Fabrice Lom, leitender Motoreningenieur beim Partnerteam Red Bull, und seine Vorschau auf den Grand Prix von Monaco.
Fabrice, wie lief der Große Preis der Türkei für Red Bull Racing?
Fabrice Lom Wir waren uns nicht ganz sicher, wie gut der RB4 in Istanbul funktionieren würde. Umso zufriedener waren wir darüber, dass der Abstand zu den Führenden letztendlich kleiner war als noch in Barcelona.
Im zweiten Qualifying-Durchgang etwa belegten unsere Fahrer Mark Webber und David Coulthard die Plätze fünf und sieben.
Als nächstes steht Monaco auf dem Programm. Was erwarten Sie auf dem Straßenkurs?
FL Voraussagen für diesen Grand Prix sind immer schwierig, er gleicht gewissermaßen einer Lotterie. Es wird interessant sein zu sehen, wie die Fahrer ohne Assistenzsysteme zurechtkommen. Im bisherigen Saisonverlauf war immer wieder zu beobachten, dass einige Fahrer Schwierigkeiten haben, den Kurveneingang korrekt zu erwischen und präzise zu fahren.
Das führt in Monaco unweigerlich zu Problemen. Im Qualifying musst du für eine guten Rundenzeit viel riskieren – inklusive leichtem Anlehnen an den Leitplanken. Aber es ist nur ein schmaler Grat zwischen „nah an den Leitschienen" und „aus wegen den Leitschienen".
Was ist in Monaco die wichtigste Eigenschaft des Motors?
FL Im Fürstentum kommt es nicht so sehr auf die schiere Motorleistung an. Viel wichtiger ist eine harmonische Leistungsabgabe. Wir konzentrieren und daher besonders auf die Abstimmung der Motorelektronik.
Dies stellt wegen der neuen Einheits-Steuergeräte eine besondere Herausforderung dar, denn wir befinden uns noch in der Lernphase und setzen sie zum ersten Mal auf einem Stadtkurs wie Monaco ein. Aber das gilt selbstverständlich für alle Teams.
Letzte Frage: Wie sieht es mit den Motoren-Zyklen aus?
FL Mark fährt in Monaco mit dem Renault RS27-V8 aus Istanbul, David erhält einen neuen Motor. Da wir die Triebwerke in Monaco nicht ausreizen, stellt es kein Problem dar, wie Mark mit einem gebrauchten unterwegs zu sein. Bei normalem Verlauf wird David mit seinem V8 zwei Wochen später auch in Kanada antreten müssen.
Aber auch darüber machen wir uns keine Sorgen. Dank der hervorragenden Kühlung, die das Red Bull-Chassis erlaubt, wird der RS27 in Monaco nicht leiden müssen.
Das ING Renault F1 Team in Zahlen
110 – Die Anzahl der ING Renault F1-Teammitglieder, die pro Grand Prix üblicherweise vor Ort sind.
- Mischa Hammann, Renault Deutschland AG-
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