
Vergleich Deutschland gegen Schweiz um den Sieg
Der Homburger Automobilclub (HAC) hat es nach einigen Widrigkeiten erneut geschafft. Zum 33. Mal schallt am kommenden Wochenende (15./16. Juli), der Sound kerniger Rennmotoren durch den Staatsforst zwischen dem saarländischen Homburg und dem westpfälzischen Käshofen. Der sechste Lauf zur Deutschen Automobil-Bergmeisterschaft und zum DMSB-Bergpokal, sowie zum neuen Classic-Berg-Cup, wird die Auto- und Rennsportfans vor die Tore Homburgs locken.
Vom seriennahen Tourenwagen, über bullige Spezial-Tourenwagen und pfeilschnellen Formel-Rennern bis zur den ultraflachen Sportprototypen ist mit Ausnahme von Go-Karts und der Formel 1, quasi die komplette Bandbreite des Automobilsports vertreten. Zusätzlich runden Old- und Youngtimer das Bild ab.
Sportprototypen und Formel-Rennwagen sind zurück
Nach dem reinen Tourenwagenrennen im Vorjahr sind sie wieder da, die bei den Fans beliebten Monoposto. Nach einjähriger Pause kämpfen die reinrassigen Rennwagen auf der Käsfofer Straße erneut um wertvolle Punkte zur Deutschen Automobil Bergmeisterschaft. Der Deutsche Motorsport Bund (DMSB) bescheinige der Bergstraße hinauf nach Käshofen, nach ihrer Sanierung im Frühjahr, wieder eine uneingeschränkte Tauglichkeit für die bis zu 200 km/h schnellen Rennsportwagen.
Hier strebt der amtierenden Berg-Champion Herbert Stenger (Sommerkahl) seinen fünften Gesamtsieg auf der 2,6 km langen, anspruchsvollen Bergpiste an. Beim letzten DM-Lauf in Heiligenstadt brach am Eigenbau-Sportwagen des „Berg-Löwe" bei hoher Geschwindigkeit ein Aufhängungsteil, worauf sich der 54jährige in seinem arg lädierten Renner in der Böschung wieder fand. Bis zum Wochenende soll der rund 360 PS starke Prototyp wieder voll einsatzfähig sein.
Neben Stenger kommen vier weitere Sportwagenpiloten für den Gesamtsieg in Frage – so viele wie schon seit Jahren nicht mehr! Auf den Generationswechsel drängen die weitaus jüngeren Uwe Lang (Schweinfurt / Osella BMW), die beiden Schweizer Bruno Winkler (Stenger BMW) und Marcel Steiner (Martini BMW) sowie der Freiburger Patrik Zajelsnik (Osella BMW), der beim Ibergrennen von Heiligenstadt seinen ersten Gesamtsieg feiern durfte.
Außenseiterchancen müssen jedoch auch Bernd Simon (Dillenburg / Osella BMW) und dem vierten Eidgenossen im Feld Urs Müller (Argo Alfa Romeo) eingeräumt werden. Bei idealen Wetterbedingungen liegt die Verbesserung des absoluten Streckenrekord (1.08,13 Min. / Durchschnittsgeschwindigkeit 137,38 km/h), aufgestellt im Jahr 2000 vom Luxemburger Christian Hauser mit einem Formel 3000, im Bereich des Möglichen.
1.800 PS fahren den um den Tourenwagensieg
Das „Länderspiel auf vier Rädern" findet auch im Tourenwagenlager seine Fortsetzung. Der derzeit Führende in der DM-Wertung der Tourenwagen, Norbert Handa (Mark Einersheim / Lancia Delta Evo III) sieht sich starken Gegnern aus Österreich und der Schweiz gegenüber. Herbert Stolz (Innsbruck), der sich im Vorjahr mit seinem 600 PS starken dp Porsche 935 II den Gesamtsieg sicherte, hofft in Homburg DM-Punkte auf Handa gutzumachen. Die absolute Attraktion ist hier der 35jährige Schweizer „Sunnyboy" Reto Meisel mit seinem ebenfalls 600 PS starken Mercedes. Dem extrem modifizierte ex-DTM 190er Modell wurde ein 3,5 Liter Judd-Motor aus der Formel 1 Saison 1990 implantiert.
Technische Finessen wie Traktionskontrolle und Renn-ABS machen den lediglich 480 kg leichten Boliden auch für die Sportwagenfahrer zu einem ernst zu nehmenden Gegner um den Gesamtsieg. Der Tourenwagen-Rekord (1.15,768 Min.) von Georg Plasa auf BMW 320 Judd V8, steht somit nach vier Jahren wieder auf dem Prüfstand. Gemeldet hat auch der Deutsche Rekord-Bergmeister Norbert Brenner mit seinem Opel Astra V8 Coupé. Der DTM-Bolide aus der Saison 2002 zeigte bei seinen ersten Bergeinsätzen Anpassungs-schwierigkeiten und wird zurzeit beim Opel-Spezialisten Holzer in Bobingen modifiziert. Ob die benötigen Teile geliefert werden und bis zum Wochenende eingebaut sind, damit ein Start in Homburg möglich wird, ist noch nicht absehbar.
Enge Sekundenhatz auch in den zahlreichen Klassen und Gruppen
Spannender Motorsport wartet auch in den etwas leistungsschwächeren Kategorien auf die Zuschauer. In der Gruppe G (nach Leistungsgewicht) ist der Merziger Polizist Harald Ludwig (BMW M3) der Favorit, genauso wie der aus der Berg-Europameisterschaft bekannte Rainer Krug (Niedernhausen / BMW M3) in der Gruppe N. Bei den Produktionswagen der Gruppe A werden sich Marko Fink (Immenstadt / BMW 320i), Helmut Knoblich (Ried / Peugeot 306 Maxi) und Achim Kreim (Fränkisch Crumbach / Mitsubishi Evo 8) ein spannendes Rennen liefern.
In den jeweiligen Hubraumklassen der Gruppe H (Spezial-Tourenwagen) sind die Fahrer aus dem KW Berg-Cup die, die es zu schlagen gilt. Peter Naumann (Weil der Stadt / VW Polo 16V) in der Klasse bis 1300 ccm und zweifache Berg-Cup Gesamtsieger und Bergpokal-Sieger `05 Holger Hovemann (Buchen / Opel RISSE Kadett C 16V) in der 2 Liter-Kategorie, wollen Ihre Klassen gewinnen, um weitere Punkte für die Wertung des DMSB-Bergpokal zu sammeln.
"Klassische" Unterhaltung für Old- und Youngtimer-Freunde
Im Herbst des vergangenen Jahres formierte sich auf Initiative des HAC-Mitglied Bernd Maus der „Classic-Berg-Cup" für Old und Youngtimer bis Baujahr 1994. Touren- und Rennwagen verschiedener Epochen, insbesondere aus den goldenen Jahren des Bergrennsports in den 1960er und 70er Jahren, die in Garagen geschlummert hatten, haben mit dem „CBC", der bei nahezu allen Läufen der Berg DM mit von der Partie ist, wieder ein Betätigungsfeld gefunden. Insgesamt 14 Wagen haben gemeldet. Dazu gesellen sich 16 Oldtimer die eine Gleichmäßigkeitsfahrt absolvieren.

Großaufgebot der Lokalmatadore
Rekordverdächtig ist in diesem Jahr die Anzahl an Motorsportler aus der Region. Allein der ausrichtende HAC schickt 10 Aktive in den „Rennzirkus", dazu kommen weitere 14 Piloten aus der Region. Die wohl größten Chancen auf den Wanderpokal für den bestplatzierten HAC-Fahrer hat Mathias Scheerschmidt (Wiesbach / Opel Corsa), der bereits Anfang Juni beim Wolsfelder Bergrennen seine Klasse gewinnen konnte. Scheerschmidt trifft in der Klasse N / F2005 bis 1600 ccm auf seine Clubkameraden Fredi Marquitz (St. Ingbert / Skoda Fabia), Hans-Peter Simon (Namborn / Peugeot 106 S16), Christian Bächle (Homburg / VW Golf GTi 8V) und Thomas Schmidt (Rohrbach / VW Polo GTi).
Ebenfalls in dieser Klasse starten Thomas Bodtländer (St.Wendel / Peugeot 205 Rallye) und Erhard Lezius (Mackenrodt / Citroen Saxo VTS). Interessant wird sicherlich der Vergleich zwischen den saarländischen Rallye-Assen Uwe Gropp (Wiebelskirchen / Peugeot 306 Maxi) und Stefan Malter (Dillingen / Peugeot 306 S16) gegenüber den reinen Bergspezialisten in der Gruppe H bis 2 Liter. Aufgrund fehlender Starter in der Klasse H bis 1600 ccm muss Rainer Koresch (Merzalben / Ford Escort 1.6) sich in der nächst höheren Klasse beweisen.
Weitere „Heim-Schumis" sind die HAC-Fahrer Gerhard Heinrich (Nalbach / BMW 318is) und Peter Schwartz (St.Ingbert / VW Golf VR6) in der Gruppe G sowie Gino Kruhs (Quierschied / Renault Megane) und Rüdiger Bernhard (VW Golf) in der Gruppe H. Nicht zu vergessen sind Jochen Stoll (Gehrweiler / Peugeot 306) in der Gruppe N und Andreas Herl (Pirmasens / Ford Escort RS) aus dem Classic-Bereich. In der separat gewerteten Gleichmäßigkeitsprüfung für historische Fahrzeuge starten die meisten Einheimischen.
Angeführt vom HAC-Fahrer Wolfgang Marx (Homburg / NSU TT Prinz 1000) zeigen (Werner Schultheiß / Fiat 850 Spezial), Andreas Becker (Münchwies / NSU TT), Uwe Burckhardt (Otterberg / Audi 50), Friedrich Höchst (Homburg / Fiat 600D), Franz Schirra (Saarbrücken / Fiat 695 Abarth), Markus Gilcher (Essweiler / Opel Manta B) und Marco Kunz (Schindhard / VW Polo 1) ihre herausgeputzten Renn-Oldi´s.
Hartmut Schöffler hält zum 30. Mal die Fäden in der Hand
An die 180 ehrenamtliche Helfer aus den Reihen des HAC und weiterer Clubs und Organisationen konnte Renn- und Organisationsleiter Hartmut Schöffler (Homburg), für einen der alljährlich größten Sportevents der Saarpfalz requirieren. Der 61jährige Organisator und „Macher" des Bergrennens und der Saar-Pfalz-Oldtimer-Tour feiert in diesem Jahr sein 30. Jubiläum als Rennleiter an der Käshofer Straße.
Der Automobil-Verkäufer ist derzeit dienstälteste Organisationschef in der Deutschen Bergrennszene und war bereits bei den ersten Bergrennen auf der Käshofer Straße als Rennsekretär im Einsatz. Der Oldtimerliebhaber ist am Karlsberg „Herr" über rund 65 Streckenposten, 2 Rennärzte, 15 Sanitäter, 5.000 gebündelte Altreifen, 1,5 km Schutzzaun, 3 km Absperrband, Rettungswagen, Feuerwehrfahrzeuge und Bergegeräte.
Nützliche Tipps für Rennsportfans und die es werden wollen
Eingeläutet wird das Motorsport-Event bereits am Freitag (14.07) ab 17 Uhr mit der Technischen Abnahme der Rennwagen im Fahrerlager unterhalb des „Stumpfen Gipfels". Trainiert wird am Samstag (15.07) zwischen 8 und 18 Uhr. Für den Sonntag (16.07.) sind dann mindestens drei Rennläufe bereits ab 8 Uhr vorgesehen. Für die Zuschauer lohnt nicht nur der Weg zu den 5 Zuschauerbereichen an der Rennstrecke (Start, Brückchen, Posten 8, 14 und 21).
Im Fahrerlager kann man Tuchfühlung mit den „schnellen Bergsteigern" und ihren PSstarken Rennwagen aufnehmen und sich anschließend im Festzelt stärken. Um, auf das Renngelände zu gelangen gibt es zwei Möglichkeiten. Wer unmittelbar an der Rennstrecke parken möchte, sollte nach Käshofen zum Parkplatz auf der Wiese gegenüber dem Wasserturm fahren. Das Fahrerlager und der untere Streckenbereich kann man von hieraus jedoch nicht erreichen. Wer von Homburg aus kommt, kann als „Frühaufsteher" auf der Käshofer Straße bis zum Fahrerlager halbseitig parken oder am Sonntag ab ca. 10 Uhr den Shuttlesercive vom Parkplatz der Karlsberg Brauerei kostenlos in Anspruch nehmen.
Ab den Autobahnen A6 und A8 der Beschilderung Karlsberg-Bauerei folgen! Alle weiteren Informationen zum Bergrennen, wie Eintrittspreise, Anfahrtswege, Übernachtungsmöglichkeiten sowie die aktuelle Teilnehmerliste sind auch im Internet zu finden auf der Clubseite www.homburger-bergrennen.de
- Text und Fotos: Thomas Bubel -
More reports from this category all copyright automobilsport.com.