
Mit zehn Piloten reiste das KSM Racing Team am vergangenen Wochenende (27.07.08) ins badische Liedolsheim. Auf dem Programm stand der vorletzte Saisonlauf der Deutschen Kartmeisterschaft 2008, welcher für die Mannschaft um die drei Teamchefs Peter Kaiser, Michael Schumacher und Thomas Muchow zur Berg- und Talfahrt werden sollte.
In der Königsklasse (DKM/KF1) gingen Marcel Lipp und Julian Becker für das Team an den Start. Lipp sorgte im Zeittraining mit der zweitschnellsten Runde und einem minimalen Rückstand von nur 0,017 Sekunden für ein vielversprechendes Ergebnis.
In den Heats hatte er dann allerdings einen „Steher" zu verzeichnen, den er im zweiten Vorlauf mit einem Sieg wieder gutmachen konnte. So nahm Lipp den Sprint vom sechsten Startplatz aus in Angriff. Doch beim Start zur Formationsrunde schwanden alle Chancen, da sein Kart nicht mehr ansprang. Im Finale von hinten startend, war dann Schadensbegrenzung angesagt, was mit dem fünften Schlussrang am Ende auch gelang.

Julian Becker erlebte ein hartes Wochenende. Nach dem zehnten Platz im Zeittraining wurde er in den Vorläufen in eine Kollision verwickelt, bei der er sich die Rippe verletzte. Dennoch gab Julian nicht auf und fuhr seine Rennen unter Schmerzen zu Ende. Sowohl im Sprint (Neunter) als auch im Finale (Zehnter) reichte es für die Top Ten und wichtige Meisterschaftspunkte.
Mario Farnbacher, Paul-Tobias Winkler, Lars Sörensen und Ferdinand Gabor gingen in der DCKM an den Start und zeigten im 45-köpfigen Feld insgesamt eine gute Leistung. Schon im Zeittraining war man schnell unterwegs und mit Farnbacher auf zwei, Winkler auf fünf und Sörensen auf sieben platziert. Einzig bei Gabor lief es noch nicht rund; er landete auf Platz 28.
In den Vorläufen drehte Farnbacher dann richtig auf. Er konnte beide Rennen in eindrucksvoller Manier gewinnen und sicherte sich damit die Pole-Position für das Sprintrennen am Sonntag. Auch Sörensen als Gesamtachter und Winkler als Gesamtzwölfter sicherten sich solide Ausgangssituationen.

Pech hatte Gabor der gleich mehrfach in Kollisionen verwickelt wurde. Er landete nur auf dem 31. Platz und musste in den Hoffnungslauf. Hier zeigte er eine kämpferische Leistung und schaffte als Fünfter wie seine Teamkollegen den Einzug ins Sprintrennen.
Im Sprint erwischte Farnbacher einen bescheidenen Start und fiel bis auf Platz sechs zurück. Dennoch konnte er sich bis zum Ziel wieder auf Platz vier verbessern. Sörensen schaffte als Neunter ebenfalls den Sprung in die Top Ten, während Winkler als 15. abgewinkt wurde. Gabor blieb wie in den Vorläufen glücklos und musste das Rennen drei Runden vor Schluss vorzeitig beenden.
Erfreulich verlief das Finale, welches Farnbacher letztlich als Zweiter beendete. Er hatte rundenlang Jagd auf den Führenden gemacht, aber letztlich keinen Weg vorbeigefunden. „Wir waren beide gleich schnell, da war ein Überholen kaum möglich", so der Tonykart-Pilot, der sich über sein bestes Saisonergebnis freuen konnte.
Pech hatte hingegen Sörensen. Der Däne lag lange Zeit in den Top Ten, musste aber zur Halbzeit die Segel streichen. Dafür sicherte sich Winkler als Zehnter zum zweiten Male in dieser Saison Punkte für die Meisterschaft. Gabor beendete sein Wochenende im Finale auf Position 25 in der Hoffnung auf mehr Glück beim Rennen in Hahn.

Ein Waterloo erlebte die KSM-Mannschaft bei den Junioren der DJKM (KF3). Am härtesten traf es Christian Sörensen. Im Zeittraining noch auf Platz 36 im rund 50-köpfigen Feld, schied er in den Vorläufen gleich zweimal aus und musste in den Hoffnungslauf, wo er als 16. letztlich die Qualifikation verpasste. Besser, aber ebenfalls nicht mit Glück gesegnet, verlief das Wochenende für Moritz Haupt, der sich nach durchwachsenen Heats auch im Hoffnungslauf wiederfand.
Hier ließ er aber nichts anbrennen und gewann das Rennen deutlich, was die Qualifikation für die Sonntagsrennen bedeutete. Carlos Sainz jun., der dritte im Bunde, schaffte den direkten Einzug in den Sprint, obwohl er in einem Vorlauf einen bösen Unfall hatte. Platz vier im zweiten Heat hielt den Schaden letztlich in Grenzen.
Der Sprint war dann gerade einmal eine Runde alt, als sich Sainz wie auch Haupt im Aus wiederfanden. Ein Mitbewerber hatte die Strecke abgekürzt und als Folge eine Massenkarambolage ausgelöst, in die ausgerechnet die beiden KSM-Teamkollegen verwickelt wurden. Somit mussten die beiden im Finale von hinten starten, konnten aber unter diesen Umständen dennoch überzeugen: Sainz kämpfte sich auf den beachtlichen 14. Platz vor und Haupt lief als 22. im Ziel ein.
Marcel Jeleniowski trat in der DSKM (KZ2) an und bescherte dem Team im Zeittraining nicht nur die Bestzeit, sondern brach auch den bestehenden Bahnrekord der Strecke in Liedolsheim. Mit den zwei Bonuspunkten für die Bestzeit übernahm der Bornheimer sogar die Tabellenspitze in der Meisterschaft und ging entsprechend motiviert in die Heats. Mit einem Sieg und einem zweiten Platz sicherte er sich hier einen Startplatz in der ersten Reihe für das Sprintrennen am Sonntag.
Doch fortan nahm das Drama seinen Lauf: Den Start zum Sprint konnte Jeleniowski noch für sich entscheiden, bevor er Platz um Platz zurückgereicht wurde und sein Rennen kurz vor Schluss sogar in der Box beenden musste. „Ungefähr in der dritten Runde hat jemand mein Vorderrad touchiert, daraufhin habe ich Luft verloren und am Ende einen Plattfuß gehabt", so der enttäuschte Tonykart-Pilot.
Nur ganze zwei Runden war das Finale alt, als der Rennleiter mittels roter Flagge zum Rennabbruch rief. Denn schon in der ersten Runde hatte es im Hinterfeld eine größere Kollision gegeben, durch die auch Jeleniowski unverschuldet mit stark havariertem Fahrzeug gestrandet war. Die rechtzeitige Reparatur seines Karts gelang bis zum Restart nur Dank vereintem Teamwork. Belohnt wurde der Einsatz aber nicht, denn schon nach sechs Runden folgte aufgrund einer defekten Zündkerze das erneute Aus.

Insgesamt stellte das Wochenende in Liedolsheim eine wahre Berg- und Talfahrt dar. Schnell waren die KSM-Piloten allemal, aber Rennunfälle und Pfennigteildefekte verhinderten ein besseres Ergebnis. Für Lichtblicke sorgten aber Farnbachers Podiumsplatzierung und der Bahnrekord Jeleniowskis.
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- Timo Deck motorsport-xl.de - auch Photos