18.06.2010: Italien war wirklich eine Reise wert. In diesem Punkt stimmte die Meinung der angetretenen 21 Berg-Cup Mitglieder – unabhängig vom persönlichen Rennergebnis – absolut überein. Denn die 41. Auflage des Klassikers „Verzegnis – Sella Chianzutan“ am 12. und 1
Italien war wirklich eine Reise wert. In diesem Punkt stimmte die Meinung der angetretenen 21 Berg-Cup Mitglieder – unabhängig vom persönlichen Rennergebnis – absolut überein.
Denn die 41. Auflage des Klassikers „Verzegnis – Sella Chianzutan“ am 12. und 13. Juni im Friaul bei Tolmezzo bot wirklich alles, was ein Bergrennfahrerherz mit maximaler Drehzahl schlagen lässt: Eine 5,6 Kilometer lange, hochselektive und mit mehr als 50 Kurven und Kehren gespickte Traumstrecke, die höchste Anforderungen an Mensch und Material stellt. Eingebettet in eine wunderschöne Berglandschaft, garniert mit gastfreundlichen Menschen und begeisterten Fans. Als Zugabe noch das interessante Aufeinandertreffen mit den E1-Bergspezialisten aus Italien, Österreich und weiteren Nationen.
Valentin Schneider war der einzige in der Berg-Cup Truppe mit Streckenkenntnis. Alle anderen betraten Neuland, absolvierten fleißig jede Menge Besichtigungsfahrten und die zwei offiziellen Trainingsläufe. Dennoch war sich niemand sicher, den steilen Kurs mit seinem schnellen Wechsel von flüssigen, aber oft uneinsehbaren, Kurvenkombinationen und engen Haarnadeln wirklich drauf zu haben. Jede Menge Raum und Potenzial also für weitere Zeitverbesserungen. In welchem Ausmaß, das musste der Renntag zeigen.
Vier Berg-Cup Fahrer bekamen leider keine Gelegenheit mehr dazu, ihr Können im Wettbewerb unter Beweis zu stellen. Bereits im zweiten Trainingslauf kam es für Valentin Schneider und Dirk Preisser knüppeldick: Motorschaden am TSM Golf 16V und ein zerbröselter 3. Gang am bärenstarken Frank Kadett 16V bedeuteten für beide das frühe Aus.
Am Sonntag verließ das Rennglück noch vor dem ersten Wertungslauf auch Franz Weißdorn und Guido Peter. Mister Berg-Cup wollte seinen VW Polo 16V in der Startaufstellung nachtanken, konnte deshalb seine Startposition nicht einhalten und wurde von den Stewards hart, aber regelkonform, zurück gewiesen. Am 8-Ventiler Golf des Ruhpoldingers Guido Peter verhinderte eine nicht mehr lösende Differentialsperre den Start. In den beiden Rennläufen blieb die Berg-Cup Abordnung dann von weiterem Unbill verschont und präsentierte sich bestens aufgelegt.
Gaststarter Torsten Voit gewann im „Rennfloh“ Fiat Cinquecento Sporting die 1150er Klasse als Alleinunterhalter. Ein entfesselt und befreit auffahrender Gerhard Moser dominierte bei den 1,4-Litern gleich im allerersten Einsatz im Kleiner-Polo 16V mit dem Motorradzylinderkopf vor dem mit Reifenproblemen kämpfenden Berg-Cup Sportleiter „Wolfi“ Glas im Minichberger-Polo 16V und dem Österreicher Andreas Lattner auf Suzuki Swift.
Eine Hubraumklasse höher, bei den 1600ern, war der Italo-Schwabe Egidio Pisano mit seinem über den Winter auf 15 Zoll-Räder umgerüsteten Spiess-Golf 16V das Maß der Dinge, beherrschte die Konkurrenz in Training und Rennen gleichermaßen. Mit ihm auf das Siegerpodest stiegen als Zweiter der österreichische Golf-Pilot Robert Unger und als Dritter Hans Paulitsch bei seinem ersten Wiederantreten auf dem gelben Minichberger-Scirocco.
Auf den Klassenrängen sieben bis elf liefen 8-Ventiler Sieger Bernhard Schad im VW Golf; Cup-Neueinsteiger Tobias Auchter (Opel Corsa 16V); Klaus Knorra, der erstmals im Opel Kadett 8-Ventiler startende Teampartner von Stefan Faulhaber; Bernhard Sturm im VW Scirocco 16V und Slalom-Spezialist Nikolas Dietz (VW Golf 8V) ein.
Die Zweiliter-Klasse stand im Zeichen des Ländervergleiches Österreich – Deutschland mit den Top-Piloten Andreas Marko und Holger Hovemann. Wobei Streckenkenntnis und der Quattro-Traktionsvorteil aus den engen Kehren heraus als deutliches Plus in der rot-weiß-roten Datenaufzeichnung standen. Dennoch – oder gerade deswegen – zeigte Berg-Cup Abo-Sieger Hovemann genauso wie die anderen Berg-Cupler einen unwahrscheinlichen Biss, steigerte sich von Lauf zu Lauf, powerte sich und den gelben Risse-Kadett 16V völlig aus, hielt in beiden Heats die Uhren unter der 3-Minuten Schallmauer an, zuletzt mit ultrastarken 2:57,95.
Der Klassensieg ging aber nach Österreich, an Andreas Marko im ex-STW Audi A4 Quattro. „Ein paar Läufe mehr und es hätte anders ausgesehen. Ich finde noch genügend Stellen, die klar schneller gehen. Für mich steht fest: Ich komme nächstes Jahr wieder.“ So die Kampfansage des sechsfachen Berg-Cup Gesamtsiegers Holger Hovemann. Auf Rang drei lief nach einer souveränen Vorstellung Kfz-Meister Hansi Eller im Minichberger-Scirocco ein. Dieter Rottenberger musste in seinem BMW 318 i STW alle Register ziehen um Vierter zu werden. Erst mit einem Husarenritt im zweiten Lauf verdrängte er den einmal mehr groß aufgeigenden Norbert Wimmer im schnellen 8-Ventiler BMW 2002 auf Rang fünf.
In dessen Windschatten folgte als Klassensechster der zweitschnellste 8-V’ler: Michael Rauch im weißen Briegel-Kadett, der sich nicht unerwartet zum hartnäckigsten Verfolger von Norbert Wimmer in der KW 8V-Trophy entwickelt. Auf der Acht dann Peter Naumann, dessen neu aufgebauter Polo G 60 beim Beschleunigen auf den Geraden zum Zick-Zack-Kurs tendierte, was der Landschaftsgärtner aber im Laufe des Wochenendes immer besser in den Griff bekam.
Als zufriedener Dritter der 8V Wertung und Zwölfter der Klasse beendete Sebastiano Pagano im gelben Briegel-Kadett den Auftritt in seinem Heimatland. Mehr als respektabel schlug sich Berg-Cup Neuling Bernhard Permetinger in der E1 über 2000 ccm. Im ex-Christian-Auer BMW M3 sicherte sich der Kfz-Mechaniker aus der Nähe von Salzburg Klassenrang drei hinter den Tourenwagen-Koryphäen Dan Michl (Opel-Michl-Speedster) und Franco Perini im Jägermeister ex-DTM Alfa Romeo 155 Ti V6.
Bei der Siegerehrung auf dem Zielparkplatz sah man dann nur mehr strahlende Gesichter. Und hörte eine einheitliche Aussage: „Bella Italia, Mille Grazie für dieses Wochenende. Wir kommen wieder.“ Um dann vielleicht noch mehr Erfolg zu haben wie bei der Auflage 2010, bei der sich die Berg-Cup Crew auf Anhieb Platz zwei der Mannschaftswertung sicherte.
von BERG-CUP-PRESSE - Uli Kohl auch Photos und Thomas Bubel
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