BMW PA20S) sind stets aussichtsreiche Anwärter auf einen Top5, zumindestaber Top10-Platz. Und ein Platz unter den Top10 wäre denn auch für die beiden Luxemburger Vertreter in diesem Spitzenfeld bereits als Erfolg zu werten.

Wenn alles klappt, wird der 2006-Bergmeister Léon Linden in Abreschviller erstmals seinen neuen Dallara-Opel 304 einsetzen, wobei man im starken Feld der F3- und formelfreien Rennwagen bis 2 Liter nicht gleich auf Anhieb das Unmögliche erwarten sollte. Für « sacré Léon » gilt es vor allem einmal, gegen seine beiden Formelwagenkollegen Hugo Vitali (Reynard-Opel) und Joé Schmitz (beim ersten Auslandsstart im Formel BMW Junior) möglichst keine Meisterschaftspunkte zu verspielen.
Im extrem starken und spektakulären Tourenwagen- und GT-Feld stechen vor allem der fünffache Europabergmeister Françis Dosières (BMW 320 STW), Daniel Roudet (Audi A4 quattro STW), Roger L’Hermet im exotischen, aber sehr schnellen Scora AMD mit Renault-Turbomotor, Yannick Poinsignon im nicht minder exotischen CG Simca Turbo, sowie Jean-Pierre Prevot (Porsche RSR im 935er Look) hervor, genau wie die vier, von Christian Debias angeführten Porsche 996 GT3 sowie das 7 Fahrzeuge umfassende Feld der Gruppe N-BMW M3, wo stets um Hundertstelsekunden gekämpft wird.
Luxemburgischerseits stechen im Tourenwagenfeld vor allem Mike Souvigné (Citroën Saxo Kitcar), Christian Franck (Renault Clio RS), Georges Keipes (Ford Escort Cosworth), Bob Kellen (BMW M3) und Yves Stocklausen (Mitsubishi Lancer Evo 7) hervor, doch auch Petar Nerancic (Rover Mini Cooper), Christian und Jean-Paul Uhres (Opel Corsa), Rui Goncalves (Honda Civic), sowie Nathalie Hoffmann (Ford Fiesta Cup) möchten ihr Punktekonto vor dem Saisonhöhepunkt eine Woche später in Eschdorf weiter aufbessern.

Der in Luxemburg lizenzierte und lebende Franzose Françis Kienert im Porsche 911 RS zählt seinerseits zu den Mitfavoriten auf den Sieg im Historischen Rahmenrennen, wo u.a. der Ford Mustang 351 GT von Bruno Martinod hervorsticht.
Im deutschen Kontingent finden sich Martin Kleiner (VW Polo), Gino Kruhs (Renault Mégane Maxi), Manfred Köbele und Alex Konstanzer (beide Opel Kadett), Valentin Hummel (BMW 120d Coupé), Dino Gebhard (Lucchini P3), sowie Ute Jene im historischen Mini Cooper.
Drei Rennläufe stehen am Sonntag ab 10 Uhr auf dem Programm, wobei die beste Laufzeit gewertet wird. Das freie Training beginnt am Samstag um 12.45 Uhr, gefolgt von zwei gezeiteten Trainingsläufen ab 14.45 UHr, am Sonntag ab 8.15 Uhr ist ein weiteres freies Training vorgesehen.
- Patrick Weber - photos automobilsport.com