... auf der Rennstrecke im Überblick vom 26. – 28. September 2008
Tourenwagen der Baujahre bis 1971 und bis 1981

Hinter dem auf den ersten Blick etwas sperrigen Kürzel „GTC-TC 71+81" verbirgt sich eine Rennserie, die spektakuläre historische Rennfahrzeuge präsentiert und die gleichzeitig bereits auf eine lange Tradition zurückblicken kann: Seit 19 Jahren wird in der ehemaligen GTM und heutigen GTC-TC um Punkte und Platzierungen gekämpft.
Das Starterfeld der GT-Fahrzeuge und Tourenwagen wird dabei in zwei Klassen eingeteilt: in die Baujahre bis 1971 und die Baujahre 1971 bis 1981. Im älteren Teil des Feldes werden Erinnerungen wach an Piloten wie Jim Clark, Andrea de Adamich, Jacky Ickx, Hubert Hahne und Jochen Neerpasch. Bei den Baujahren bis 1981 erinnern sich noch viele an die großen Tourenwagen- und GT-Kämpfe, bei denen auch die damalige Formel-1-Riege mit ins Volant griff:
Jackie Stewart, Jochen Mass und Niki Lauda etwa. Packende Action auf der Rennstrecke ist schon deshalb garantiert, weil die Fahrzeuge bis heute nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben. Schon vor 40 Jahren kamen die GTs in die 250-km/h-Region.
Die vertretenen Marken lesen sich wie ein „Who is Who" faszinierender Rennfahrzeuge: Chevrolet Corvette, Ford Mustang, Porsche 911, Opel Commodore, Triumph TR4. In der GTC-TC sind viele legendäre Meilensteine des Tourenwagen- und GT-Rennsports vertreten.
400km-Rennen: Langstrecke mit FHR, ADAC Classic Trophy und Triumph Competition
Das 400-km-Rennen nehmen die Rennfahrer aus drei Rennserien gemeinsam in Angriff. Zuschauer bekommen gleichzeitig die Tourenwagen- und GT-Fahrzeuge der Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR), der ADAC Classic Trophy sowie der Triumph Competition zu sehen.
Dabei wird den Beobachtern an der Nordschleife abwechslungsreiche Rennaction und Markenvielfalt geboten.
• FHR
Seit dem 2000 ist die Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport (FHR) unter dem Dach des ADAC Nordrhein organisiert. Das Baujahr der Boliden erstreckt sich über mehr als drei Jahrzehnte und rangiert zwischen 1945 und 1971. Sowohl hubraumstarke Boliden mit über 500 PS als auch „Winzlinge" mit unter einem Liter Hubraum und 70 PS sind am Start. Alle Fahrzeuge werden in Altersklassen (Perioden) eingeteilt.
Außerdem werden die Autos nach drei Bauweisen eingeteilt, die grundsätzliche Unterschiede aufweisen: Viertürige Tourenwagen, zweitürige Coupés und reinrassige Sportwagen.
Hinzu kommt die Einteilung gemäß Hubraum, sodass sich summa summarum bis zu 20 Klassen ergeben. Kein Wunder das Markenvielfalt bei den Rennen der FHR sehr, sehr groß geschrieben wird.
• ADAC Classic Trophy
Die ADAC Classic Trophy bietet all jenen Fahrzeugen eine Heimat: Zugelassen sind zum Wettbewerb Tourenwagen und GTs der Baujahre 1947 bis 1971, die den Bestimmungen des Anhang K des internationalen Spotgesetztes der FIA entsprechen.
Egal, wer zum Publikumsliebling avanciert: Von kleinen Steyr Puch über Porsche Coupé und Renault Alpine A110 bis zum Ford Mustang liefern die Fahrzeuge einen wahren Augen- und Ohrenschmaus.
• Triumph Competition
Die „Triumph Competition & British GT" präsentiert ein deutsch-britisches Feld klassischer GTs. Gemeinsamer Nenner der startenden Fahrzeuge ist, dass sie überwiegend in den 60er Jahren entwickelt und gebaut wurden.
Die klassischen Triumph Modelle TR2 bis TR8, GT6 und Spitfire sowie auch ihre Mitbewerber von der Insel, wie zum Beispiel die MGs, Austin Healeys und Morgans haben bis heute nichts von ihrer Attraktivität und Ausstrahlung verloren.
Ein großzügiges technisches Reglement fördert darüber hinaus die Chancengleichheit, sodass sich die interessante Typenvielfalt ergibt, die natürlich auch für die Zuschauer eine besondere Attraktion darstellt.
Gruppe C-Fahrzeuge und Rennporsche
Die Prototypen der Gruppe C sind bei den Sportwagenrennen in der Zeit von 1982 bis 1992 zugelassen. Gemäß Reglement unterliegen diese Fahrzeuge kaum Beschränkungen und haben mehr als 650 PS.
Aufgrund optimierter Aerodynamik saugt sich der entsprechend angepasste Unterboden eines Gruppe-C-Boliden im Fahrtwind an den Asphalt, was extrem hohe Kurven- und Endgeschwindigkeiten ermöglicht. Die Höchstgeschwindig-keit dieser Rennwagen liegt im Bereich der 400-km/h-Marke. Anfang der 80er Jahre dominiert Porsche die Rennen mit dem Modell 956 C. Die Ära der Gruppe C wird zu einer Zeit der größten Motorsport-Erfolge für Porsche. Erinnern Sie sich?
Im Jahr 1990 sorgte Michael Schumacher gemeinsam mit Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger als Mercedes-Junior-Team auf Sauber-Mercedes für Furore. Auf dem Nürburgring gibt es beim ADAC Eifelrennen ein Wiedersehen mit den spektakulären Sportwagen der Gruppe C und einiger anderer Rennporsche.
ADAC Graf Berghe von Trips Pokal und Historische Formelfahrzeuge der HRA
• ADAC Graf Berghe von Trips Pokal
Der 1982 erstmals ausgeschriebene ADAC Graf Berghe von Trips Pokal bestreitet 2008 seine 27. Saison. Damit ist der Pokal in Deutschland nicht nur die erste, sondern auch die am längsten bestehende Rennserie im historischen Motorsport, in der Formel-Rennwagen und offene Sportwagen aus fünf Jahrzehnten gegeneinander antreten.
Seinen Namen erhielt der Pokal in Erinnerung an den Reichsgrafen Wolfgang Graf Berghe von Trips, dem ersten deutschen Formel 1-Sieger, der 1961 kurz vor Erringung der F1-Weltmeisterschaft auf Ferrari in Monza tödlich verunglückte.
Neben seinen überragenden sportlichen Erfolgen in der Formel 1 und im Rennsportwagen auf Ferrari und Porsche hat sich Graf Berghe von Trips ganz besonders für die Nachwuchsförderung im Motorsport engagiert.
Der Start der „Formel Junior" in Deutschland geht zu einem großen Teil auf ihn zurück. Beim ADAC Graf Berghe von Trips Pokal sind in insgesamt sieben Klassen Fahrzeuge aus den Jahrgängen 1947 bis Mitte der 80er Jahre am Start, die den Aufstieg der Grand-Prix-Asse erst ermöglicht haben: Formel Junior, Formel V, Formel Renault, Formel Ford 1600 und 2000 sowie Formel-3-Boliden.
• Historische Formelfahrzeuge der HRA
Die Rennwagen, die in der HRA (Historic Racecar Association) „German Open" an den Start gehen, teilen sich vor allem zwei Gemeinsamkeiten: Sie besitzen vier freistehende Räder und nur einen Sitzplatz.
Anwärter auf den Gesamtsieg eines Rennens sind regelmäßig die hubraumstärksten Fahrzeuge der 2-Liter Formel 3, die ab Mitte der Siebziger Jahre aufkamen und bis zum Baujahr 1982 in der HRA German Open zugelassen sind. Unter Ihnen sind so bekannte Hersteller wie Ralt, March, Chevron, Argo und GRD.
Der meist eingesetzte Motor ist der Toyota Novamotor. Fahrer dieser Zeit waren Alain Prost, Nigel Mansell und Ayrton Senna. Ebenfalls gut besetzt sind die auch die kleineren F3-Kategorien mit 1 Liter Hubraum (1964 - 1970) bzw. 1,6 Liter (1971 - 1973).
Von Bedeutung sind weiterhin die beiden 1,6 Liter Klassen der Formel Ford (1967-71 und 1972-84). Ergänzt wird das Starterfeld durch eine Vielzahl anderer Formelklassen, so dass die Zuschauer die komplette Formel-Fahrzeug-Geschichte geboten wird.
Historische FIA-Formel 1 (Baujahre 1966 – 1985)
Es ist das schnellste rollende Museum der Welt: die FIA Historic F1 Championship.
Dort treten historische Formel-1-Wagen wettbewerbsmäßig gegeneinander an. Die originalen Einsatzfahrzeuge von McLaren, Lotus, Brabham, Arrows, Tyrell oder Ferrari aus den Jahren 1966 bis 1985 versprühen noch heute das Flair, das einst den Mythos Formel 1 begründet hat. Die Fans kommen dabei hautnah in Berührung mit den Klassikern von Rennfahrerlegenden wie Mario Andretti, Emerson Fittipaldi, Jacky Ickx oder Nigel Mansell.
Gleichmäßigkeitsprüfung (GLP) inkl. Classic Masters
Die Classic Masters hat sich eigentlich der Pflege des historischen Rallyesports verschrieben, macht aber für wenige ausgewählte Rundstreckenveranstaltungen eine
Ausnahme – so für das ADAC Eifelrennen. Das Feld der Nachkriegsfahrzeuge der Classic Masters ist ausgeschrieben für die Baujahre 1946 bis 1982. Die wunderschönen Modelle werden in zwei Klassen gewertet.
In der sogenannten „Sanduhrklasse" dürfen die Teams im Cockpit nur auf die althergebrachten Hilfsmittel zurückgreifen: Zum Beispiel auf Papier gedruckte Schnitttabellen und mechanisch laufende Stoppuhren. In der „Elektronikklasse" dürfen die Teams auch die elektronisch betriebenen Hilfsmittel einsetzen, die heutzutage für den Rallye- und Gleichmäßigkeitsport zur Verfügung stehen.
F 3 Classic Inter Series (Frankreich)
Mehr als 30 Fahrer sind regelmäßig in der französischen Formel-3-Classic-Serie am Start. In diesem macht die Rennserie auch Station in der Eifel. Dann fahren originalgetreue Formel-3-Fahrzeuge bis Baujahr 1985 und Formel Renault Turbo bis 1988 auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings.
Mit dabei sind unter anderem – lackiert in den jeweiligen Original-Farben von damals - der March von Nigel Mansell, der Martini von Alain Prost sowie die Ralt von Ivan Capelli und Andrea de Cesaris sowie von Paul Belmondo.
Formel Junior Historic - Baujahre 1958 bis 1963
In diesem Jahr feiert die Formel Junior einen runden Geburtstag: Die Serie wird 50 Jahre alt. 1958 wurde sie in Italien als Serie für Nachwuchspiloten nach einer Idee des Italieners Giovanni Conte Lurani gegründet.
Der Name Formel Junior war Programm. Die Serie sollte insbesondere italienischen Nachwuchspiloten als Sprungbrett in die Formel 1 dienen, startete aber ihren Siegeszug auch in zahlreichen anderen Ländern auf der ganzen Welt.
Marken wie Elva, Gemini, Lola und Stanguellini bauten Formel-Junior-Fahrzeuge. Viele bekante Grand-Prix-Piloten legten ihren Karierregrundstein einst in der Formel Junior. Darunter beispielsweise Jim Clark, John Surtees, Jochen Rindt, Mike Spence, Graf Wolfgang von Trips, Gerhard Mitter, Lorenzo Bandini und Giancarlo Baghetti.

Grand Prix Fahrzeuge der Baujahre 1958 bis 1965 (mit Heckmotoren)
Die Königsklasse des Motorsports wird Ende der 50er und Anfang der 60er geprägt von klangvollen Namen. Wer kennt sie nicht? Brabham, Lotus, McLaren oder Tyrell.
Während sich zuvor Automobilhersteller in der Formel 1 engagierten, übernehmen Teams in den 60er Jahren die Regie in der höchsten Rennsportklasse.
Doch nicht nur in der Struktur gibt es Neuerungen. Auch in der Technik vollzieht sich ein Wandel. Die Formel-1-Fahrzeuge werden fortan nicht mehr von Frontmotoren angetrieben, sondern von Heckmotoren.
Vorkriegsfahrzeuge der Baujahre 1900 bis 1945
Sie sind stets ein Höhepunkt einer jeden Oldtimerveranstaltung: die Vorkriegsfahrzeuge. Der Pioniergeist der Ingenieure aus dieser Zeit schaffte ständig neue Innovationen. Die 20er und 30er Jahre sind eine Ära, in der Legenden geboren wurden. 1934 ist das Geburtsjahr der Silberpfeile, die ihre Premiere am Nürburgring feierten.
Das Mercedes-Team hat im Frühjahr 1934 in der Nacht vor dem Rennen eigenhändig den Lack von ihrem W25-Rennwagen abgekratzt, um das Gewichtslimit von 750 Kilogramm einzuhalten. Das silbrig glänzende Aluminium der blanken Karosserie gab dem Auto dann seinen Namen. Unvergessen sind auch die legendären Klassiker von Bugatti, MG, Aston Martin, Bentley, Lagonda, Talbot und der BMW 328 mit Stromlinienkarosserie.
Markenclub-Gleichmäßigkeitsprüfung
Die Nordschleife ist nicht nur Rennfahrzeugen vorbehalten, auch die Markenclubs halten hier ihre Gleichmäßigkeitsprüfungen ab. So sind beim ADAC Eifelrennen auch die offiziell organisierten Besitzer britischer Morgan-Sportwagen und Liebhaber von Mercedes 300 SL vor Ort.
Wenn die Teilnehmer nicht eben auf einer geplanten Ausfahrt auf der Rennstrecke sind, finden sich die meist perfekt gepflegten Modelle in den eigenen Arealen im Fahrerlager. Die stolzen Besitzer sind aller Regel für einen Plausch im ADAC-Kooperativclub-Zelt zu haben, sodass sich viele Gelegenheiten für „Benzingespräche" ergeben.
VFV und Historische Formel Vau
Die Autogruppe des Veteranen Fahrzeug Verbands (VFV) bietet Besitzern von Vorkriegs-, Touren-, Sportprototypen-, GT- und Formelfahrzeugen die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge im Renneinsatz nach dem Gleichmäßigkeitsprinzip des VFV / DMSB einzusetzen. Beim ADAC Eifelrennen werden alle Epochen von historischen Rennfahrzeugen bis 1978 – inklusive der Fahrzeuge des VFV-Partnervereins „Historische Formel V Europa" präsentiert.
Das Rezept ist ganz einfach: Einerseits wird durch den regelmäßigen Renneinsatz das historische Material immer wieder gewartet und einsatzbereit gemacht – der Wettbewerb auf der Rennstrecke führt so zu einer intensiven Pflege der Fahrzeuge.
Andererseits werden die Wettbewerbe in Form von Gleichmäßigkeitsprüfungen ausgetragen, die die kostbaren Renner nicht über Gebühr beanspruchen und damit ebenfalls zum Erhalt der Autos beitragen. Die Zuschauer dürfen gespannt sein auf den rollenden Rückblick in die Motorsport- Geschichte.
Internet www.adac-eifelrennen.de
- ProMotion, Koeln - auch Photos