
Finalstimmung im Hunsrück - unter diesem Motto stand das vergangene Wochenende (16./17.08.08) für das KSM Racing Team um Peter Kaiser, Michael Schumacher und Thomas Muchow. Für neun KSM-Piloten stand das letzte Saisonrennen der Deutschen Kartmeisterschaft in Hahn auf dem Programm.
Für einen war allerdings schon frühzeitig Schluss: Julian Becker hatte sich beim Rennen in Liedolsheim bekanntlich eine Rippenverletzung zugezogen. Nach seinem Testeinsatz am Freitag wurde schnell klar, dass die Schmerzen einen Start nicht zulassen. Besonders das erstmals gefahrene "Omega-S" des Hunsrückrings beanspruchte die Rippe zu stark.
So verblieben Carlos Sainz jun., David Griessner, Moritz Haupt und Christian Sörensen bei den Junioren, Mario Farnbacher, Paul-Tobias Winkler und Bo Sörensen in der KF2, Marcel Lipp in der KF1, und Marcel Jeleniowski in der KZ2.
Von den vier Junioren gelang am Samstag nur Sainz jun. (Platz 6) und Sörensen (Platz 12) die Qualifikation für die Rennen am Sonntag. Griessner und Haupt scheiterten leider im Hoffnungslauf. Im Sprint bestätigte Sainz seine Leistung und fuhr den fünften Platz ein. Sörensen fiel mit Problemen auf Rang 23 zurück. Dafür drehte der junge Däne aber im Finale so richtig auf: Mit einer starken Leistung kämpfte er sich auf Position zwölf vor und verschaffte sich sein bestes Saisonergebnis. Dabei kam er sogar zwei Plätze vor Teamkollege Sainz ins Ziel, der mit stark untersteuerndem Kart unter seinen Verhältnissen blieb.
In der DCKM sorgten die KSM-Piloten für eine starke Mannschaftsleistung - allen voran Mario Farnbacher: Im Zeittraining fuhr er die drittschnellste Runde. Diese Position konnte er in den Vorläufen problemlos verteidigen und nahm das Sprintrennen am Sonntag aus der zweiten Startreihe in Angriff. Lange Zeit hing er hier auf Platz vier fest, konnte sich aber mit einem taktischen Manöver in der letzten Runde noch auf Position drei verbessern.

Im Finale gelang "Super Mario" dann der Durchbruch. Gleich am Start nutzte er ein Gerangel der beiden vor ihm platzierten Piloten aus und übernahm die Spitze. Diese sollte er bis ins Ziel nicht mehr abgeben. Was so spielerisch von außen aussah, war jedoch harte Arbeit, denn der Zweitplatzierte übte permanenten Druck auf den Youngster aus. "Ich habe stets versucht meinen Verfolger auf Sicherheitsabstand zu halten. Die letzten Runden waren wirklich anstrengend. Ich hatte bestimmt einen Puls von 180", freute sich Mario nach dem Rennen. Mit seinem Sieg gelang dem Tonykart-Piloten zudem der Sprung unter die Top Drei der Meisterschaft.
Das gute Ergebnis komplettierte Bo Sörensen, der sich für den Sprint die elfte Startposition sichern konnte. Hier geriet der Däne in der Einführungsrunde unverschuldet in eine Kollision, was eine verbogene Spurstange nach sich zog. Glücklicherweise wurde das Rennen daraufhin unterbrochen und dank der Hilfe seiner Teamkollegen Mario Farnbacher und Paul-Tobias Winkler konnte das Kart wieder einigermaßen fahrbereit gemacht werden. Bo bedankte sich im Sprint für die notdürftige Reparatur mit einem ausgezeichneten neunten Platz. Dass es noch schneller geht, bewies er dann im Finale, wo er als hervorragender Vierter
den Zielstrich sah.
Paul-Tobias Winkler, als Dritter im DCKM-Bunde, zeigte sich in allen Sitzungen schnell: Zehnter im Zeittraining, 13. nach den Heats und Platz 13 im Sprint. Im Finale konnte er dann aber nicht an die Erfolge seiner Stallgefährten anknüpfen und musste sein Kart nach vier Runden mit Problemen abstellen.
Bei DKM-Pilot Marcel Lipp lief es auf dem Hunsrückring nicht so gut. Der KF1-Pilot haderte über das gesamte Wochenende mit dem Setup. Platz sechs im Zeitfahren und Rang sechs nach den Vorläufen waren zunächst noch vielversprechende Ergebnisse. Doch in den beiden Rennen lief es nicht mehr rund. Am Ende kam der Tonykart-Pilot auf den Rängen sieben und sechs ins Ziel.
"Zu Beginn haben unsere Rundenzeiten immer gestimmt und wir konnten die Pace der Spitze gehen. Aber mit zunehmender Renndauer wurde ich langsamer. Wir haben leider nicht herausfinden können, woran das lag", erklärt Lipp, der in der Meisterschaft dennoch den respektablen fünften Gesamtrang belegen konnte.
In der DSKM ging Solist Marcel Jeleniowski für die Bergheimer an den Start. Nachdem er in Liedolsheim vom Pech verfolgt war, drehte er in Hahn richtig auf: Bestzeit im Zeittraining und damit zwei Bonuspunkte für den Bornheimer. Dabei war dies nur das Pflichtprogramm, denn um überhaupt noch eine Chance im Titelkampf zu haben, musste der Tabellenzweite deutlich Punkte aufholen.
Auch in den Heats zeigte Jeleniowski eine gute Leistung und gewann beide Vorläufe. Allerdings warf ihn eine Zeitstrafe wegen Frühstarts in der Addition auf Startplatz acht für den Sprint zurück. Hier verbesserte er sich auf den sechsten Platz, musste aber dennoch alle Titelträume begraben, da sein Titelrivale das Rennen gewann. So konzentrierte sich Jeleniowski im Finale auf die Sicherung der Vizemeisterschaft, was mit Position sieben auch erfolgreich gelang.
Nach der Gründung Anfang des Jahres geht für KSM Motorsport damit die erste DKM-Saison unter neuem Namen zu Ende. Zeit Bilanz zu ziehen. „Es war sicherlich kein leichtes Jahr. Wir wurden schon hart auf die Probe gestellt. Ich bin aber sehr glücklich, dass uns beim Finale dank Mario Farnbacher endlich ein Sieg in der KF-Klasse gelungen ist, was aber auch nur eine Frage der Zeit war.
Der Vizetitel für Marcel Jeleniowski freut mich ebenfalls sehr", resümiert Teamchef Thomas Muchow, und Partner Peter Kaiser ergänzt: „Es ist schon unglaublich auf welchem Niveau wir uns in der Deutschen Meisterschaft inzwischen bewegen. Das sind Verhältnisse wie auf einer Europameisterschaft: Alles muss stimmen und dazu am besten auch noch in jeder Sitzung – Technik, Fahrer und auch das Glück.
Schon ein kleines Problem kann dir das ganze Wochenende zerstören. Es ist eine besondere Herausforderung alle Teampiloten regelmäßig vorne zu platzieren und eigentlich auch fast unmöglich. Dieses Jahr ist uns das nicht in der Art gelungen, wie ich es mir im Vorhinein vorgestellt habe, aber wir haben viel gelernt und die Konsequenzen daraus haben wir auch gezogen. 2009 werden wir unsere Erfahrungen umsetzen."
Weitere Informationen auf www.ksm-motorsport.de
- Timo Deck - auch Photos