Reifenwahl und interne Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg

Das PSR Volvo Team landete beim vierten Lauf zur DLM auf dem Nürburgring einen souveränen Doppelsieg. Bei schwierigen Wetterbedingungen sicherten eine richtige Reifenwahl und ein optimales Zusammenspiel zwischen Fahrern und Team den Erfolg. Ulli Andree/Fredy Lienhard jr. gewannen vor André Lips/Remo Lips/Celeste Lips.
Die Adenauer Trophy stand im Zeichen wechselhafter Witterungs- und Streckenbedingungen. Die Qualifikation fand im Regen statt. Ulli Andree holte sich auf den letzten Drücker die Pole Position vor seinem Teamkollegen André Lips.
Das Rennen begann auf abtrocknender Bahn. Beide Volvo bekamen Slicks spendiert. Lienhard ging vom besten Startplatz aus sofort in Front, während Remo Lips mit einer guten Runde Rückstand aus der Box nachstarten musste: Der Volvo vom Bruder des Trainingszweiten mochte nicht anspringen. „Die neuen Lufteinlässe in der Front sorgten dafür, dass zu viel Wasser in den Motorraum eindrang", erklärte Teamchef Danny Berk. „Deswegen wurden die Konnektoren der Bordelektrik unter Wasser gesetzt."
Während Lips sich auf die Aufholjagd begab, lag Lienhard in Front. „Aber mir fiel schon recht früh auf, dass die Frontschürze des Autos wieder auf dem Boden zu schleifen begann – wie schon beim letzten Rennen", berichtete der Schweizer. „Immer, wenn ich über 200 km/h fuhr, hörte ich schleifende Geräusche."
Das Team orderte Lienhard per Funk an die Box, um die Schürze zu kleben. „Danach war das Problem behoben", rapportierte Lienhard, der auf den vorletzten Rang zurückgefallen war. Dafür begann es gegen Ende des ersten Törns zu regnen. Beide Volvo fuhren aber so lange wie möglich auf Slicks weiter. „In der Hohen Acht musste ich einmal sogar durch die Wiese", ächzte Remo Lips, „weil auf der Strecke viel zu viel Wasser für die Slicks stand."
Trotz der kniffligen Bedingungen beendeten die beiden Schweizer ihre Törns problemlos und konnten mehrere Positionen gutmachen. Die Stopps mussten nur um zwei Runden vorgezogen werden. Sowohl Ulli Andree als auch André Lips fassten bei den Fahrerwechseln Regenreifen auf – und arbeiteten sich in der zweiten Rennhälfte auf die Plätze 1 und 2 nach vorn. „Es wurde im Verlauf des zweiten Törns immer trockener", schilderte Andree. „Aber zwischendurch fing es immer wieder an zu regnen. Die Streckenbedingungen unterschieden sich von Runde zu Runde, sogar vo Kurve zu Kurve."
In dieser kritischen Phase zeigte die PSR-Mannschaft, wie man Teamwork optimal umsetzt. „Wir informierten uns per Funk direkt von Auto zu Auto, wie die einzelnen Passagen aussahen und wo es gefährlich rutschig werden konnte", erzählte André Lips. „Dieses interne Vorwarnsystem hat sich als sehr hilfreich erwiesen." Teamchef Berk staunte: „Wir mussten von der Box aus phasenweise gar nicht eingreifen, weil die beiden Fahrer sich von sich aus untereinander per Funk verständigten. Das war wirklich eine perfekte Teamleistung."
So mieden Andree und Lips jedes Risiko und etablierten sich mit überlegenem Vorsprung auf den Plätzen 1 und 2. Beide Wagen mussten noch einmal betankt werden. Andree fuhr den Sieg nach Hause. Im zweiten Auto sicherte Celeste Lips, der Vater der Zürcher Brüder, den zweiten Rang ebenso sicher ab. „Ich habe zuletzt vor 35 Jahren in einem Rennauto gesessen", sagte der frühere Formel 2-Pilot.

„Für mich war das alles sehr neu – aber eine optimale Vorbereitung aufs 24-Stunden-Rennen, das ich mit meinen Söhnen bestreiten werde. Denn dort werden wir auch auf alle möglichen schwierigen Bedingungen treffen. Das konnte ich am Samstag schon mal optimal trainieren."
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