Internationaler Mediengipfel diskutierte zu Lust und Frust rund um die kommende Fußball EM

Internationaler Mediengipfel diskutierte zu Lust und Frust rund um die kommende Fußball EM

09.12.2007: Internationaler Mediengipfel diskutierte zu Lust und Frust rund um die kommende Fußball EM

Hoch über Lech - am 2.237 Meter hohen Rüfikopf – wurde Freitag Abend ein gleichermaßen launig-unterhaltsamer wie auch prominent besetzter Wortwechsel zur bevorstehenden Fußballeuropameisterschaft mit dem Titel "EUROphorie oder EUROphobie – Frust und Lust rund um die EURO 2008" angestoßen.

Dr. Susanne Glass, Österreich- und Südosteuropa-Korrespondentin der ARD mit Sitz in Wien und zugleich Präsidentin der Auslandpresse, leitet die spannende Diskussion vor einem rund 80-köpfigen Fachpublikum (u.a. Egon Zimmermann, Olympiasieger 1964; Josef Margreiter, GF Tirol Werbung; Christian Schützinger, GF Vorarlberg Tourismus) bei der u.a. auch Vorurteile und Klischees zwischen europäischen Nationen mit Intellekt, Witz und Humor kommentiert wurden.

Für das launig-unterhaltsame Wortgefecht hatte sich Glass kompetente "Mitstreiter" eingeladen. Renommierte und in Wien stationierte Auslandskorrespondenten wie Marion Kraske (DER SPIEGEL), Michael Frank (Süddeutsche Zeitung), Charles Ritterband (Neue Zürcher Zeitung) und Igor Belov (Österreich-Korrespondent führender russischer Medien) beleuchten das sportliche Großereignis zusammen mit ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser und Hansi Müller, dem ehemaligen deutschen Nationalspieler und aktuellem EM-Botschafter von Innsbruck-Tirol.

Die Fußball-Europameisterschaft sei ein riesiges sportliches aber auch wirtschaftliches Ereignis - allein die Fernsehrechte würden sich in einem Bereich von 600 bis 700 Mio. € abspielen - das die Schweiz und Österreich so gut wie möglich nützen sollten, betonte Oberhauser.

Denn es sei für lange Zeit das letzte Mal, dass zwei kleine Länder mit ebenso kleinen Stadien und allen organisatorischen und kulturellen Unterschieden eine derartige Bühne anlässlich des 3. größten Sportereignisses der Welt bekämen. Der ehemalige Fußballstar Müller betonte die Kraft der Emotionen: "Fußball macht alles platt – im positiven Sinn!"

Fußball sei Völker verbindend und – siehe auch die WM in Deutschland – beste Gelegenheit die Bekanntheit und Imagewerte einer Region nachhaltig und zum Nutzen der gesamten Wirtschaft zu stimulieren. Auch Belov berichtet, dass mit der in letzter Sekunde geschafften Qualifikation Russlands die Begeisterung in seiner Heimat entfacht wurde: "Die Medienberichte haben sich potenziert und nicht zuletzt für Regionen wie Tirol ist das eine perfekte Gelegenheit sich nicht nur als Wintersportland, sondern auch als wunderschöne Sommerdestination russischen Gästen zu zeigen!"

Mit einem Doppelpass zwischen Sport und Politik wies Frank wiederum auf eine seltsame Diskrepanz hin. Einerseits versuche man in der Schweiz und Österreich mühsam eine Euphorie rund um die EM-Spiele zu erzeugen, andererseits gäbe es in beiden Ländern eine ausgeprägte Anti-EU-Stimmung. Gerade Österreich profitiere von der Öffnung hin zu Osteuropa, betonte Kraske, doch nur 36% der Österreicher hielten die EU für eine gute Sache.

Vielleicht, so Frank, wäre aber die Feierstimmung rund um die Europameisterschaft Balsam für politische EU-Wunden. Pointiert kommentiert wurden auch die Klischees und Vorurteile zwischen den Ländern. Während der herausragende "Solitär" Schweiz sein überdimensionales Selbstbewusstsein nicht zuletzt durch Ereignisse wie den Niedergang der Swiss-Air auf Normalgröße reduzierte, so Frank, habe Österreich durch sehr gute Wirtschaftsdaten in den vergangenen Jahren an Selbstbewusstsein stark zugelegt.

Deutschland wiederum habe ein "wirtschaftliches Cordoba" erlebt. Damit, so Frank augenzwinkernd, befänden sich die drei Länder heute gleichermaßen auf Augenhöhe, Gift und Bitterkeit sei einem entspannten Miteinander in den Beziehungen gewichen. Bestätigt wurde diese Analyse auch von Ritterband, der im wirtschaftlichen Match zwischen der Schweiz und Österreich ebenfalls Vorteile bei den rot-weiß-roten Nachbarn ortete:

"Deshalb braucht die Schweiz heute auch wieder mehr Fußballtore und Siege im Skiweltcup!" Mit einem schmunzelnden Hinweis auf die legendäre WM-Begegnung zwischen Österreich und Deutschland in Cordoba und die bevorstehende Neuauflage beim EM-Treffen am 14. Juni 2008 in Wien, sorgte Oberhauser für den launigen Abpfiff eines amüsanten Wortspiels: "Deutschland zu schlagen – das ist und bleibt für einen Österreicher das Größte was es gibt!"

Der Mediengipfel am Arlberg fand von 6. bis 8. Dezember 2007 in Lech und St. Christoph am Arlberg statt. Das Treffen führender Auslandskorrespondenten internationaler Medien geht auf eine Initiative des Verbandes der Auslandpresse in Österreich zurück, organisiert wurde die Veranstaltung von der Region Lech/Zürs und der Medienagentur pro.media kommunikation, von der auch die Idee zum Mediengipfel stammt.

Gerhard Walter, GF von Lech-Zürs Tourismus, zieht eine positive Bilanz des Treffens: "Mehr Raum, mehr Zeit – der Slogan von Lech-Zürs war perfektes Motto und Basis für den spannenden Gedankenaustausch der führenden Auslandskorrespondenten hier in Lech!"

 

 

- pro.media kommunikation , Christian Jost, Kufstein - auch Photos

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09.12.2007 / MaP

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