Deutsche Langstrecken-Meisterschaft 2008 – Vier-Stunden-Rennen

Beim ersten Lauf zur Deutschen Langstrecken-Meisterschaft auf dem Nürburgring kam der Volvo S60 des PSR-Teams zwar nicht ins Ziel – aber Teamchef Danny Berk gab sich trotzdem zufrieden mit dem Potenzial, das sowohl der Volvo als auch die neue Chevrolet Corvette an den Tag gelegt hatten.
Kurzfristig musste PSR umdisponieren. Statt des angedachten Zweiliter-Motors mussten Remo und André Lips im Volvo S60 noch einmal mit dem bewährten Fünfzylinder antreten und damit in der angestammten 2,5-Liter-Klasse starten. Denn ein Zulieferer-Teil für den Antriebsstrang war nicht rechtzeitig eingetroffen, um den kürzer und leichter bauenden Zweiliter-Vierzylinder im Motorraum anzubinden.
Remo Lips erzielte mit dem Fünfzylinder die Pole Position in seiner Klasse. „Aber dabei", fiel dem Zürcher auf, „traten immer wieder Fehlzündungen auf, die immer ärger wurden. Die Runde wäre mit einem sauber laufenden Motor noch schneller gegangen."
Die Fehlzündungen wurden nach eingehender Untersuchung auf fehlerhaft montierte Konnektoren zurückgeführt. „Wir haben im Winter einen ganz neuen Kabelbaum erstellt", erklärte Teamchef Danny Berk. „In einer Steckverbindung stimmte etwas nicht, sodass bei bestimmten Vibrationen vom Fahrbetrieb immer die Fehlzündungen auftraten."
Die Adenauer Mechaniker behoben den Fehler, mussten dazu aber bis unmittelbar vor Beginn des Rennens schrauben. Remo Lips schaffte es daher nicht, seinen Platz auf der Startaufstellung einzunehmen, sondern musste aus der Boxengasse nachstarten.
An deren Ausfahrt gab es vor der roten Ampel zunächst Diskussionen mit den Streckenposten, ob der Volvo überhaupt noch ins Rennen gehen dürfte. Die Rennleitung gab den Start nach einer entsprechenden Vorsprache schließlich frei – aber Lips konnte dem Feld nur mit einer Runde Rückstand hinterher hecheln.
Sowohl Remo Lips als auch sein Bruder André machten in ihren Törns mit schnellen Zeiten auf sich aufmerksam und stellten auch den Anschluss wieder her. „Aber in meinem Törn hörte ich plötzlich alarmierende Geräusche im Auto", erinnerte sich André Lips. „Weil wir nach den Fehlzündungen aus dem Training vorgewarnt waren, stellte ich das Auto sicherheitshalber ab, um keinen teuren Motorschaden zu riskieren."
Teamchef Berk war mit der Präventiv-Maßnahme einverstanden: „Was vor allem ermutigend war – die meisten Autos fuhren wegen einiger Regeländerungen und wegen der teilweise neu asphaltierten Nordschleife langsamere Rundenzeiten. Aber wir fuhren genau so schnell wie letztes Jahr – trotz der Fehlzündungen. Unsere Entwicklungsschritte haben also gegriffen. Das gilt auch für unsere neue Chevrolet Corvette."
Mit der probten Fredy Lienhard jr. und Thomas Koll am Sonnabend weiter den Ernstfall. Koll legte im Training eine Zeit hin, die für Startplatz 3 in der Klasse SP8 reichte – hinter einem Lamborghini Gallardo und der Dodge Viper von Zakspeed. „Das Auto ist unglaublich gutmütig zu fahren", lobte Koll. „Das macht sich auf der Nordschleife voll bezahlt."
Lienhard/Koll griffen allerdings nicht ins Rennen ein. Denn auch im amerikanischen Muscle Car kündigten verdächtige Geräusche einen Motorschaden an. „Weil wir den Motor noch nicht so gut kennen"; begründete Teamchef Berk, „haben wir aus Sicherheitsgründen auf den Start verzichtet, um in Ruhe analysieren zu können, wo die Geräusche her kamen. Das ist ein ganz normaler Teil unseres Entwicklungsprozesses, die Corvette bis zum 24-Stunden-Rennen im Sommer konkurrenzfähig und zuverlässig zu kriegen."
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