Zwei Nordschleifen-Legenden am Ring: Hubert Hahne dreht Demorunden im BMW M1 mit Nürburgring-Sonderlackierung
Nordschleifen-Rekordmann und Buchautor: Hubert Hahne Ehrengast beim 26. Int. Oldtimer Festival Nürburgring
Ja zum Nürburgring: Hubert Hahne wird im BMW M1 mit Nürburgring-Sonderlackierung Demorunden drehen. (Foto: Lothar Spurzem / Creative Commons)
Stimmungsvoller Auftakt zu Europas größter historischer Rennveranstaltung ihrer Art: Beim 26. Int. Oldtimer Festival Nürburgring (27. bis 29. Juni 2008) wird Nordschleifen-Legende Hubert Hahne einige Demorunden in jenem BMW M1 drehen, der 1980 mit der Sonderlackierung „Ja zum Nürburgring" beim 1000-Kilometer-Rennen an den Start ging.
Für Deutschlands Motorsport-Gemeinde war es das Jahr zwischen Hoffen und Bangen: 1980 kämpfte der Nürburgring buchstäblich um seine Existenz - die Formel 1 hatte sich in Richtung Hockenheim verabschiedet, die Entscheidung zum Bau einer neuen, modernen Grand Prix-Strecke stand noch in den Sternen und der Rennsport allgemein wurde zunehmend in Frage gestellt.
In dieser Situation setzte BMW ein deutliches Zeichen: Zum 1000-Kilometer-Rennen 1980 brachten die Bayern einen Werks-BMW M1 an den Start, der komplett in den Farben der Initiative „Ja zum Nürburgring" lackiert war. Am Steuer des Supersportwagens: der aufgehende Formel 1-Star und spätere dreimalige Weltmeister Nelson Piquet gemeinsam mit BMW-Werksfahrer Hans-Joachim Stuck.
Bei der 26. Auflage des Int. Oldtimer Festivals Nürburgring kehrt dieses geschichtsträchtige Auto an den Ort seines wichtigsten Einsatzes zurück. Am Steuer: Hubert Hahne, der erste Rennfahrer, der die Nordschleife in einem Tourenwagen in weniger als zehn Minuten bezwang.
1966 markierte der Rheinländer in einem BMW 1800ti beim Rahmenrennen zum Großen Preis von Deutschland unglaubliche 9.58,5 Minuten - und wurde tags darauf in einem Matra-BRM im Grand Prix Zweiter der Formel 2-Wertung.
Hahnes Rekordauto von damals ist beim Int. Oldtimer Festival übrigens nicht unbekannt: 1994 startete Christian Mügge-Luttermann auf einem BMW 1800ti beim „Jan-Wellem-Pokal" - mit einem von Tuner Schey vorbereiteten 190-PS-Motor.
Der in Moers geborene Hubert Hahne - u.a. Tourenwagen-Europameister 1966 - zog sich 1970 vom aktiven Rennsport zurück. Er gilt bis heute als ein Nordschleifen-Kenner par excellence. Einige Geheimnisse verriet er in seinem Buch „Schnell um den Nürburgring", heute ein gesuchter Klassiker.
Zur schnellen Familie gehören seine rennfahrenden Brüder und Armin Hahne, der regelmäßig Langstreckenrennen auf dem Nürburgring bestreitet und in diesem Jahr als Co-Kommentator das berühmte 24-Stunden-Rennen in der Eifel begleitete.
BMW M1 war jahrelang der schnellste deutsche Seriensportwagen
Der BMW M1 (intern E26 genannt) wurde 1978 präsentiert und galt gleich als echter Supersportwagen. Das Design der Karosserie stammte von Giorgio Giugiaro. Ein Gitterrohrrahmen und Motorleistungen bis zu 850 PS in der späteren Turbo-Rennversion signalisierten, dass er kompromisslos für den Motorsport konzipiert war. Wegen kurzfristiger Reglementsänderungen sollte es dazu aber nicht kommen.
Furore machte der M1 dafür im Procar-Markenpokal, der 1979 und 1980 im Rahmen der Formel 1 ausgetragen wurde und bei dem die fünf Trainingsschnellsten aus der Formel 1 gegen Tourenwagen-Spezialisten antraten. Insgesamt entstanden 1978 bis 1981 rund 460 Exemplare des damals schnellsten deutschen Seriensportwagens.
Hubert Hahne wird den Werks-M1 am Samstag und Sonntag jeweils in den Rennpausen am Mittag über den Grand Prix-Kurs pilotieren. Besucher des Int. Oldtimer Festivals Nürburgring werden am kommenden Wochenende weitere Exemplare dieses deutschen Supersportwagens in Aktion erleben dürfen. In der „FHR 100 Meilen Trophy" bringen Hans und Marco Wagner zwei BMW M1 in historischer Werkslackierung an den Start.
Das farbenfrohe Bekenntnis auf dem BMW M1 von 1980 - der den gesamten Streckenverlauf der Nordschleife auf seiner Karosserie trug - sowie das Engagement von Fans, Fahrern und Herstellern wie BMW war erfolgreich: Der Nürburgring ist heute wie damals DAS Symbol für den deutschen Motorsport.
Zu diesem Ruf tragen neben Formel 1, DTM oder Superbike-WM auch historische Veranstaltungen wie das Int. Oldtimer Festival Nürburgring bei. Die Initiative „Ja zum Nürburgring", getragen vom ADAC sowie diversen Industriepartnern, leistete damals einen erheblichen Beitrag zum Bau der 1984 eröffneten Grand Prix-Strecke. Heute kümmert sich der Verein u.a. um den Erhalt der Nordschleife.
-KAP -
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