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03.06.2008

Interview mit Kenneth Heyer

.. am 30.Mai 2008

COM MEDIA – Patrick Koepp:

Jeweils ein Sieg in der FIA-GT und ADAC GT Masters, plus das Podium beim zweiten Saisonlauf der ADAC GT zum Auftakt. Wie fühlt man sich bei einem solchen Saisonstart?

Kenneth Heyer: Wirklich mies! Man hätte ja Alles gewinnen können. Nein, Spaß beiseite, es ist schon etwas ganz Besonderes und bei mir auch Spezielles so ins Jahr zu starten. Ich bin natürlich super glücklich und strotze vor Selbstbewusstsein.

Speziell? Warum?

Kennet Heyer: Am Anfang wollte ich alles mit der Brechstange. Ich dachte ich sei der Größte, habe meine Gedanken zu schnell weiter getragen. Ich bin seit letztem Jahr da, wo ich persönlich hinwollte. Nur blieben die absoluten Bestätigungen aus.

Wir sind 2007 Acht mal Vierter geworden. Das schreibt man nicht so gerne wie Siege und Podiums. Ich habe speziell am Anfang gegen Windmühlen gekämpft. Keiner, außer meinem Umfeld, hat mir die nötige Zeit gegeben.

Jetzt, tun Alle so, als hätten sie es immer schon gewusst. Normale Mechanismen in der Sportszene. Genugtuung habe ich zwar nicht nötig, aber wie man so schön sagt, Erfolg spricht seine eigene Sprache." 

 

Würdest Du sagen Du hast Dich voll etabliert bei den Profis?

Kenneth Heyer: Einerseits ja, andererseits nein. Ja, weil ich weiß, was ich da mache und die Ergebnisse sind kein Zufall. Ich habe mir die letzten Jahre außer Familienbetrieb und Rennerei nichts anderes erlaubt und wirklich hart gearbeitet.

Ich denke den Nachteil an Erfahrung habe ich in der Hälfte der Karrierezeit meiner meisten Kontrahenten aufgeholt und bin jetzt gleichwertig und kann mitbestimmen wie ein Rennen ausgeht.

Nein, weil ich noch viel Luft nach oben habe. Jedes Rennen macht mich reifer und verändert irgendwo mein Weltbild Motorsport. Ich möchte in der FIA-GT in die GT1 Klasse und mich da etablieren. Ein mittelfristiger Plan, der aber realistischer ist, als vor Jahren Profi zu werden und das habe ich ja auch geschafft. 

 

Und dann auch noch der dritte Gesamtplatz im Frikadelli Porsche bei den 24h-Nürburgring obendrauf. Unglaublich dein erster Auftritt in einem PS starken Auto auf der schwierigen Nordschleife.

Kenneth Heyer: Ja das ist schon etwas Besonderes bei dem Rennen auf dem Podium zu stehen. Das kann mir keiner mehr nehmen und ist die bis dato absolute Mega Erfahrung für mich. Solche Erfolge hängen aber von vielen Faktoren ab. Faktor Teamleistung in diesem Falle über allem schwebend.

Das Quäntchen Glück, dass ein Getriebe ohne fünften Gang so lange hält und so weiter. Letztendlich eine Teamleistung aller Beteiligten und ein Sieg für uns Alle. Ich habe es ruhig angehen lassen und in meinem ersten Stint habe ich mir einen guten Rhythmus erfahren und komme generell mit leistungsstarken Autos super klar. Umso mehr Leistung, umso besser für mich.  

 

Du giltst als absoluter Sympathieträger und Lokal Hero seit diesem Wochenende bei den Fans. Du bekamst den meisten Applaus bei der GT Masters und den 24h. Die Resonanz deiner 2008er Saison ist riesig. Woran machst Du das aus? Was sind die Gründe?"

Kenneth Heyer: Ich denke wir sind alle bejubelt worden. Die Frikadelli Truppe ist eh ein Sympathieträger an sich. Ich bin nur wie ich halt bin. Ich unterscheide mich evtl. in dem Punkt von vielen, dass ich null Allüren besitze. Ich bin ein Junge aus dem Leben, der weiß, wie man Erfolg hat und was man dafür tun muss. Arbeiten und Gas geben. Außerdem bin ich einer, der mit wirklich fast jedem klar kommt.

Ich denke wenn man dann durch gute Leistungen in den Fokus der Leute gerät und natürlich und nett ist, wird man auch automatisch beliebt. Ist doch toll, wenn man auch außerhalb vom Cockpit ein gern gesehener Gast ist. So soll es doch sein. Der ursprüngliche Antrieb ist doch nicht Geld und berühmt sein wollen, sondern der Spaßanteil den man haben will. Ohne Spaß kein Motorsport.

Zumindest bei mir. Bei Fußballern sagt man auch immer die bekommen zu viel Geld. Nehmt denen doch mal Wochenlang den Ball weg. Die machen es weil Sie spielen und Spaß haben wollen. Der Rest sind positive Nebenerscheinungen."

 

Ist es so einfacher Sponsoren und Partner zu bekommen?

Kenneth Heyer: Also ich habe jetzt ein paar Firmen, die mich schon längere Zeit begleiten. Die Firma Liqui Moly, Truck Drive und Truck Power habe ich schon seit Jahren als Partner und die profitieren jetzt von meinem Erfolg so wie ich früher von ihrer Unterstützung.

Die Firma Interwetten.com und ich wollen auch gemeinsam eine Längerfristige Zusammenarbeit anstreben. Ich denke wie im Team an sich bringt Kontinuität und Vertrauen auch hier Erfolg. Die Leute von Interwetten.com passen zu mir wie ich zu ihnen.

So soll es doch auch sein und ist der Antrieb für eine Jahrelange Partnerschaft. Ohne Erfolg kann ein Partner die Plattform natürlich auch nicht nutzen, dass versteht sich doch von selbst. 

 

Du hast nebenbei auch mit Swen Wauer das zweite ADAC GT Masters Training kommentiert und bist auch hier mit, anscheinend ordentlichem, Talent aufgefallen. Wäre das was für Dich und was kann ein Kenneth Heyer denn nicht so gut?"

Kenneth Heyer: Talent? Ich weiß nicht? Ich habe halt einfach erzählt was mir so aufgefallen ist. Das hat mit dem Swen und dem Frank Schmickler aber auch super viel Spaß gemacht und lief reibungslos.

Was ich nicht kann? Hmmmm….verlieren vielleicht. Selbstverschuldet ausfallen oder Fehler machen. Dann brauche ich immer bis mindestens Mittwoch und grübele was mich da geritten hat. Meistens passiert mir das dann nie wieder."

  

Wohin soll es denn noch gehen?

Kenneth Heyer: Also, ich habe 2004 mit dem Automobilsport angefangen. Jetzt fahre ich FIA-GT, ADAC GT Masters und bin Dritter bei den 24h-Nürburgring geworden. Ich möchte mich in der FIA-GT in der größten Klasse etablieren und eine der Säulen werden.

Die GT und Prototypen Szene soll mein zu Hause werden, denn ich bin absoluter Fan dieser Autos. Wenn der liebe Gott es gnädig mit mir meint habe ich vielleicht mal die Chance eines der 24h-Rennen wie Nürburgring, Spa oder die 24h-Le Mans zu gewinnen.

Wobei bei den 24h-Rennen mehr über deinen Erfolg entscheidet, als Talent und Ehrgeiz. Mal abwarten wo mich der Weg noch so hinführt."

 

Wir wünschen Dir für diese Saison und die Zukunft alles Gute und hoffen, dass Du so sympathisch bleibst wie Du bist. Vielen Dank.

 

- COM MEDIA, Patrick Koepp-





Author: maggy (admin2)
Last modified: Tuesday, 03.06.2008 - 03:12
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